Buchbesprechungen

"Wer sind die Täter?
Die andere Seite des Kindesmißbrauchs"

Sexueller Kindesmissbrauch: Wer sind die Täter?

Karin Jäckel und Thomas Jonigk,
Vom Buch zum Theater-Drama

Eine Analyse von Katharina Kröger
Alle Rechte bei K.Kröger


1. Einleitung

Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ist ein Gesellschaftsproblem. 1 Es ist ein Problem, das immer noch tabuisiert wird, dem sich immer noch viele Menschen verschließen und das durch verschweigen immer noch schlimmer wird. Kinder und Jugendliche sind Opfer, werden jedoch im Justizapparat zu Tätern gemacht. Zum einen durch den Umgang mit ihnen, zum anderen durch die Strafen, die den Tätern auferlegt werden. Die Täter werden Opfer und die Opfer werden zu Tätern gemacht. Allein diese Tatsache hemmt schon viele Opfer, einen Missbrauch überhaupt zur Anzeige zu bringen. Das zweite Problem ist, dass Missbrauch nicht in einem dunklen Park von einem Fremden verübt wird, sondern dass es in den meisten Fällen Verwandte und Bekannte sind, die ihre eigenen Kinder, Nichten, Cousinen oder Enkel missbrauchen. Durch die Familie wird der Missbrauch gedeckt, es kommt eher selten zu Anzeigen. Dies hat zur Folge, dass man nur Schätzungen angeben kann, wie viele Kinder jedes Jahr missbraucht werden. Niemand kennt die realen Zahlen, weiß, wie viele Kinder jeden Tag leiden müssen und nicht wissen wann der "Horror" einmal zu Ende ist. Auch wissen sie nie, wie es weitergehen soll, wie sie selber ein normales Leben und eine Partnerschaft führen sollen. Die Gesellschaft schließt vor diesen Dingen die Augen und möchte nichts darüber wissen. Außerdem "passiert so etwas doch sowieso nur weit weg von uns". "Jemand der so etwas tut ist ja ein Tier, ein Psycho, nicht normal ". Dass auch diese Aussage so nicht stimmt, versucht Karin Jäckel in ihrem Buch zu zeigen. Karin Jäckel will mit ihrem Buch auf das Problem des Missbrauch aufmerksam machen, mit Vorurteilen aufräumen und zeigen, dass man nicht alle Täter gleich behandeln darf, aber auch, dass man den Opfern helfen muss, später ein normales Leben führen zu können, was ihnen aufgrund ihrer schlimmen Situation sehr schwer fällt, denn die Qualen werden nicht nur durch den Täter ausgelöst, sondern auch durch Mittäter und die ganze Situation, das ganze Umfeld.
Ich widme dieses Buch Monika B.- Möge sie ihre Kindheit und Jugend im Schatten des sexuellen Missbrauchs durch ihren Großvater, ihren Vater, ihre Mutter, ihre noch lebenden Brüder und durch sogenannte Freunde der Familie endgültig überwinden. Und möge ihr Beispiel auch weiterhin all denen, die wie sie Gewalt erleiden und erlitten haben, Mut machen, das Leben dennoch lieb zu behalten.2
Dieses Buch und die darin geschilderten Erfahrungen von Betroffenen bilden die Grundlage für das Theaterstück "Täter", das von Thomas Jonigk geschrieben wurde. In dem Theaterstück werden die Probleme in überspitzer Form dargestellt, in einer sehr primitiven/obszönen und herausfordernder Sprache. Die Zusammenhänge und die Überschneidungen zwischen dem Buch und dem Theaterstück sollen anhand wichtiger Aspekte dieser Thematik, die im Aufbau von Karin Jäckels Ratgeber zu erkennen sind, in der folgenden Arbeit herausgestellt werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mehr mit den inhaltlichen Aspekten und weniger mit der Textstruktur des Buches bzw. des Theaterstückes, d.h. das ein formaler Vergleich von Sachbuch und Ratgeber bei K. Jäckel und dem Drama bei Th. Jonigk nicht angestellt wird.

