Anmerkungen auf den Konkret-Artikel
[http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=menshealth&jahr=2004&mon=02]
5. 3. 2004
von Thomas Martin
Als einer der letztvorhandenen Gründer von Väteraufbruch muss ich mich nur
wundern, was dieser heute politisch schlechtgeführte und unfachlich beratene
Verein für Reaktionen bei ebenfalls untherapierter Journalie auslösen kann.
- Historisch von den Fakten schlicht unzutreffend - die Gründung war VOR 1989 und in Köln - und politisch wirr. Hätte der Herr die alten Kämpen befragt, wäre er wohl schlauer aber ohne Lieblingsinterpretation gewesen. Die Gründerväter waren politisch schlauer und in ihren Handlungen
weitreichender, besser fachlich ausgebildet und menschlich und psychisch reifer als die heutige Führung dieses Vereins. Aber das wollte der Autor wohl auch garnicht herausfinden bzw. prüfen.
- Als es dann zum nicht voraussehbaren Zusammenbruch der DDR kam bildete sich dort sofort ein Eltern-/Väter-Verein der durch das gleiche preussische Recht entrechteten und von ihren Kindern abgeschnittenen Nichtehelichen Vätern und Nichtsorgeberechtigten Eltern. Juni 1991 kam es am Brandenburger Tor zum Treffen von ISK-Mitgliedern (Initiative Streitfall Kind - DDR) und
Väteraufbruch. In der Folge kam es zu gemeinsamen Abkommen und Zusammenarbeit.
Da dies dem Autor wohl nicht bekannt war und vermutlich nur zur grundsätzlichen Neubetrachtung der politischen Folgerungen seines Artikels führen würde verzichte ich auf weitere Informationen, die historisch für die sehr ÄHNLICHE FamilienrechtsPRAXIS beider deutscher StaatsFÜHRUNGEN einiges
an Fragen aufwerfen würde.
- Aber WER interessiert sich HEUTE schon für einen grundsätzlich ergebnisoffenen Familiendiskurs und . Weder die Feministinnen, noch die organisierten Väter noch die ideologisch/wirtschaftlich gebundene Presse.
Die Kirchen - vor allem die katholische - schützen vor allem anderen die HEILIGE Ehe (bei Scheidung wird bestraft und keine Hilfen zur Reorganisation der Familienbeziehungen angeboten) und das ungeborene Leben (die LEBENDIGE Bindung der Kinder zu beiden Eltern kommt in der Praxis nicht vor). Der Staat bestraft genauso die Auflösung des Familienverbandes und das zudem auch noch finanziell. Von einer effektiven gesellschaftlichen Unterstützung von zusammen- und getrennt-lebenden Eltern und Kindern kann man in Deutschland auch heute nicht sprechen. Zu Zeiten der DDR gab es wenigstens eine Hort- und KiTa-Unterbring der Kinder zu 94%. Heute versucht man im
wiederverinigten D. einen kleinen Abklatsch davon als neue Erfindung zu verkaufen. Werbung für kommende Wahlen. Wer aber von 7 - 17.30 Uhr Arbeiten muss, der hat Pech, da die dafür notwendigen Öffdnungszeiten nirgends vorhanden sind.
Die Farbsortierung der Parteien hilft in Sachen Familienpolitik als Orientierung für die objektiven und subjektiven Interessen von Kindern und Eltern auch nicht weiter. Die Spaltung in dieser Hinsicht geht quer durch ALLE Parteien.
Mit freundlichen Grüssen
Thomas Martin
|