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Offener Brief an den
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Sehr geehrter Herr Geis,als Autorin sozialkritischer Sachbücher befasse ich mich seit Jahren intensiv mit den Auswirkungen politischer und hier besonders familienpolitischer Entscheidungen auf das Privatleben der Bürgerschaft. Die Forderung der CDU/CSU nach einem Umdenken bei RotGrün teile ich insofern, als sich das antiautoritäre, unter dem Deckmantel des scheinbar sozialen in Wirklichkeit aber sozialistischen Erziehungsprinzip der radikalen 68er, das von vielen der Regierungspolitikerinnen und Regierungspolitiker in ihrer Jugend tatkräftig ausgelebt wurde und heute als Kulturrevolution hochgelobt wird, als Basis eines nie dagewesenen gesellschaftsrelevanten Super-Egoismus bei gleichzeitiger immer massiver zu Tage tretender Männerfeindlichkeit erwiesen hat. Als Opfer dieser "fixen Idee" sind an erster Stelle die heutigen Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern zu beklagen, deren Erziehung im antiautoritären "Laissez-faire-Stil" dazu geführt hat, dass sie als Eltern dem eigenen erzieherischen Instinkt nicht mehr trauen, weil sie zwar erkannt haben, dass es Not tut, Kindern Grenzen zu setzen und ihnen erzieherische Werte wie Moral und Ethik zu vermitteln, aber auf keine Vorbilder zurückgreifen können, an deren Beispiel sie lernen konnen, wie das funktioniert. An dieser Stelle setzen dann die Maßnahmen der Regierung als gesetzgebende Gewalt an. Da wird erwogen, die Strafmündigkeit von Kindern auf jüngere Altersstufen vorzuverlegen. Da wird erwogen, Kindern ab einer bestimmten Uhrzeit den Aufenthalt im Freien zu verbieten. Da wird erwogen, Ganztagsschulen bundesweit zum obligo zu erklären. Da werden Mütter, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, massiv in die Erwerbstätigkeit gedängt, und die Bezeichnung Mutter auf der Weltfrauenkonferenz in Peking als Beleidigung festgeschrieben und durch den Begriff "Frauen in Zeiten der Kinderaufzucht" ersetzt. Da werden Väter in einer beispiellosen Verhetzungscampagne und ganz pauschal zu Tätern erklärt und in Vorbereitung einer entsprechenden Gesetzesnovelle der Slogan verkündet "Gewalt ist männlich". In derselben Campagne werden kleine Jungen, die jetzt unter Gewalt leiden, per Plakataktion in selbsterfüllender Prophezeiung, quasi hellseherisch, als die künftigen Gewalttäter diffamiert. Da wird in Ableugnung der Tatsache, die weltweit und auch in Deutschland durch Studien belegt ist, dass Gewalt in partnerschaftlichen Beziehungen und gegenüber Kindern ebenso oft weiblich wie männlich ist, eine Opferrolle von Frauen und Mädchen impliziert, die ebenso sachlich falsch wie emotional gefährlich ist. Da werden Definitionen abgegeben wie "Familie ist, wenn alle aus demselben Kühlschrank essen" (Ulla Schmidt) oder dass die Hauptsaufgabe des Bundesfamilienministeriums, welche sich bereits in der Namensgebung des Ministeriums zeige, in der Förderung der Frau bestünde, was identisch sei mit dem Entzug von Männerprivilegien (Ch.Bergmann). Alle diese gesetzgeberischen Planungen und Maßnahmen sind letztlich Hilfsmittel, um einer autoritätsfeindlich erzogenen bzw. nach dem Lust-und-Laune-Prinzip erzogenen Generation per Gesetzes- und Polizeigewalt Grenzen zu setzen, um sie genau das zu lehren, was man sie in der den Eltern bzw. professionellen Erzieherinnen und Erziehern obliegenden Erziehungszeit nicht lehren wollte, nämlich die Furcht vor Autoritäten. Wenn Sie in Ihrem Pressetext die Forderung nach Grenzen per Regulativ aus Verbot