2. Über Thomas Jonigk

Thomas Jonigk wurde 1966 in Eckernförde geboren und studierte später Mediävistik, deutsche Literatur und Theaterwissenschaften in Berlin. Nach seinem Studium arbeitete er an verschiedenen Stadt- und Staatstheatern und ist seit 1991 Theater- , Hörspiel- und Romanautor. 1993 erhielt er den Preis der Frankfurter Autorenstiftung und 1995 den Stücke-Förderpreis des Goethe-Instituts für sein Stück "Du sollst mir Enkel schenken". Von 1997 - 1999 arbeitete Thomas Jonigk als Chefdramaturg am Schauspielhaus Wien, seit 2000 arbeitet er als freischaffender Autor in Berlin. In seinen ersten drei Stücken "Von blutroten Sonnen", "Rottweiler" und "Du sollst mir Enkel schenken" beschreibt Jonigk anhand starker Chauvinismen das Leben von Mann und Frau, in dem die Männer nur "an Geschlechtsverkehr und Krieg denken und die Frauen die Familie mit schraubstockartiger Zuneigung ihre Familien terrorisieren".3 Das Theaterstück "Täter" beschäftigt sich auch mit der Familie, konkreter mit dem Missbrauch an Kindern in der Familie, ist aber in seiner Art und Weise sehr differenziert zu den vorherigen Stücken zu betrachten.

3. Das Stück "Täter"

In dem Stück "Täter" beschreibt Thomas Jonigk auf der einen Seite eine "normale" Familie, die aus dem Vater, der Tochter und der Mutter besteht und zum anderen eine Mutter (Ärztin), die mit ihrem Sohn zusammenlebt. Die Hauptbeteiligten wohnen in einer typischen kleinbürgerlichen Siedlung einer deutschen Stadt. Das Stück beginnt mit der Szene, dass der Vater sich an der Tochter vergeht, die aussichtslos versucht sich verbal zu befreien, während die Mutter einige Schritte entfernt die Wohnung reinigt. Im weiteren Verlauf des Stückes wird durch Gespräche und detaillierte Beschreibungen deutlich, dass Missbrauch ein Thema für viele handelnde Personen ist, die teilweise nur darüber reden, wie schrecklich Missbrauch ist, auf der anderen Seite aber selber Täter sind. Die Opfer werden in dem Stück durch die Täter in die Rolle der Schuldigen gedrängt, so dass ein Rollenwechsel inszeniert wird. Das Stück gipfelt in der Tatsache, dass die Opfer (ein Junge und ein Mädchen) diese Rolle übernehmen und sich selber umbringen wollen. Ein weiteres Tabu, das Jonigk aufgreift, ist der Missbrauch an Säuglingen, der in dem Stück geschildert wird.
Das ganze Stück ist äußerst radikal und vernichtend (auch gegenüber der Gesellschaft) geschrieben, vor allem auch, da es sehr detailliert den Missbrauch und die Vorgehensweise der Täter darstellt. Zugleich gilt es aber als "das klügste, zarteste, sprachwütigste und optimistischste Stück, das jemals zum Thema Inzest geschrieben wurde".4 Welchen Anspruch das Stück stellt, kann hier leider nicht eindeutig geklärt werden, da keinerlei Aussagen dazu vorliegen. Dies wäre für den Vergleich jedoch sinnvoll zu wissen gewesen, obwohl die Intentionen und die Ansprüche in der heutigen Literaturforschung nur noch eine sekundäre Bedeutung haben. Jedoch lässt sich auf Grund der früheren Stücke darauf schließen, dass Thomas Jonigk auch hier die Schwachstellen bzw. die dunklen Seiten des sonst meist positiv dargestellten Familienlebens aufzeigen wollte, anhand eines Tabus (wie auch in früheren Werken) in unserer Gesellschaft. Aufgrund der Brisanz, der Unwissenheit vieler Menschen über sexuellen Missbrauch und der hohen Zahl der Opfer in unserer Gesellschaft, hat er sich auf das Buch von Karin Jäckel berufen, die in der Thematik des sexuellen Missbrauchs sehr engagiert arbeitet und viele Erfahrungen hat. Dies gibt dem Stück die Realität und zeigt, dass man nicht nur eine Geschichte zu sehen /lesen bekommt, sondern dass dahinter tatsächlich eine Wahrheit steckt, die nur etwas übertrieben und "gerafft" dargestellt wird.

