Leseprobe

"Mitleid? Nein, danke!"

Es war immer noch stickig heiß. Die Gewitterwolken des Nachmittags hatten sich unmerklich über den Nachthimmel davongemogelt. Vereinzelt zuckten die Lichtfetzen eines Wetterleuchtens in den Farben des Regenbogens.

Jesobel spürte sie jenseits ihrer Lider, während sie wartete. Ihr Kopf schien ausgehöhlt, nur mehr Schallmuschel für dieses metallische Tick-Tick, mit dem der Sekundenzeiger die Zeit abschritt. Die besonderen Geräusche der Stille, die sie in all den anderen Krankenhaus-Nächten mit angespannten Sinnen eingefangen hatte, als gäben sie verschlüsselte Botschaften preis, nahm Jesobel heute nicht wahr. Wie hatte sie sonst dem Schritt des Stationsarztes, Dr. Mühlendorff, entgegengefiebert! Wie sehnsüchtig die raschelnde Schürze der Nachtschwester erlauscht! Jeder Ton eines Summers, wenn irgendwo im Labyrinth der Zimmer und Gänge ein Patient um Hilfe bat, hatte ihren Herzschlag beschleunigt. Vielleicht, nein, sicher würde die Schwester, der Pfleger, der Arzt zu ihr hereinschauen, rasch nur, im Vorbeieilen, ihr zurufen: »Marion geht's besser!« Doch jede vergeblich durchwachte Nacht wurde von einem Tag abgelöst, der auch nichts brachte. Regelmäßig zur Besuchszeit war die Mutter gekommen, Sonntag wie Werktag. Abgehetzt und mit diesem Ausdruck in den Augen, als hätte jemand die Glanzschicht darauf abgeätzt. Sie hatte Jesobels Hand gehalten, aber in Wirklichkeit war sie bei Marion gewesen.

»Die Brüche an ihren Armen sind gut verheilt«, haue sie gesagt. Oder: »Die Narbe in ihrem Gesicht sieht man kaum noch.«

Ein andermal hatte sie sogar lächeln können. »Marions Haare sind schön geworden, viele kleine Kringel. Den ganzen Kopf voll.« Und dann waren ihre Augen plötzlich in Tränen geschwommen.

Wie auf Verabredung hatten sie einander Fragen und Antworten über Marion am Gesicht abgelesen. Kein Wort war über Marions Gehirnquetschung und tiefe Bewußtiosigkeit zwischen ihnen gefallen. Nicht nach diesem einen einzigen Mal vor knapp zwei Monaten, als Jesobels Augenbinde entfernt werden konnte und das grellweiße Licht des Tages trotz der Verdunkelung der Fenster in ihrem Kopf zu explodieren schien.

Damals war ihre erste Bitte gewesen, Marion sehen zu dürfen. Die Mutter war schneeweiß geworden bis in die Lippen und hatte sich an Vaters Arm geklammert, mit dem er Jesobel an sich gedrückt hielt. Hilfesuchend war ihr Blick zu Dr. Mühlendorff geirrt, der Jesobels Augenbinde wie in Zeitlupe in seine Kitteltasche geschoben hatte.

»Ist sie - ist sie tot?« hatte Jesobel geschrien. Dr. Mühlendorff hatte den Kopf geschüttelt, sie sanft, aber bestimmt in ihr Kissen zurückgedrückt und Schwester Annette bezeigt, die Übergardinen wieder zuzuziehen. »Du darfst dich nicht aufregen. Das schadet deinen Augen. Marion geht es den Umständen entsprechend gut. Beruhige dich.«

Doch Jesobel hatte sich nicht beruhigt. »Ich will zu ihr. Wo ist sie? Was habt ihr mit ihr gemacht?« hatte sie zwischen vergeblichen Versuchen, aus dem Bett zu springen, immer wieder hervorgestoßen.

Schwester Annette und der Vater hatten sie schließlich festhalten müssen, bis Dr. Mühlendorff seine Injektionsspritze aufgezogen hatte.