und Strafe fordern, so ist dies im Grunde weit mehr als eine Forderung im Zusammenhang mit Terrorismus. Im eigentlichen Kern ist es eine Forderung zur Rückkehr nach erzieherischen Autoritäten und gesellschaftlichen Wertmaßstäben, die innnerhalb der derzeitigen Regierung allenfalls von der Kanzlergattin proklamiert werden. Demnächst stehen in Deutschland Neuwahlen an. Falls wir diese tatsächlich noch erleben - immerhin hat Bundeskanzler Schröder vorgestern in seinem Fernsehinterview vom "nassen Pelz" erklärt, dass ihm als "Basta-Kanzler" die Entscheidungsgewalt über einen Eintritt Deutschlands in einen Krieg obliege und er bereits versprochen habe, dass Deutschland alle Hilfe leisten werde und somit auch militärische Hilfe und Soldaten - frage ich mich, welche Schritte eine CDU/CSU-Regierung unternehmen wird, um die geforderten Grenzen und die Rückkehr zu erzieherischen Werten und der Förderung der Privatheit der Familie zu erneuern bzw. zu schützen. Für mich als politisch interessierte Bürgerin ist es sehr bezeichnend, dass meine Kommentare zu den diversen Pressemitteilungen auch der CDU/CSU fast immer ignoriert werden. Mit einer einzigen Ausnahme habe ich auf meine Fragen und Überlegungen noch nie eine Antwort erhalten. Daraus schließe ich, dass Politikerinnen und Politikern die Meinung des Volkes, von dem doch alle politische Macht erst kommt, gänzlich uninteressant ist. Was wiederum Auswirkungen auf die Bereitschaft des Volkes hat, in der Wahl eine sinnvolle Handlung zu sehen. Und was auch erklärt, warum die Wahlbeteiligung beständig sinkt und die Menschen im Volk diese Verweigerung als ultima ratio gegenüber einer Regierung versteht, deren Wahlversprechen man nicht mehr glauben und auf deren Entscheidungen man keinen Einfluß mehr nehmen kann, weil die vor der Wahl versprochenen künftigen Entscheidungen nicht eingehalten werden. Bisher bin ich als mündige Bürgerin regelmäßig zur Wahl gegangen und habe meine drei Kinder zusammen mit ihrem Vater, meinem Ehemann, dazu angehalten, ihr Wahlrecht zu nutzen, weil es nur so eine Demokratie geben kann. In diesem Jahr sehe ich mich erstmals nahezu außerstande, eine Wahl überhaupt treffen zu können. Wen sollte ich wählen? Die derzeitige rotgrüne Regierung handelt meiner Meinung nach nicht zum Wohle des Volkes und die Kernzelle des Staates, die Familien, in einem beispiellosen Ausmaß missachtet bzw. schädigt. Gelb hat schon lange kein klares Profil mehr. Und schwarz? Was kommt von dort? Kleine witzige Zeitungskolumnen des Herrn Merz, neuerdings die Beschwörung der Bündnistreue zu den USA und somit auch die Treue zum Kriegseinsatz Deutschlands, große Ratlosigkeiten der Frau Merkel, die in Pfarrerstochtermanier selbst aus dem schauerlichsten Entsetzen des Terrors nebst Weltkriegsgefahr eine fromme Chance zu einem Neuanfang ableitet, - und kein Aufschrei lauten Widerstands, wenn der Bundeskanzler anläßlich der drohendsten Weltkriegsgefahr seit dem zweiten Weltkrieg vollmundig verkündet, er persönlich habe den Eintritt Deutschlands in den Krieg versprochen "und damit Basta." Wenn die CDU/CSU sich meine Treue als Wählerin erhalten will, muss sie mich als Bürgerin nicht nur ernst nehmen in meinen Forderungen nach dem verstärkten Schutz der Mutter-Vater-Kind-Familie und der Erziehung von Kindern im sicheren, weil liebevoll und verantwortungsbewusst Grenzen setzenden Schoß dieser Familien. Nein, die CDU/CSU muss mich auch überzeugen, dass sie meine Kinder nicht in sinnlosen Kriegen verheizen wird. Dass sie durchaus notwendige politische Gefolgschaftstreue in echter