4. Über Karin Jäckel

Karin Jäckel wurde 1948 geboren und lebt in Oberkirch im Schwarzwald. Sie studierte Sprecherziehung, Germanistik und Kunstgeschichte und promovierte 1975. Sie ist selber Mutter von drei Söhnen und "kann nicht verstehen, wie man sich an Kindern vergreifen kann"5, wodurch sie den Anstoß für ihre Arbeit erhielt. Karin Jäckel ist seit 1970 freie Mitarbeiterin bei verschiedene Jugend- und Tageszeitschriften und Fernsehsendern, wodurch einige ihrer Kontakte zu missbrauchten Opfern zustande kamen, was sie auch in ihrem Buch darstellt.6 Im Jahr 1982 veröffentlichte Karin Jäckel ihr erstes Kinderbuch und seit 1986 kamen verschiedene sozialkritische Bücher für Erwachsene hinzu. Bis 2001 hat Karin Jäckel 69 Kinder- und Jugendbücher und Ratgeber veröffentlicht. In fast allen Büchern liegen ihre Schwerpunkte auf den Kindern und Familien im Alltag, in Lebenskrisen und vor Gericht und in der Politik. Ihre Zielsetzung dabei ist, die Positionen von Kindern und Jugendlichen zu stärken und Denkanstöße zur individuellen und gesellschaftlichen Veränderung zu geben.
Karin Jäckel unterhält eine eigene Internet-Seite, auf der es Kindern und Jugendlichen ermöglicht wird Kontakt zu ihr aufzunehmen und Fragen zu stellen, ihr Probleme mitzuteilen.7 Karin Jäckel hat sich ausführlich mit den Themen, die sie aufgreift, beschäftigt und kann Hilfestellungen in den unterschiedlichsten Richtungen geben. Sie kennt sich gut in Rechtsfragen bezogen auf Kinder aus und ist psychologisch geschult. Dies merkt man besonders, wenn sie auf die verschiedenen Einträge in ihrem Kummerkasten antwortet, und an der Liste der Organisationen, in denen sie Mitglied ist.
Karin Jäckel ist ein Mensch, der sich sehr intensiv mit den ihr zugetragenen Problemen beschäftigt und immer auf der Suche nach einem Ausweg ist, wobei sie sich selber dabei nie aus den Augen verliert und immer offen und ehrlich mit den Menschen umgeht, die sich ihr anvertrauen.8
Neben ihrer Autoren-Tätigkeit hält Frau Jäckel auch immer wieder Lesungen, in denen sie aus ihren unterschiedlichen Büchern zum Thema Kindesmissbrauch vorliest und anschließend mit den Hörern diskutiert. Während der Diskussion werden einzelne Aspekte diskutiert, aber sie gibt auch Hilfestellungen und die Möglichkeit, nach der Lesung persönlich mit ihr zu reden, ihr Probleme mitzuteilen.9

