Offener Brief von Karin Jäckel zur unsauberen Recherche des Verfassers

To: redaktion@konkret-magazin.de
Subject: Magnus Klaue in Konkret 1/04

10. Februar 2004

Konkret Online, Heft 02 2004
Magnus Klaue: Men's Health

http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=menshealth&jahr=2004&mon=02

An die Redaktion Konkret
Magnus Klaue zur Kenntnis

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einigem Erstaunen habe ich heute in der Ausgabe 2/2004 des Konkret Magazins einen Report "Men's Health" von Magnus Klaue gelesen, worin dieser ausführt, mein Buch "Der gebrauchte Mann" zähle zu den "Gründungsdokumenten des Vereins" und der Verein Väteraufbruch für Kinder "beherberge" mich.

Beides ist nachweislich falsch, schlechte Recherche und unsauberer Journalismus, Herr Kollege Magnus Klaue!

Weder war ich zum Zeitpunkt der Recherche oder des Erscheinens meines Buches Mitglied im Verein "Väteraufbruch", noch bin ich es jetzt. Und schon gar nicht stehen mein Buch oder ich in irgendeiner Beziehung zur Gründung dieses Vereins.

Wenngleich ich das Leiden vieler in diversen Gruppen der so genannten Väterrechtsbewegung organisierten Väter und ihrer bei der Mutter lebenden Kinder erkenne und seit Jahren privat zu helfen versuche, habe ich mich aus guten Gründen und in aller Klarheit von der Vereinsführung des "Väteraufbruch für Kinder" distanziert und dies auch mehrfach veröffentlicht.

Mein Buch schildert folglich nicht das Vereinsleben, sondern aus der Sicht von interviewten Kindern, ausgegrenzten Vätern und ausgrenzenden Müttern ein Phänomen, welches seitdem bis in jüngster Vergangenheit namhafte Wissenschaftler/innen wie Anneke Napp-Peters, Gerhard Amendt, Horst Petri, Wolfgang Jopt, Wassilios Fthenakis, Friedrich Ebert und andere mit ihren Breitenstudien vertieft und erhärtet haben: nämlich, dass auch Väter leiden, wenn sie ihre Kinder verlieren, dass Kinder unter dem ihnen aufgezwungenen Verlust ihrer Väter leiden und dass Mütter nicht nur immer Engel oder Opfer von Männern sind, sondern auch Täterinnen sein können und nicht wenigen Vätern die gemeinsamen Kinder entziehen, obwohl es dazu keinen anderen Anlass gibt als den Willen der Mutter zur radikalen Trennung.

Dieses Phänomen hat mittlerweile schon den Europäischen Menschenrechtegerichtshof beschäftigt und mehrmals zur drastischen Bestrafung Deutschlands wegen des Verstoßes gegen die Menschenrechte von Vätern und Kindern geführt, denen Mütter und Gerichte den Umgang miteinander verweigerten.

Staatsmänner und Staatsfrauen wie J. Chirac, B. Clinton oder M. Albright und T. Blair wandten sich wegen dieses Phänomens an Bundeskanzler G. Schröder und pochten darauf, dass Kindesentziehung und Umgangsboykott ein Ende haben müssten. J.Chirac nannte das deutsche Kindschaftsrecht wegen der Häufigkeit der gesetzeswidrigen Kindesentziehung das "Gesetz des Dschungels."

Margot von Renesse, die "Mutter des neuen Kindschaftsrechts", erkannte das Phänomen des Kindesentzugs ebenfalls und tadelte öffentlich, dass zu viele deutsche Juristen provinziell und ungenügend über Gesetzesneuerungen informiert seien und deshalb das im neuen Kindschaftsrecht verankerte Recht des Kindes auf Umgang mit seinen beiden Elternteilen zu oft nicht zum Wohle des Kindes zur Anwendung brächten.

Vor diesem Hintergrund beschäftigte das Phänomen im Januar/Februar 2004 auch den deutschen Bundestag, indem die CDU eine Kleine Anfrage an die Regierungsparteien richtete, wie diese dem die Würde des Rechts verletzenden Umgangsboykott nach elterlicher Trennung/Scheidung Herr werden wolle. Die Regierungsparteien antworteten, dass ein Fachexperte zur Überprüfung des Problems und zur Lösungsermittlung eingesetzt wurde.

Nur ewig Gestrige und blinde Ideologieverfechter können sich heute noch zu Äußerungen versteigen wie: "Wo es nicht mehr erlaubt ist, Chauvinist zu sein, wird der 'Neue Mann' zum Jammerläppchen."

Kein Wunder also, dass mein den Radikalfeminismus kritisch hinterfragendes Buch "Der gebrauchte Mann" von vielen Vätern und Müttern, Großeltern und einstigen Scheidungskindern gelesen, auf Webseiten vorgestellt und weiterempfohlen wird. Wer mein Buch liest, findet darin nicht nur Trost und Hilfe, sondern auch menschliche Anteilnahme, Verständnis und Solidarität. Vor allem die Kinderstimmen dieses Buches rühren viele Leser/innen an, weil sie in den Worten dieser Kinder die Worte ihrer ihnen entrissenen eigenen Kinder und Enkel wahrnehmen.

Ich bin sehr glücklich, im In- und Ausland als eine der emanzipierten, keiner Väterorganisation zugehörigen Frauen zu gelten, welche im Sinne der UN-Kinderrechtekonvention dazu beitragen, das unverbrüchliche Recht aller Kinder auf ein Zusammensein mit ihren beiden Elternteilen zu erzielen und schützen.

Da Sie, Magnus Klaue, mich mehrfach in Zusammenhang mit Juden, Antisemtismus und Holocaust stellen: Hätten damals unter Hitler viele Menschen die Zivilcourage besessen, die ich mit meinem Buch "Der gebrauchte Mann" an den Tag gelegt habe, um gegen schweres Unrecht an einer Bevölkerungsgruppe zu protestieren und öffentlich dagegen aufzustehen, wäre unendlich viel und unsäglich grausames Leid verhindert worden.

Ich denke, gerade wir in Deutschland sollten wachsam für ein derartiges Unrecht der Ausgrenzung und Verächtlichmachung, des Leid Verleugnens und des ideologischen Wahns sein. Spätestens seit den mehrfachen Bestrafungen unserer Gerichtsbarkeiten wegen Verletzungen der Menschenrechte von Vätern und Kindern durch Umgangsverweigerungen müssten alle Warnglocken Sturm läuten.

Da die falsche Berichterstattung Ihres Beitrags meine Person und Arbeit betreffen, ersuche ich Sie höflich um die Veröffentlichung meiner Gegendarstellung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Karin Jäckel
www.karin-jaeckel-autorin.de

 

Erwiderung und Klarstellung
des Schauspielers Mathieu Carriere an "Konkret"

Thomas Martin,
Gründungsmitglied des "Väteraufbruch für Kinder" an "Konkret"