Demokratie und ohne "Ehrenwort" oder "Basta" prakiziert. Dass sie Regierungsmaßnahmen nicht "per oder de Mufti" beschließt. Und dass sie einen solchen Alleingang ebenso entschlossen wie gekonnt verhindert. Mit dieser Hoffnung grüßt Sie Verehrte Frau Dr. Jäckel, aus dem Pressebüro der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erhielt ich Ihr E-Mail vom 19.09.2001. Bitte sehen Sie es mir nach, dass ich erst jetzt zur Beantwortung komme. Mit Ihrer Beurteilung der sozialistischen Familienpolitik der derzeitigen Regierung stimme ich voll überein. Familie ist nämlich nicht dort, wenn alle aus dem selben Kühlschrank essen. Auch Ihre Einschätzung der Auswirkungen der 68er Unruhen teile ich. Allerdings bin ich schon der Auffassung, dass der Terrorismus auch mit Gegengewalt beantwortet werden muss. Terroristen sind in der Regel so engstirnig, dass man ihnen nur mit Gegengewalt antworten kann. Ihre Verurteilung der Politiker, dass sie zuwenig auf Ihre Schreiben eingehen, kann ich nicht teilen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Politiker nicht auf alle Schreiben antworten koennen, die sie täglich erreichen. Mit freundlichen Grüssen Norbert Geis, MdB Sehr geehrter Herr Geis,es freut mich, Antwort von Ihnen zu erhalten. Dass diese erst heute eintrifft, kann ich gut verstehen. Mir ist durchaus bewusst, dass Sie wie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen unter Zeitdruck stehen. Mir geht es auch so. Auch Ihre Zustimmung zu einigen meiner Überlegungen nehme ich erfreut zur Kenntnis. Hoffentlich gelingt es der CDU/CSU, die immer wieder sichtbare Schwäche und Zerfallenheit der Parteiführung schnellstens zu überwinden und der derzeitigen Regierung wirksam entgegen zu treten. Ich bin sicher, dass die grassierende Wahlmüdigkeit der Bürgerschaft sich in neues Politikinteresse wandeln würde, wenn wir als Bürgerinnen und Bürger endlich wieder erkennen
könnten, dass es sich lohnt, zur Wahl zu gehen. So distanziert ich den Wahlerfolg von Herr Schill in Hamburg sehe, so eindeutig zeigt er doch das Bedürfnis im Volk nach klaren politischen Vorgaben, nach einer Rechtsprechung, die mehr ist als mildes Verständnis fuer Täter/innen, und nach einer im Lebensalltag wirksamen Sicherheit, die aus einer solchen Rechtsprechung resultiert. Und wie gern würde die noch nicht vollends desillusionierte Bevölkerungschicht ihrem jeweiligen Bundeskanzler als der vermeintlichen Inkarnation von Vater Staat doch immer wieder glauben wollen, dass noch alles gut wird! Und wie einfach ist es, diesem Wunsch entgegen zu kommen. Schauen Sie nur Herrn Kanzler Schröder an: Seit er nicht mehr nur breit lächelnd durch die Lande schreitet und seine Volksnähe in Biergartenseligkeit demonstriert, sondern als ernster Landes- und nun auch Kriegsherr in die Kameras schaut, steigt nicht nur seine Popularität sondern auch seine Glaubwürdigkeit. Es ist dieser neue Ernst, welcher die dahinter liegende Kraft suggeriert, der gebraucht wird und der Zutrauen weckt. Selbst dann noch, wenn - wie aktuell - die Bevölkerung immer tiefer in die Knie bricht und die Wirtschaft ausgeblutet und alles das hinter einer nie dagewesenen politischen Augenwischerei versteckt wird. Wie immer die wachsende Anzahl der kinderlosen Deutschen über die für sie auf die eigene Person reduzierte und somit sehr kurze Zukunft denken, - wir als Eltern denken in Generationen und haben Angst um unsere Kinder, denen mit dem Niedergang der Wirtschaft und der feministisch betriebenen Aufspaltung auch der familialen Gesellschaft in Männer als Täter und Frauen/Kinder als Opfer