5. Komm, mein liebes Rotkäppchen - Eine kurze Übersicht

Das Thema des Werkes von Karin Jäckel ist der Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Das Werk ist als eine Art Sachbuch und Ratgeber zu verstehen, da es sich nicht um eine Fallbeschreibung oder eine einseitige Darstellung handelt. Karin Jäckel verarbeitet in ihrem Buch verschiedene Fälle, die ihr im Laufe der Zeit durch Betroffene näher gebracht wurden. Das Buch versucht eine ganzheitliche Schilderung des Themas, in Bezug auf die Darstellung der Täter- und der Opferseiten.
Über das Märchen von Rotkäppchen wird direkt in das Thema eingeführt, da dieses Märchen als Auslöser für die Schilderung eines Kindergartenkindes von ihrem Missbrauch durch den Vater benutzt wird. In dieser "Einleitung" wird die Tat im einzelnen, die Situation des Erzählens durch das Mädchen, das Verhalten des Vaters, die Auswirkungen des Missbrauchs und auch das Einschreiten der Erzieherinnen, sowie die Flucht des Vaters mit dem Mädchen aus Angst vor der drohenden Entdeckung und der darauf folgenden Strafe beschrieben. Genau diese Aspekte behandeln die verschiedenen Elemente des Buches nun im Einzelnen. Es wird erst die Frage geklärt, was Missbrauch ist, dann wird die Seite der Opfer (was geschieht ihnen, wie fühlten sie sich und wie geht das Leben weiter), die Seite der Täter, die Pädophilie, die Schuld der Mittäter, Urteile und die Rolle der Gesetze dargestellt. Es werden in den einzelnen Abschnitten dazu immer wieder Meinungen Betroffener, der Autorin und anderer Personen (Fachleute) dargestellt und gegebenfalls auch kritisch hinterfragt. Ebenso berichtet die Autorin immer wieder aus Erfahrungen, die sie in ihrem Leben bisher mit Betroffenen gemacht hat.
Am Ende werden noch einmal alle wichtigen Elemente, die eine Rolle spielen, die man beachten muss, wenn man sich selber eine Meinung über das Thema bilden will anhand eines Fallbeispieles verdeutlicht. Dies erfolgt ähnlich wie in dem Anfangskapitel, nur dass es sich diesmal um eine direkte Erfahrung der Autorin mit einem Betroffenen handelt und das es diesmal nicht das Opfer, sondern der Täter ist.