»Ich gebe dir jetzt eine kleine Spritze«, hatte er gemurmelt, und Jesobel hatte geglaubt, Mitleid aus seiner Stimme zu hören. »Du wirst sehen, wenn du aufwachst, ist alles schon viel besser.«

»Bitte, Herr Doktor, ich will wissen, was mit ihr ist!« hatte Jesobel wiederholt, während das Krankenzimmer, das Bett und die Gesichter der Menschen um sie herum zu kreisen begannen, ehe sie in einem brausenden Wirbel vollends abdrifteten.

»Wir können ihr doch jetzt, in ihrem Zustand, nicht sagen, daß Marions Gehirn zu schwer verletzt ist und nicht mehr gesund wird«, hatte sie leise, unendlich fern die Stimme ihrer Mutter und das Murmeln des Vaters vernommen. Dann nichts mehr.

Als Jesobel Stunden später ins Bewußtsein zurückgedämmert war, hatte sie einen frischen Verband über den Augen. Ein Hauch von Helligkeit hatte durch ihre geschlossenen Lider geschimmert, und ihre tastenden Finger hatten das glatte Tuch der schwarzen Schutzbinde vermißt. Vielleicht war es dieser Lichtschein, der Jesobel mit unerbittlicher Klarheit bewußt gemacht hatte, daß ihre Erinnerung kein Traum, kein Alptraum gewesen war, sondern daß sie die Worte der Mutter wirklich gehört hatte. Jäh begriff sie, daß Marion nie mehr die Marion von früher sein würde. Daß sie niemals wieder ausgelassen herumtoben konnte, sich vom Wind schieben lassen und dabei singen. Nie mehr würde ihr nervtötendes Klavierüben Jesobels Telefonflirt mit Frederic stören. Nie mehr auch würde sie mit Oma Charleston üben oder mit Pippin, dem Kleinen, Gassi gehen, wenn sie keine Lust auf Hausaufgaben hatte. Es dauerte eine geraume Zeit, bis Jesobel die Ungeheuerlichkeit ihrer Gedanken erfaßte.

Behindert! Sie entsann sich der kleinen Leonore aus dem Nachbarort, die mit acht oder neun Jahren vom Pferd gestürzt war und seither im Rollstuhl saß. Würde Marion von nun an auch so geschoben werden müssen? Würde sie ohne fremde Hilfe nichts mehr tun können? Und wenn niemand Zeit hätte oder Lust, ihr zu helfen? Jesobel ballte die Fäuste und knirschte mit den Zähnen, um nicht zu weinen.

Behindert! Vielleicht müßten sie Marion in ein Heim geben? Vielleicht wäre ja sogar ein Rollstuhl zuviel für sie? Vielleicht würde sie nur noch liegen können und sonst gar nichts mehr.

Jesobel hatte an ihr Elternhaus denken müssen mit der engen, steilen Treppe. Marions Zimmer klebte wie ein Schwalbennest im Spitzgiebel des zweihundert Jahre alten Fachwerks. Ob Marion sich wohl erinnern würde, daß sie sich Flügel gewünscht hatte. Schwalbenflügel?

»Warum habe ich sie nur mitgenommen?« hatte Jesobel am Ende aller Gedanken entsetzt geflüstert und nicht gewußt, wie sie mit dieser Frage jemals fertig werden sollte.

In den folgenden Wochen hatte sie Hoffnung in sich gezüchtet, um nicht an der Hoffnungslosigkeit zu ersticken. Jeden Wortfetzen hatte sie begierig aufgesogen, wenn Patienten und Besucher im Korridor sprachen. Daß Ärzte nicht alles wissen, auch mal falsch entscheiden können, haue ihr die Kraft dafür ge- schenkt.

