Re: Glücklicher Valentinstag von Shankar Vedantam

http://www.washingtonpost.com 2002Feb10

Man muss kein Psychologe sein, um mit eigenen Augen sehen zu können, dass Scheidungsfamilien in allen westlichen Ländern auf ganz ähnliche Weise unglücklich sind. Eltern wollen wieder frei sein, und ein großer Prozentsatz von ihnen will es nur wegen der Schmetterlinge im Bauch. Dummerweise scheinen in Zeiten zunehmender Sprachlosigkeit zwischen den Paaren die Mitteilungen des Körpers leichter verstanden zu werden als echte Worte.

Aber bald schon kann kein Schmetterling darüber hinweg täuschen, dass Trennung nie das Ende der Beziehung bedeutet, wenn es Kinder gibt. Und spätestens an diesem Punkt sind alle unglücklichen Ex-Familien auf gleiche Weise unglücklich: sie wollen in ein neues leben starten abder das alte klebt an ihren Füßen.

Und inmitten dieser traumatischen Erfahrungen werden die Kinder zu Waffen in den Händen ihrer Mütter oder Väter gegen den nun ungeliebten Partner. Kinder zahlen die Zeche für all die Schmetterlinge und (s)ex und hop. Und zwar zahlen sie mit ihrem eigenen Anrecht auf Glück und ihrem natürlichen Recht auf ein Leben im Schutz ihrer beiden Elternteile.

Wie können wir von jungen Paaren erwarten, dass sie wissen, wie man "auf immer und ewig" glücklich miteinander bleiben kann, wenn wir als ältere Generation es nicht schaffen, ihnen mit leuchtendem Beispiel vorauszugehen?

Glücklicher Valentinstag ist ein Symbol unserer weltweiten Sehnsucht nach Treue und ewiger Liebe. Vielleicht ist es ein fieser Trick des guten alten Heiligen Valentin, die Blumen der Liebe zum Blühen zu bringen und gleichzeitig die Schmnetterlinge zu schicken.

Karin Jäckel