6. Der Bezug von Karin Jäckels Buch und Thomas Jonigks Theaterstück

Der Bezug zwischen Karin Jäckels Buch und Thomas Jonigks Theaterstück soll im folgenden hauptsächlich anhand der schon genannten Punkte in Punkt 3.1 behandelt werden. Diese Punkte werden hervorgehoben, da es sich im ganzen um eine Fülle von Aspekten handelt (ca. 10), die hier nicht alle besprochen werden können und zum anderen, da es sich bei den Aspekten um die Probleme handelt, die im Stück "Täter" am deutlichsten umgesetzt werden und die in der Realität am schlimmsten für die Betroffenen sind und durch ihre sprachliche Überspitzung in dem Stück diesem die Authentizität verleihen. Hinzugefügt werden soll noch an erster Stelle der Punkt, was sexueller Missbrauch überhaupt ist und wer die Täter sind, da dies eine zentrale Frage in dem Buch von K. Jäckel ist, die im Theaterstück aufgegriffen wird.
Vorangestellt sei noch im allgemeinen die Bemerkung, dass es in dem Stück sehr viele direkte Anspielungen auf die Vorlage von Karin Jäckel gibt und dass auch einige Passagen direkt (teilweise wortwörtlich) übernommen wurden.
Das Buch "Komm mein liebes Rotkäppchen" (es hat seinen Titel aufgrund der im ersten Kapitel dargestellten Fallbeschreibung) befasst sich anfänglich mit der Frage , wer denn überhaupt die Täter, wer die Opfer sind, um mit dem weitverbreiteten Vorurteil aufzuräumen, das die Täter meist aus einer unteren Sozialschicht sind, den Opfern fremd und dass es meistens Männer sind, die sich an Mädchen/Frauen vergreifen. Die Autorin schließt diese Punkte auf keinen Fall aus, zeigt aber auf, dass meistens diese Konstellation nicht zutreffend ist (S. 44/45). Sie führt dafür auch Beweise an, ebenso wie sie Ursachen für dieses Vorurteil nennt. Da dies jedoch nicht Bestandteil des Theaterstückes ist, wird hier nicht näher darauf eingegangen.
Karin Jäckel beschreibt in ihrem Buch Fälle, die ihr persönlich bekannt sind, in denen sowohl Männer, als auch Frauen die Täter und Mädchen als auch Jungen die Opfer sind. Außerdem stammen die Täter aus dem direkten Bezugsfeld der Opfer und entstammen einer höheren sozialen Schicht. So sind die Täter Ärzte, Richter und Beamte.10
Thomas Jonigk greift diese Profile auf, denn alle seine Täter stammen aus der Familie und sind angesehene Menschen. Auch stellt er die These von Karin Jäckel , dass sexueller Missbrauch überall passieren kann, dar, denn sein "Drama" spielt in einer kleinen Siedlung in irgendeiner Stadt, je nach Aufführungsort (s. 3.1). Die erste Anlehnung an K. Jäckels Buch geschieht sofort am Anfang des Stücks, auch wenn die näheren Umstände hier noch nicht ersichtlich sind.11
Wie sich später herausstellt vergewaltigt der Vater gerade seine Tochter, während die Mutter nebenan putzt. Der Vater ist ein anerkannter, praktizierender Tierarzt, der sehr freundlich und hilfsbereit ist.
In der vierten Szene ist eine Nachbarin des Tierarztes (Witwe eines Diplom-Ingenieurs) mit ihrem Sohn Paul bei einer Kinderärztin, da er verschiedene Verletzungen am ganzen Körper hat. Im Gespräch ergibt sich dann, das die Mutter ihren Sohn und die Kinderärztin ihre Tochter missbrauchen. Beide reden darüber und sind sich einig, dass es sich dabei nicht um etwas schlimmes handelt, da sie die Kinder lieben. ( Das bei Karin Jäckel behandelte Thema Pädophilie wird hier angesprochen, da es sich um die Misshandlung von Babys handelt, die in der nachfolgenden Szene 6 genau dargestellt wird). In diesem Gespräch wird auch der von K. Jäckel behandelte Grund, warum der Missbrauch durch Frauen weniger bekannt ist und als weniger schlimm empfunden wird aufgearbeitet.("Es stimmt, Frauen sind weniger schlimm als Männer. Männer sind grausam. Frauen missbrauchen viel menschlicher und zarter und gehen viel besser auf Kinder ein als Männer !")12 Anhand der bisher beschriebenen Personen wird die ganze Thematik des Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen dargestellt, die in immer wieder verschiedenen Konstellationen auftreten und sich in einem Gespräch zusammenfinden, wobei in den einzelnen Szenen das Thema immer der Missbrauch ist, entweder als Handlung oder im Gespräch thematisiert. Dadurch wirkt das Stück etwas übertrieben, verfehlt aber gerade deshalb seine Wirkung nicht.
