Leseprobe

"Sag keinem, wer dein Vater ist"

Ich, Sacrilegus

Ich heiße Johannes Kraus und wurde am 23.11.1969 als Sohn eines Priesters geboren. Da mein Vater zu diesem Zeitpunkt noch nicht laisiert war, bekam ich von der Kirche aus einem Akt grenzenloser Nächstenliebe und strenger Anwendung des Erbsünde-Dogmas heraus, nach dem die Sünde durch natürliche Zeugung von einer Generation auf die andere übergeht, den lateinischen Titel eines "sacrilegus" verliehen, was wohl soviel wie "Tempelräuber" bedeutet. Solchermaßen von Geburt aus mit einem "Ehrentitel" versehen und über meine Altersgenossen herausgehoben, wurde ich vom Ortskaplan in Vertretung des Pfarrers getauft, damit jener sich mit mir nicht die Hände beschmutzen mußte. In der Absicht, der Zumutung zu entgehen, mit meinen Eltern ein Wort wechseln zu müssen, ließ der Pfarrer mein Taufbuch durch einen Abgesandten in unseren Briefkasten werfen.

Für meine Schwester mußte 1973 die Taufe auf Grund der nachfolgenden Ereignisse an einem anderen Ort erschlichen werden.

Als ich nämlich so weit herangewachsen war, um den pfarreigenen Kindergarten besuchen zu können, gingen meine Eltern daran, sich ebendort anzumelden, noch dazu in dem festen Glauben, gerade zur rechten Zeit zu erscheinen, da der Kindergarten unterbesetzt war. Dort erklärte die "wachhabende" Schwester jedoch meinen Eltern, daß sie zuerst den Pfarrer fragen müsse, ob sie einen "sacritegus" in ihrem Kindergarten ohne Gefahr für ihrer aller Seelenheil aufnehmen dürften. Dieser erklärte sich nach eingehenden Verhandlungen über den "heißen Draht" dazu bereit, mich in den Kindergarten aufzunehmen, um kein öffentliches Ärgernis zu erregen und seinem eigenen Ruf keinen Schaden zuzufügen. Als meine Erstkommunion ins Haus stand, konnte ich, wie es zunächst schien, dem Kommunionunterricht meines getreulichen "Seelsorgers" nicht mehr entgehen. Da dieser jedoch für äußerst unkonventionelle Methoden zur Wiederherstellung der Unterrichtsmoral bekannt war, war für mich das Schlimmste zu befürchten. So unternahmen meine Eltern eine Reihe von Anstrengungen, um mich als Gastschüler in der Grundschule der nächstliegenden Gemeinde vor der "Seelsorge" meines Ortspfarrers zu bewahren. Dadurch wurde ich meinen bisherigen Klassenkameraden weitgehend entfremdet und mußte in meinem "Asylort" erst neue Freunde gewinnen. Diese gesellschaftliche Weg-Orientierung von meinem Heimatort zeigt an mir bis heute seine Auswirkungen.

Da der Ortspfarrer meine Eltern hinter ihrem Rücken ständig aufs Übelste beschimpfte, schamlose Predigten verfaßte und meinem (gleichwohl exkommunizierten) Vater die Kommunion vor der Gemeinde zu verweigern versuchte, mußten wir auch unsere Kirchgänge in die bereits genannte Nachbarpfarrei verlagern. Aus meiner Heimatpfarrei war ich also objektiv gesehen mit meinen Eltern verstoßen worden.

Meine Firmung erschlichen wir gar, umweltbedingten Anforderungen gehorchend, in der Heimatpfarrei meines Vaters, die gerade ein Pfarrer innehatte, der uns gut gesonnen war. Auch hier war ich also aus der Gemeinschaft meiner Klassenkameraden ausgegrenzt.