nicht nur die Gegenwart sondern auch die Zukunft erschwert wird. Gern wird der Egoismus der Jugend als Erklärung für die sinkende Kinderzahl in Deutschland zitiert. In Wahrheit ist es weniger der Egoismus als viel mehr die Angst und Verantwortung, aus der heraus junge Leute auf Kinder verzichten, obwohl der Kinderwunsch durchaus vorhanden wäre. Die Angst, ohne eigenes Verschulden arbeitslos zu werden und das Kind nicht mehr so grossziehen zu können, wie man es sich als Eltern wünscht. Die Angst, in der Paarbeziehung zu scheitern. Die Angst, beim Scheitern der Paarbeziehung auch das Scheitern der Elternbindung erdulden zu müssen und per Richterspruch aus dem Leben der eigenen Kinder quasi ausradiert und nur mehr als Unterhaltszahler/in zur Kasse gebeten zu werden. Summiert man die von Scheidung und Trennung betroffenen Kinder der letzten zehn Jahre, kommt man auf rund 2 Millionen, von denen mindestens die Hälfte vaterlos - mit den bekannten schwerwiegenden Folgen - aufwachsen musste. Jedes Jahr kommen neue hinzu, denn die Scheidungsquote wächst. Meist, weil das Geld nie reicht. Und dann die Angst, nach einer solchen gescheiterten Beziehung nach Unterhaltsabzug nie mehr genug Geld und nach Abzug der Umgangstermine mit den Kindern aus der Erstbeziehung nie mehr Zeit genug zu haben, um eine neue Beziehung eingehen und einen neuen Kinderwunsch erfüllen zu können. Ganz zu schweigen von der Angst vor Umweltkatastrophen, die über die Kinder und Kindeskinder hereinbrechen werden, wenn etwa der Treibhauseffekt noch stärker greift als bisher. Ängste wie diese sind nicht nur Privatsache, denn an all diesen Ängsten haben die Politikerinnnen und Politiker ihren Anteil, indem sie Gesetze erlassen und neu interpretieren und als Vertragspartner etwa per Familiengesetz in die private Beziehung der Bürgerinnen und Bürger hineinmischen. Frau Dr. Schwall-Düren (SPD) sagte im August des Jahres sinngemäss, der Staat könne nichts dafür, wenn ein Mann sich mit seiner Frau streite und nicht mehr verstehe, aber anstatt die eigenen Probleme privat zu regeln werde vom Staat erwartet, dass er den Schaden behebe. Eine groteske Aussage, wie ich finde, denn so lange sich der Staat als Gesetzgeber und somit Vertragspartner in die Ehe als Institution einmischt, so lange er Gesetzesregelungen für die Eheschliessung wie für die Trennung, für die Versorgung der Ehepartner sowie der Kinder und deren Erziehung vorgibt, so lange geht den Staat auch die damit verbundene Problematik etwas an. Als Familienfrau, dreifache Mutter und Autorin, die sich mit Familienfragen befasst, wünsche ich mir dringend eine Regierung, deren dringendes Anliegen die Foerderung der Familien und Kinder ist. Eine Regierung, die uns als Buergerinnen und Buergern die Angst nimmt, Kinder in die Welt zu setzen und grosszuziehen, weil sie als Regierung uns festen Ernst, kraftvolle Sicherheit und zuverlässige Stetigkeit in der Politik und der Gesetzgebung bieten, auf die wir uns langfristig verlassen können. Die CDU/CSU hat meines Erachtens derzeit nur ein einziges Gesicht, dem ein solcher Ernst mitsamt der nötigen Kraft zugetraut werden kann. Und ich hoffe bei Gott, dass Herr Stoiber eine/n splendiden Medienberater/in hat, die seiner integren Persoenlichkeit im reichen Masse Medienpräsenz sichern wird, um gegen den derzeitigen Medienkanzler zu gewinnen. Ihnen nochmals meinen Dank für Ihre Zeit und viel Glück für Ihre politische Arbeit! Mit besten Grüssen, Autorin |
Leserzuschrift zum Offenen Brief:Von J.W. vom 30. März 2004 |
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