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Leseprobe |
Vater werden -
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1. Warum Mütter Väterberaterinnen sindMöchten Sie wissen, wie ich ausgerechnet Väterberaterin wurde? «Oh», sagte mein Mann bei diesem Anblick überrascht und kickte die Schuhe von den Füßen, weil er nach einem langen Tag im Labor keine Sekunde damit verschwendete, sich nach den Schnürsenkeln zu bücken. «Oh, kriegen wir etwa Besuch?» «Nein», sagte ich, «aber ein Kind.» «Ein Kind?», rief mein Mann und schaute mich staunend an. «Klasse! Aber man sieht ja noch gar nichts.» Mütter wissen, was Väter ihnen glauben müssenZu allen Zeiten waren Männer auf Informationen der Mutter angewiesen, wenn sie Vater wurden. Denn bis heute wissen nur Mütter ganz genau und spontan aus sich selbst heraus, welcher Elternteil ihres Kindes garantiert feststeht: sie selbst. Wer der Vater des Kindes ist, wissen Mütter nur dann ebenso sicher, wenn sie dauerhaft eine exklusive sexuelle Beziehung mit einem bestimmten Mann leben oder zum Zeitpunkt der biologisch möglichen Empfängnis mit nur einem bestimmten Mann verkehrten bzw. künstlich mit seinem Samen befruchtet wurden. Nur bei einem entsprechend bunten Sexualverkehr kann sich die Mutter der Vaterschaft nicht sicher sein. Männer wissen hingegen immer nur, dass und wann sie mit einer Frau Sexualverkehr hatten. Und manchmal erinnern sie sich nicht einmal mehr daran. Ob sie in diesen Augenblicken tatsächlich ein Kind zeugten, bewirkt an ihnen keine körperliche Veränderung. Für die Vaterschaft bedarf es stets der Fremdbestätigung. Ebenso wenig sicher weiß ein Mann, ob das Kind, welches die Frau erwartet, mit der er sexuell verkehrte, wirklich sein leibliches Kind ist. Seine Sicherheit basiert zunächst auf dem Vertrauen in die Frau, die ihm mitteilt, von ihm schwanger zu sein. Mangelt es an diesem Vertrauen, kann nur ein genetischer Test die Vaterschaft beweisen. Aus diesem Grund sind Mütter seit Beginn der Fortpflanzungsgeschichte die ersten und wichtigsten Väterberaterinnen. |
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