Bis zum heutigen Tag erfuhr ich die Kirche lediglich als eine böse Macht, die mir und meinen Eltern laufend Schwierigkeiten bereitete. Ich bin jetzt neunzehn Jahre alt und werde in Kürze das Abitur abgelegt haben. Vor nicht allzulanger Zeit mußte ich innerhalb des Religionsunterrichts an meinem Gymnasium hören, daß ein Sakrament, das von einem Priester, der ein Mörder ist, gespendet wurde, Gültigkeit hat, das von einem verheirateten Priester gespendete jedoch nicht. Angesichts solcher Äußerungen bezweifle ich das Wirken des Heiligen Geistes in den "Stellvertretern Christi" zu jeder Stunde, wenn überhaupt. Den Ortspfarrer jedenfalls hat er bis heute nicht heimgesucht. In ständiger Erwartung, daß er wenigstens an unseren "Heiligen Vater" in Rom einmal kurz seine Kraft verströmt, damit dieser einen völlig neuen Kurs in seiner Kirchenpolitik einschlägt und dabei vor allem auch das menschenverachtende Kirchengebot des Zölibats aufhebt, verbleibe ich euer

Johannes
(Sacrilegus)


Das Frauenbild der Kirche

Unbestritten prägte und prägt bis hinein in die Gegenwart keine Macht unser aller Denken, Handeln und Empfinden deutlicher als die Kirche. Insbesondere das Frauenbild ist hiervon betroffen, wie sich anhand der Bibel belegen läßt. Wohl jedem ist die Schöpfungsgeschichte ein Begriff. Heißt es da zunächst in Genesis l, 27 - 28: "Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf er einen Mann und ein Weib. Und Gott segnete sie ...", so lassen schon Genesis 2, 18 ff keine Zweifel mehr an der unterschiedlichen Wertigkeit von Frau und Mann. Erstgeschaffen ist demnach der Mann. Ihm zur "Gehilfin" schuf Gott die Frau. Und zwar nicht aus einem neuen Erdklumpen, so wie er Adam nach dem göttlichen Bilde formte, sondern aus einer Rippe des bereits über die Schöpfung herrschenden Mannes. "Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch", nannte Adam seine Eva. "Männin soll sie heißen, weil sie vom Manne genommen ist."

Ausdrücklich minderwertig jedoch wird die Frau im Alten Testament erst nach dem Sündenfall. Es ist ihr Fluch, Verlangen nach dem Mann zu tragen, welcher von nun an ihr Herr sein soll (Gen 3, l6 ff). Fluch und Strafe zugleich für den Ungehorsam der Frau gegenüber Gott und für ihre Verführungskunst gegenüber dem Mann.

Hier also liegt die Wurzel der ewig männlichen Angst vor dem Unterlegensein gegenüber der Frau; liegt auch die Wurzel des Gedankens an die Frau als die Verführerin zur Sünde. Denn weil der Mann nicht Herr der Frau war, kam die Vertreibung aus dem Paradies, kamen Not und Tod. In der Folge reiht sich in der Bibel Mahnung an Mahnung. Die Frau als personifizierte Gottlosigkeit wird ebenso geschildert wie die hochmütigen, die bösen und guten Frauen, wie die rechten "Sorgenhaferln" im Hause des Vaters, nämlich die Jungfrauen. Der Mann ist von ihnen allen im höchsten Maße gefährdet.

Was aber sind nach dem Wortlaut der Bibel "hochmütige Frauen"? Die wohl wichtigste Aussage dazu findet sich bei Jesaja 3, l6 ff. Da heißt es:"... daß die Töchter Zions stolz sind und gehen mit aufgerichtetem Halse, mit geschminkten Angesichtern, treten einher und schwänzeln und haben köstliche Schuhe an ihren Füßen ..." Um sie zu strafen, lesen wir weiter, "wird der Herr den Schmuck an den köstlichen Schuhen wegnehmen und die Heftel, die Spangen, die Kettlein, die Armspangen, die Hauben... und es wird ein Gestank für guten Geruch sein und ein Strick für einen Gürtel ... solches alles anstatt der Schöne."

