Leserbrief zu
"Die Elternkatastrophe"

DIE ZEIT Nr. 18/2001 Titelseite
"Die Elternkatastrophe"

Als ich mein Buch "Deutschland frisst seine Kinder" über die aktuelle Situation von Kindern und Familien in Deutschland schrieb, teilte mir das Bundesfamilienministerium mit, im Mittelpunkt seines Amtsinteresses stehe die "junge, erwerbstätige Frau" und das Bestreben "Männern Privilegien zu entziehen".
Von Interesse an Familienfrauen und Kindern war keine Rede. Symptomatisch, dass sich der "Deutsche Frauenrat" bis heute weigert, den "Verband der Familienfrauen und Familienmänner" in seine Reihen aufzunehmen. Ebenso symptomatisch, dass speziell Politikerinnen der SPD immer wieder diejenigen Frauen als Schmarotzerinnen verpönen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen sondern ihre Kinder selbst erziehen und versorgen wollen.
Als politisch forciertes Lebensideal der Frau gilt die Fron der Doppelbelastung aus Beruf und Familienarbeit.
Für Kinder ist die ganztägige Abschiebung in Krippen, Horte, Ganztagsschulen, Vereine vorgesehen.
Eltern als Vertrauenspersonen und Vorbilder, die da sind, wenn Kinder sie brauchen, die Zeit, Geduld und Nerven für sie haben, ihnen Zuwendung und Zärtlichkeit schenken und selbst mit ihnen reden, anstatt sie aus der Konserve berieseln zu lassen, diese Eltern sind politisch nicht vorgesehen und gehören gesellschaftlich zu denen, die sich von Kinderlosen fragen lassen müssen, ob sie denn nicht verblöden, wenn sie sich ständig mit Kindern abgeben.
Friedrich Engels und seine Idee von der "industriellen Familie" lassen grüssen!

Dr. Karin Jäckel