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Offener Brief
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Sehr geehrte Frau Bulmahn,Ihr Engagement für Bildung und Zukunft unserer Kinder gefällt mir. Auch schätze ich Ihre kluge Voraussicht hinsichtlich internationaler Karrieren "Made in Germany". In diesem Zusammenhang möchte ich Sie jedoch auf ein Defizit hinweisen, welches sich bereits jetzt und künftig noch stärker als Hindernis für den Erfolg Ihrer Arbeit erweist. Gemeint ist das deutsche Familien- und Kindschaftsrecht. Sicher wissen Sie, welche gravierenden Probleme binationale Paare im Falle einer Trennung/Scheidung hinsichtlich des Sorgerechts für ihre gemeinsamen Kinder haben. Ebenso sicher ist Ihnen bekannt, dass es jährlich mindestens 1000 Fälle von Kidnapping gibt, die entgegen der von Deutschland unterzeichneten HKUE damit enden, dass das Faustrecht der/s Kidnappers sieht und die Kinder ihren ausländischen Elternteil verlieren. Diese Art der Rechtsprechung ist z.B. in den USA DAS Thema, wie Sie noch von den Gesprächen Clinton-Albrigt-Joschka Fischer-Schröder erinnern werden, und wird auch eines der grossen Themen zwischen Bush und Schröder bei ihrem nächsten
Treffen sein. Glauben Sie wirklich, dass junge Menschen nach Deutschland kommen wollen, wenn sie damit rechnen müssen, sich hier zu verlieben, Kinder zu haben und diese dann in den Wirren den von Jacques Chirac als "Gesetz des Dschungels" bezeichneten Familienrechts zu verlieren? Sie mögen den Kopf schütteln und mein Wissen als absurdes Geschwafel bezeichen, nicht wert, in unserer auf Frauenwohl und Frauenrecht ausgerichteten Gesellschaft ernst genommen zu werden. Die Zeit wird lehren, dass ich leider Recht habe. Die geringe Anzahl der Interessenten für eine der greencards spricht ja schon heute Bände. Und der Protest gegen Deutschland wächst. Als eines der Beispiele dafür werden Sie Anfang Juli des Jahres erleben, dass sich sieben Elternteile internationaler Provenienz in Berlin zu einem Hungerstreik zusammenfinden, um auf den Verlust ihrer Kinder durch das deutsche Familienrecht hinzuweisen und Deutschland einmal mehr an den internationalen Pranger zu stellen. Alle diese Elternteile sind unbescholtene Menschen und liebevolle Väter/Mütter, die mit allen ihnen möglichen legalen Mitteln um ein Umgangsrecht und gemeinsames Sorgerecht für ihre Kinder gekämpft haben. Menschen, die lediglich das Allerwelts-Pech hatten, dass ihre Liebesbeziehgung zerbrach. Sie sind gebildet, ordentlich, liebenswürdig, Menschen, mit denen man gern zusammen ist.Kurz, es gibt keinen Grund, warum sie nicht mit ihren Kindern zusammen sein sollten. Aber die deutsche Rechtsprechung sagt Nein, weil der jeweils andere zugehörige Elternteil Nein sagt. Glauben Sie, dass dies keine Wirkung zeigt, keine Auswirkungen auf die innerstaatlichen Beziehungen hat, niemanden davor abschreckt, eine "internationale Karriere made in Germany" anzugehen? Sie dürfen sicher sein, dass dieser Hungerstreik seine Wirkung nach aussen nicht verfehlt. Ich weiss, dass die Presse in den USA, Frankreich usw. auf den Startschuss wartet. Aber wem immer ich in der Bundesregierung die Nachricht von diesem Hungerstreik schickte - Bergmann, Däubler-Gmelin, von Renesse, Fischer, Schröder z.B. - hielten es nicht einmal für nötig, auch bloss zu antworten oder sich an die Ihnen mitgeteilte Kontaktadresse der Betroffenen zu wenden. Kein noch so kleines Zeichen also, dass sie überhaupt vernommen haben, was Ihnen aus dem Volk - von dem doch angeblich alle Macht kommt - mitgeteilt wird. Diese Ignoranz kommt uns als Gesellschaft teuer zu stehen und ist menschlich schlicht unwürdig. Dass ich mich an Sie wende und diese Gedanken nochmals formuliere, - ich weiss nicht, ob es Sinn hat, ob man Ihnen diese eMail weiterleiten wird, ob Sie sie überhaupt lesen oder sich überlegen, wie Sie helfen könnten. Aber ich hoffe
es. Und ich bitte Sie um Ihre Hilfe - auch im Interesse Ihrer globalisierten Weltsicht und Erwartungen an internationalen Zustrom in unser reduktives Volk. Ihre |