"Es ist dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre", schreibt Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther. Wenn aber doch, so nur um der Hurerei willen. "Ein böses Weib", sagt Sirach, "gereicht dem Mann zur Schande. Der Verdacht, böse zu sein, listig und finster wie ein schwarzer Sack, stellt sich sofort bei einer schönen Frau, aber auch bei einer reichen. Von ihnen kommt die Sünde her", wie Sirach weiß. Und darum raube die böse Frau dem Mann nicht nur die ewige Seligkeit, sondern auch alle Lebensfreude. Lieber solle er bei Löwen und Drachen hausen, als weiterhin bei ihr. Scheidung ist demnach die letzte Rettung. Hingegen ist ein Weib, das schweigen kann, eine Gabe Gottes. Wenn sie wohlerzogen, züchtig, keusch, beständig und freundlich ist, gibt es nichts Lieberes auf Erden. Kann sie gar noch vernünftig mit ihrem Mann umgehen, ist sie in seinem Hause der Sonne am Himmel vergleichbar.

Da ein Mann nur selten eine gute Frau findet, sei es grundsätzlich sinnvoll, meint Sirach, nicht so gern um die Weiber zu sein. "Wende dein Angesicht von schönen Frauen", rät er wohlwollend seinen Schafen, "denn schöne Weiber haben manchen betört, und böse Lust entbrennet davon wie ein Feuer." Vor allem aber sei gefährlich, nach Jungfrauen zu schauen. Nur zu leicht werde man gegen sie entzündet. Überhaupt die Jungfrauen. Sie sind es, wie Sirach weiß, die dem Vater "viel heimlichen Wachens" einbringen. Muß dieser sich doch den Kopf zermartern, daß sein Jungfräulein nicht unversehens eine alte Jungfer wird oder, was noch schlimmer wäre, in seinem Hause geschändet und geschwängert würde. Schande für das Vaterhaupt! (Vgl. auch: Karin Jäckel, Es kann jede Frau treffen - Vergewaltigung)

Jesus machte Schluß mit dieser vom Judentum geprägten Wertskala. Er war gesandt und gekommen, die Welt erneut mit Gottes Willen und Wort vertraut zu machen. Und er lebte vor, wie es gedacht war. Die Juden staunten nur so über die genießerische Lebensfreude, die er ausstrahlte und seine Art, mit Frauen ebenbürtig umzugehen.

Immer wieder berichten die Bibelschreiber, wie frei und ungezwungen Jesus Frauen zum Beispiel in deren Haus besuchte. Wie gern er sie im Kreis seiner Zuhörer und Gläubigen sah. Wie bereitwillig er ihre Fragen beantwortete und ernst nahm. Wann immer sich Gelegenheit dazu bot, trater für Frauen ein, half und tröstete sie und wies die zurecht, die ihnen ungebührlich oder ungerecht begegneten.

Frauen, auch das belegt die Bibel, liebten und bewunderten Jesus sehr. In großer Schar zogen sie auf seinen Predigerreisen mit, wobei sie ihn mit ihrem Hab und Gut unterstützten. In den Augen der Juden war dies eine Ungeheuerlichkeit, ja, eine Art Revolution. Doch die Menschen um Jesus lernten um. Noch lange lebte sein Beispiel in der Erinnerung der Urkirche fort. Frauen wie Männer hielten zu seinen Lehren in Verkündigung und Gemeindearbeit.

Dann aber kam Paulus und mit ihm der neuerliche, der endgültige Niedergang des Frauentums in der Kirche Roms. Unaufhaltsam vollzog er sich, Hand in Hand mit der Verteufelung der Sexualität, der Verächtlichmachung der Ehe und dem hohen Lob der Askese.

Bis in die Neuzeit und Gegenwart ist eine Frau, die einen Priester liebt, eine, die sich an Gottes Gut vergreift. Ist sie Mitarbeiterin der römisch-katholischen Kirche und ihre Liaison bzw. Heiratsabsicht mit einem Priester fliegt auf, steht ihr die Entlassung ins Haus. Auch ein Arbeitsgerichtsprozeß hilft da nicht.