Warum sollten sich die Mediziner nicht auch bei Marion irren? Sie war doch immer stark und eigensinnig gewesen. Nie und nimmermehr würden ihr Körper und Geist aufgeben. Die heilen Gehirnzellen würden die Funktion der geschädigten übernehmen. Wahrscheinlich würde es lange dauern, aber dann ... Es konnte, es durfte nur eine Frage der Zeit sein, eine Geduldsprobe.

Das Dröhnen und Hämmern in Jesobels Kopf war oft kaum noch zu ertragen gewesen. Aber sie hatte sich nichts anmerken lassen. Das bißchen Kopfweh, was war denn das schon gegen Marion?

»Lieber Gott«, hatte Jesobel immer wieder lautlos gebetet und alle Energie in diese Worte gelegt, bis sie glaubte, Gott durch einen Tunnel der Kraft fassen zukönnen. »Lieber Gott, laß sie morgen aufwachen, laß sie gesund werden. Nimm meine Augen dafür, wenn du willst. In Jesu Christi Namen. Amen.«

Zuerst hatte sie wirklich nur vergessen, ihre Tabletten einzunehmen, die ihr abends zum Einschlafen gebracht wurden. Doch plötzlich war es ihr wie ein Zeichen erschienen, daß dies der einzige Weg wäre, ihre Schuld an Marion gutzumachen. Wie oft hatten sie in guten Tagen darüber gesprochen, daß das Leben nur einen Sinn habe, wenn es eine Wiedergeburt gäbe.

»Man wird geboren, um zu lernen und immer vollkommener zu werden.« Jesobel schien Marions Stimme ganz nah. »Jedesmal lernst du irgend etwas, was du in deinem letzten Leben noch nicht kapiert hast.«

»Dann wäre es ja im Grund total verkehrt, wenn die Ärzte einen künstlich am Leben erhalten«, hörte Jesobel sich wie damals erwidern.

Und Marion hatte geantwortet: »Außer, du kannst wieder gesund werden und weiterleben, so ganz richtig, verstehst du. Wenn ich zum Beispiel krank würde oder so und nichts mehr merken könnte, wäre ich lieber tot. In einem anderen Leben hätte ich dann ja die Chance, noch mal anzufangen. Und ich würde mir euch bestimmt wieder als meine Familie aussuchen. Dann müßte Mutti nochmals ein Baby bekommen.Das wäre dann ich. Und niemand außer dir würde es wissen. Wäre das nicht herrlich?«

Ein Buchzitat war Jesobel eingefallen, als habe es in einer Schublade ihres Gehirns bereitgelegen, um per Sensordruck selbst des flüchtigsten Gedankenfingers abgerufen zu werden. Es hieß darin, die Seele einer tödlich im Straßenverkehr Verunglückten habe sich, wie ein Gasbaiion aufsteigend, aus der Körperhülle gelöst und, über allem schwebend, den eigenen Leib betrachtet, freudig, seine Fessel abgestreift zu haben.

Jesobels Dose mit den Veilchenpastillen hatte sich allmählich mit Schlaftabletten gefüllt. Manchmal hatte sie es nicht über sich bringen können, die Pillen auf dem ihr zugedachten Tablett mit nett angerichteten Speisen auch nur anzurühren. Dann waren sie ihr eklig erschienen, wie die weiß verquollenen Augäpfel eines toten Fisches. Und der Gedanke, daß sie Marions Tod in sich trügen, hatte Jesobels Seele ein Stachelkleid angelegt.

Stundenlang hatte sie an solchen Abenden wachliegen können, gemartert von Gewissensbissen in der einen wie auch der anderen Richtung. Da war die Angst gewesen, Unwiederbringliches zu verschenken, wenn die Pillen ungenutzt blieben. Aber auch die Angst, Dr. Mühlendorff werde ihr einfach keine neuen mehr zugestehen, sie für unnötig erklären, ihr auftragen, das bißchen Schmerzen endlich ohne Hilfsmittel ertragen zu lernen. Und da war diese entsetzliche Bezeichnung für das, was Jesobel plante: Mord.

