Mein persönlicher Rat

Auch Vereine, Volkshochschulen, die Polizei sowie private Firmen und Kampfsportschulen bieten Sicherheitsschulungen und Selbstverteidigungskurse an. Inhalte und Qualität können allerdings sehr unterschiedlich sein.

Aus meiner eigenen Erfahrung als Mutter möchte ich jedoch warnen und zugleich ermutigen.

Warnen vor Angeboten, die mit den Ängsten von Eltern und Kindern Geschäfte machen. Wer im Vorfeld Angste schürt oder diese erst verbreitet, arbeitet unseriös.

Ermutigen insofern, als die Erfahrung, Angst auslösende Situationen bewältigen zu können, die beste Vorbeugung ist. Erstens verleiht Erfolg (nicht nur) den Kindern Selbstbewusstsein. Und zweitens sind Täterinnen und Täter in der Tiefe ihrer Seele meist feige und scheuen das Risiko, welches mit selbstbewusst auftretenden Menschen verbunden ist.

Ermutigen möchte ich Eltern auch dazu, an derartigen Schulungen entweder selber ganz aktiv oder zumindest zeitweilig als Zuschauer/in teilzunehmen.

Das gemeinsame Erlebnis mit den Kindern kann den Lernerfolg verstärken. Für mich als Mutter war jedoch nicht nur dieses Ziel wichtig. Ich genoss die Extraportion innerer Ruhe aus dem Erleben, wie das Training der Bewältigung bestimmter Gefahrensituationen meine Kinder stärkte und sie immer sicherer lehrte, in Krisenmomenten die Nerven zu bewahren und sich zu behaupten.
Im Wissen, dass sie sich wirksam wehren können, wenn es sein muss, fiel es mir leichter, sie nicht zu überbehüten, sondern sie ins Leben und seine Abenteuer ziehen zu lassen.

Karin Jäckel