Betroffene wissen aus eigener Erfahrung, auf wie subtile Weise kirchliche Briefmaßnahmen vor allem auf die Seele wirken. Da scheut man sich nicht, die Hebel bei den Eltern der Heiratskandidaten, am liebsten bei denen der Frau, anzusetzen. Einfluß heißt es, solle man doch nehmen auf die Verführerin, der wohl nicht klar sei, was zu tun sie im Begriff stehe. Solche Worte wirken.

Eine Priesterfrau schrieb:

"Meiner Mutter fiel es zuerst sehr schwer, unsere Heirat zu akzeptieren, weil sie trotz ihres sonst ganz gesunden Menschenverstandes dem alten Gesetzesdenken verhaftet ist und glaubte, eine nicht kirchlich geschlossene Ehe bedeute auch den Abfall vom Glauben (und wahrscheinlich auch die eigene Verdammnis), hat sie ja auch gründlich so gelernt. Doch bis zur Hochzeit war sie soweit, daß sie mitfeiern konnte, und in dem Gottesdienst, den wir aus diesem Anlaß gefeiert haben, konnte sie dann wirklich ihren Segen geben. Seine Brüder waren, da sie von uns beiden sehr wenig wußten und wissen wollten, überrascht bis schockiert. Einer von ihnen, dem wir es schon lange vor der Hochzeit sagten, meinte X. noch ins Gewissen reden zu müssen. Aber schließlich haben sie sich doch damit abgefunden bis auf einen, der ganz in unserer Nähe wohnte, Er hat sich wohl von allen am meisten aufgewertet gefühlt durch den 'Bruder Pfarrer', und nun fühlt er sich betrogen und ist beleidigt. Er hat ihm einen Brief geschrieben mit allen möglichen Vorhaltungen und zur Hochzeit ist er natürlich nicht gekommen."

Doch mit familiären Druckmitteln läßt man es nicht genug sein. Vielmehr ist es üblich, einem um Dispens bittenden Priester Trennungszeiten vorzuschlagen; Phasen der Stille in der Geborgenheit eines Klosters, wo geistlicher Beistand geboten ist, den verlorenen Sohn wieder heim zu geleiten. Oder diesen mit der Aussicht auf ein verlockendes Studium, einen Missionsaufenthalt, umstimmen zu wollen. Auch ein Wink zur Karriereleiter wird nicht verschmäht.

Hilft alles nichts, ist die Frau dem Priester nicht aus dem Herzen zu reißen, hat Rom noch weitere Mittel. "Uns wurde angeboten, daß Josef als Militärpfarrer Dienst tun solle, wo ich als seine Haushälterin gar nicht auffiele", sagte Rita. "Von anderen Priesterfrauen weiß ich, daß man ihnen antrug, als Pfarrsekretärin zu arbeiten oder Gemeindehelferin. Wenn nur garantiert ist, daß es keiner erfährt oder merkt, daß kein 'Ärgernis', wie's heißt, erregt wird, dann bist du für die Kirche schon akzeptabel. Daß du als Frau Wünsche hast und Rechte und nicht bloß zur Bediensteten abgewertet werden willst, will die Obrigkeit nicht sehen. Partnerschaft zwischen Mann und Frau, daß es so etwas gibt, ist noch nicht bis Rom vorgedrungen."

"Es ist ja nicht allein die Tatsache, daß ich als Frau, als Ich-Person gar keine Existenzberechtigung zu haben schien, als uns der Bischof vorschlug, ich sollte Martins Haushälterin werden", meinte Sabine. "Für die Öffentlichkeit dürfen wir bei so einem Leben ja nichts miteinander haben. Das heißt, Kinder sind ausgeschlossen. Und bekäme ich doch eins, dürfte es nicht von Martin sein, auch wenn es von ihm wäre. Lüge, Lüge, Lüge, Lüge. Und das in der Kirche!"

