Offener Brief an die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Frau Dr. Bergmann

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Veröffentlichung vom 5. Juni 2002 08:30 Uhr
Umfassende Kinderbetreuung unterstützt Familien

Oberkirch, am 5. Juni 2002

Sehr geehrte Frau Frauenministerin,

Ihre Unterstellung, dass Mütter, die ihre Kinder selbst betreuen, zum überwiegenden Teil dümmer und sozial inkompetenter, erzieherisch unfähiger und der deutschen Muttersprache sowohl weniger mächtig als auch unfähiger sind, ihren Kindern diese Sprache zu vermitteln, als professionelle Erzieher/innen, entspricht der Zielsetzung Ihrer sozialistischen Ideologie und Politik, die Privat-Familien in Deutschland durch "industrielle Familien" nach sozialistischen Vorbild zu ersetzen.

Ihre persönliche politische Provenienz legt nahe, dass Sie wissen, die entsprechenden "Wohltaten" schlägt man bei Friedrich Engels und Konsorten nach. Und die entsprechenden Vorbilder der "industriellen Familie" nebst sozialistischer Idelogien und passender Politik konnten Sie bereits als Bürgerin der DDR in personam genießen.

Insgesamt zeugen Ihre Diffamierungen von einer unerträglichen politischen Arroganz, die sich unverhohlen gegen Familienfrauen richtet, denen Sie hiermit öffentlich den geistigen Status eines unterentwickelten Dummchens zuweisen und jede elterliche Kompetenz absprechen.

Sie, Frau Frauenministerin, scheinen nicht zu wissen, dass wir, die von Ihnen als unfähig geschmähten nicht erwerbstätigen Mütter, ca. 11 Millionen mündige Bürgerinnen sind.

Und wenn wir 11 Millionen demnächst das Kreuzchen an der Stelle machen, wo man unser Wissen, unser Können und unsere Leistung tatsächlich zu schätzen weiß, - haben Sie künftig Zeit genug, in aller Ruhe die eigene Dummheit zu beklagen.

Mit empörten Grüßen

Dr. phil. Karin Jäckel
Mutter von drei Söhnen
www.karin-jaeckel-autorin.de