Oder war es kein Mord, einen Menschen, den man liebte, zu töten, weil man wußte, er würde es selbst tun, wenn er nur dazu imstande wäre?
Aber wußte sie es denn?

Und wieder waren die Szenen aus der Erinnerung aufgestiegen. Marion, mit dem Rücken an die warme Heizung gelehnt, die Beine im Schneidersitz verschränkt. Vor ihr der dampfende Teepott, in dessen rotbrauner Neige sie selbstvergessen mit dem Kandiszuckerstäbchen rührte; rundum und rundum. »Ich möchte kein halbes Leben. Ich will alles, alles, alles.« Den Kopf hatte sie in den Nacken geworfen und gelacht. »Ich will schön sein, Jessie, berühmt und reich. Alle Männer sollen sich nach mir den Hals verrenken. Aber nehmen will ich nur einen wie Paps, einen, der mich schon geliebt hat, als ich noch ein Kind war. Mama sagt, das hat er; sie geliebt, als er noch gar nicht wußte, was das ist. Liebe. Weißt du es, Jessie?« Es war vorgekommen an eben solchen Abenden, daß die Verstand-Jesobel sich mit keiner einzigen Erklärung der Herz-Jesobel zufriedengeben konnte. Einmal hatte sie die Dose mit all den gesammelten Todesboten in eine Ecke schmeißen müssen und war doch sogleich auf den Knien hinterhergerutscht, sie einzusammeln, säuberlich Stück für Stück, verzweifelt über die eine verirrte Pille ganz hinten, unerreichbar, unter dem Schrank. Und doch hatte sich Jesobels Dose weiter gefüllt.

Daß die Mutter an diesem letzten entscheidenden Nachmittag verändert war, hatte Jesobel sofort gespürt. Es schien, als habe die Zeit ihrer Blindheit den Ohren Augen aufgesetzt oder Antennen, die kleinste Abweichungen von vertrauten Geräuschen und Gefühlsströmen registrierten.

»Ist etwas mit Marion?« hatte Jesobel schließlich gefragt, da sie das Schweigen nicht mehr ertrug. Die Mutter hatte ihre Handtasche umklammert, als könne sie daran Halt finden. Endlich ihre Stimme, rauh und nervös: »Sie ist heute morgen aufgewacht. Aber sie erkennt Papa und mich nicht mehr. Sie liegt nur da. Und wenn die Apparate nicht wären, wüßten wir nicht einmal, daß sie jetzt wach ist.« »Vielleicht erkennt sie mich?« hatte Jesobel gerufen und nach der dunklen Brille gegriffen, die sie immer aufsetzen mußte, sobald sie das angenehme Halbdunkel ihres Zimmers verlassen wollte. »Darf ich es nicht wenigstens versuchen, Mutti, bitte?« Dr. Mühlendorff war wie bestellt auf der Türschwelle erschienen. »Du müßtest sehr behutsam sein«, hatte er gesagt. »Wir wissen nicht, ob sie etwas begreift. Aber wir wissen, daß die unverletzten und weniger geschädigten Teile ihres Gehirns funktionieren. Jede große Aufregung könnte schaden. Andererseits könnte vielleicht auch eine Schockwirkung oder eine ähnliche außerordentliche innere Bewegung helfen. Wir müssen es versuchen, uns bleibt keine andere Wahl. Mit deiner Hilfe, wenn du willst.«

Jesobel war dankbar für den Schutzwall ihrer Brillengläser gewesen. Aber sie wäre über glühende Kohlen gelaufen, um Marion beizustehen.

Im Laufe der Wochen, die Jesobel im Krankenhaus verbracht hatte, war der Rhythmus der herrschenden Ameisengeschäftigkeit auf sie übergesprungen. Apparate, Infusionsständer und Tropfflaschen, das immerwährende Ticken, Pfeifen, Brausen, Pumpen unterschiedlichster Geräte oder das Klirren eines Instrumentenwagens, ja, selbst die raschen, huschenden Schritte des Personals auf den gewachsten Böden, gedämpftes Tellerklappern, Löffelklirren - alles mischte sich zu einer eigenartigen unverwechselbaren Kulisse. Jesobel hatte sich wie in einem Sog davon mitgerissen und zugleich getragen gefühlt. Erst vor Marions Tür waren ihre Knie wie im Schüttelfrost aneinandergeschlagen.