Eine andere Frau sagte mir: "Wir versuchten mit dem Bischof wie mit einem Menschen zu sprechen, wie mit einem Vater. Aber er hörte uns nur kurz an, ließ uns kaum ausreden und fing schon mit bösen Vorwürfen an, noch ehe wir mit unserer Erklärung fertig waren. Es interessierte ihn gar nicht, wie die Beziehung zustande gekommen war, daß T. es war, der damit anfing, daß ich nie gewagt hätte, ihm zu zeigen, was er mir bedeutet, eben weil er als Priester tabu für mich war. Ich dachte, damit müßte ich mich abfinden, irgendwie käme ich schon über die Gefühle hinweg. Erst als er mir sagte, daß er mich liebt und begehrt, erst da ließ ich Nähe zu. Trotzdem sah der Bischof mich als extrem schuldig an, viel schuldiger als T. Mit mir, sagte er, sei die Sünde neu in die Welt gekommen und wie ich, als eine moralisch so schwache Person, es wagen wolle, Kinder mit T. zu haben. Meinen Eltern hatte ich damals schon alles gestanden. Sie waren geschockt, und vor allem meine Mutter begriff nicht, wie ich nur 'so sein' könne. Das war hart genug. Aber schlimm wurde es erst, als meine Eltern Besuch von unserm Pfarrer bekamen. Danach war ich für sie und auch für meine Patentanten nur noch die Mißratene, so eine Art Hure, auf jeden Fall eine, die einen um die ewige Seligkeit bringt. Eine Freundin meiner Mutter, mit der ich mich immer gut verstanden hatte, rief mich an. Sie sagte, sie wolle nicht, daß ich sie nochmals besuche. In ihren Augen wäre ich die Schwester des Satans, denn ich hätte in T. Jesus versucht."

Die Frau als Untermensch? Heute wie damals? Damals als Thomas von Aquin lebte und sie als unvollkommenes Etwas bezeichnete, als mangelhaft und zufällig entstanden, eine Mißbildung der Natur, eine Zwischenstufe zum Mann, als mißlungenen Mann sogar.

Immer noch der wahrhaft antiquierte Gedankenwahn, daß der Mann im Geschlechtsakt "befleckt" werde, in die Tiefe gezogen und beschmutzt durch die Frau?

Immer noch die jahrhundertealte Lehre des bekehrten Heiden Augustinus, des Heiligen? Die nämlich von "der lichten Straße der Freundschaft" zwischen Seele und Seele, dem "heiter ruhigen Glanz" einer solchen Liebe und im Gegensatz dazu die Lehre von den "Nebeldünsten ... aus dem sumpfigen Strudel sich regender Mannbarkeit". Die Lehre auch von "der Finsternis der Wollust", welche in "Abgründen von Leidenschaften" endet und "in einen Wirbel von Schändlichkeiten"reißt.

Immer noch also die Frau als Verkörperung des Bösen?

Es sieht ganz danach aus, wenn wir bedenken, wie weit das Herz der "Mutter Kirche" ist, wenn ein Priester sich unter dem Deckmantel der Seelenverwandtschaft mit einer Frau einläßt. Gemeinsames Wohnen unter einem Dach, gemeinsame Arbeit, gemeinsamer Urlaub, gemeinsame Reisen, freundschaftlich-platonische Zärtlichkeiten - alles ist erlaubt und "Honni soit qui mal y pense"*.

Erst wenn die Seelenliebe im Bett Erfüllung findet, wird's schändlich.

Nie registrieren Priesterfrauen es deutlicher, als wenn sie schwanger und Mutter eines Priesterkindes sind. Da wird "Schwiegermutter Kirche" ganz hart, knallhart. Da knallt sie die Türen zu, sperrt aus, was nicht sein darf. Und die Tränen der Frauen rühren sie nicht, und die Rufe der Kinder nach ihrem "Papa" hört sie nicht. Warum auch? Schließlich ist diese Tür schon so lange zu, daß man inzwischen vergessen hat, wie es war, als ein Mann namens Jesus sie für Frauen und Kinder weit aufstieß. Oder?

•Französisch: "Ein Schelm, der Arges dabei denkt", Devise des Hosenbandordens