»Fertig?« hatte Dr. Mühlendorff aufmunternd gefragt und kurz ihre Schulter gedrückt.

Marion hatte seltsam klein und eingesunken in ihrem Krankenhausbett gelegen. Nadeln mit Schläuchen dran steckten in ihren Handrücken, in den Ellenbogenbeugen. Kabel führten vom Kopf zu einer Apparatur, die Wellenlinien aufzeichnete. Das rechte Bein hing in einer Schlinge schräg zur Decke hoch. Unter der Zudecke führte der Schlauch des Blasenkatheters zu einem Beutelchen, das an einem Haken des Bettgestells baumelte.

»Hallo!« hatte Jesobel gesagt, aber mehr als ein leises Atemzischen war nicht dabei herausgekommen.

Innerlich war sie längst auf Marion zugerannt, hatte sie umarmt und geküßt. Tatsächlich schoben sich ihre Füße nur millimeterweise voran.

Wie in Trance legte Jesobel die Hand auf Marions Stirn und spürte mit erschrocken aufschießender Freude deren Wärme. Ihre Angst brach auf und setzte Worte frei, die aus den tiefsten Tiefen der Seele quollen und in Marion eine Saite anzurühren schienen, die alle gesprungen fürchteten. Ein Zucken überlief die geschlossenen Augenlider der Kranken. Zitternd überschatteten die Wimpern die Wangenbögen, um urplötzlich aufzuschlagen, riesig-weit und grell das Weiß der rotdurchzogenen Augäpfel. Von unendlich fern schien Leben in Marions Blick zu fließen, bis er sich mühsam auf Jesobel auszurichten begann. Etwas wie ein Lächeln glänzte flüchtig darin auf, ehe die Pupillen erneut ins Endlose abglitten, sich die Lider senkten, schlossen.

Dr. Mühlendorff hatte Jesobel mit sich fortgezogen und geduldig abgewartet, wie Mutter und Tochter einander vor der Tür umarmten. »Sie hat dich erkannt«, hatte die Mutter endlich geflüstert und sich ihrer Freudentränen nicht geschämt. Hinter Jesobels Stirn aber hatten die Gedanken zu rasen begonnen. Ihre kunstvollen Kartenhäuser der Hoffnung hatten der Wirklichkeit nicht standgehalten. Ein flüchtiger Glanz in Marions Augen - das war es nicht, was sie ersehnt hatte. Und Mutters selige Genügsamkeit war nicht die ihre. Mit Feuerbuchstaben schien ihr Gefühl nun dem Verstand einzubrennen, daß sie Marion aus diesem Dämmerzustand zu einem neuen Leben erretten mußte. Die Würfel waren gefallen, überschritten der Rubikon verzweifelt zweifelnder Fragen.

An Jesobel war es, an ihr ganz allein, zu entscheiden, wie dies geschehen müsse - und zu handeln. Wie anders sollte sie sich sonst erklären, warum ausgerechnet sie es sein mußte, die gegen den Willen der Eltern erstritten hatte, daß Marion auf diese Fahrradtour mitkam, mit der alles angefangen hatte?

Und so hatte sie ihren Wecker auf fünf Minuten vor Mitternacht gestellt und zu warten begonnen. Sie hatte die Angst abgestreift und auch die Zweifel. Jeder Schritt war sorgfältig überdacht. Die Veilchenpastillendose drückte beruhigend durch den Stoff ihres Morgenmantels. Alles war bereit, und dennoch erschrak Jesobel bis ins Herz, als der schrille Alarmton des Weckers die Stille durchriß.