Alleine in den angegebenen Szenen wird deutlich, dass es eine Vielzahl verschiedener Täter aus unterschiedlichen Milieus gibt, die im normalen, alltäglichen Leben stehen. In den Dialogen über die Misshandlungen werden oft genau die Dinge angesprochen/ausgesprochen, die K. Jäckel in ihrem Buch in Fallbeispielen darstellt. So erzählt zum Beispiel die Nachbarin Magda, wie es zum ersten Missbrauch an ihrem Sohn gekommen ist ( Szene 4), in dem eine Tüte Gummibärchen und ein Vibrator eine zentrale Rolle spielen, die in dem Buch in einem Fallbeispiel (S. 63) genauso geschildert werden.
Das erste Gespräch über Missbrauch (Szene 2) hat zum Gegenstand die aktuelle, reale Diskussion über Missbrauch und klärt im Anschluss die Frage, was denn Missbrauch ist, die in dem Stück allerdings nicht beantwortet wird, sondern so ausgelegt wird, dass jeder im Publikum direkt in die Materie und den Umgang damit gestoßen und das Thema bewusst gemacht wird. Die Einführung in das Thema erfolgt über einen Zeitungsausschnitt, der nach Angabe der Handelnden genau die Themen enthält, die Karin Jäckel in ihrem Buch behandelt. Da dieses Buch Grundlage des Stückes ist und sich (in anerkannter Form!) dieselbe Aufgabe gemacht hat wie der Zeitungsartikel, nämlich zu informieren, aufzuklären, und dadurch Fakten in das Stück eingebracht werden, liegt es nahe zu vermuten, dass mit diesem Artikel eine direkte Beziehung zu dem Buch hergestellt wird, der Artikel für das Buch steht (S. 25 im Buch).
Auch der wichtige Punkt, warum die Opfer sich nicht helfen, nicht helfen können, findet im Drama und im Buch einen Platz.
Karin Jäckel begründet dies damit, dass die Opfern von den Tätern, nicht wie alle denken, meist körperlich dazu gezwungen werden zu schweigen, emotional, psychisch unter Druck gesetzt werden. Ihnen wird damit gedroht sie in ein Heim zu geben, sie bei der Polizei anzuzeigen (womit die Opfer zu Tätern werden) oder ihnen die Liebe zu entziehen bzw. sie beim anderen Elternteil zu entlarven, was den sofortigen Liebesentzug zur Folge hätte, was den Opfern die noch einzige Bezugsperson nimmt, die sie noch haben und die ihnen Liebe gibt ohne Gegenleistung (viele Opfer setzen durch solche Situationen Liebe mit etwas gleich, für das sie eine Gegenleistung erbringen müssen). Diese Art des Unterdrucksetzens hat zur Folge, dass die Opfer nicht nur für den Moment schweigen, sondern danach immer wieder dem Täter zur Verfügung stehen. Thomas Jonigk spricht dieses Thema natürlich auch an, indem er direkt Worte aus Karin Jäckels Buch übernimmt. "Das ist unser Geheimnis. Wenn du es Mama sagst, passiert etwas ganz schlimmes. Dann wird sie böse und hat dich nicht mehr lieb! Und ich sowieso nicht".13 Auch die Selbstbeschwichtigung der Täter wird in Karin Jäckels Buch ausführlich behandelt. Sie berichtet dort, dass die Täter sich meist selber beruhigen, indem sie sagen, dass sie den Kindern nicht weh tun und diese ja freiwillig mitmachen würden, sogar teilweise darum bitten würden. Außerdem wäre das, was sie tun kein Missbrauch, da sie das Kind lieben und Missbrauch nur dort geschieht, wo Angst und Gewalt herrscht und der Täter fremd ist. Dass diese Annahmen natürlich nicht stimmen bzw. das Gegenteil sogar der Fall ist (Kinder, die von ihren Eltern missbraucht werden, leiden doppelt), zeigt Karin Jäckel im Anschluss natürlich sehr deutlich.
Jonigk stellt diese Selbstbeschwichtigung nicht direkt dar, sondern immer in Dialogen, in denen über Missbrauch und was das ist gesprochen wird (Szene 2 und auch Szene 9).
Ein auch sehr wichtiger und wesentlicher Punkt ist die Eifersucht des nicht missbrauchenden Elternteils, der durch Zufall das Geschehen miterleben muss. Oftmals sehen die Eltern dann nicht ihr Kind in Not, dem etwas schlimmes vom Partner angetan wird, sondern eher eine Nebenbuhlerin. Durch das Unterdrucksetzen des Täters ist das Opfer ja nicht in der Lage sich zu wehren, was bei einem Zuschauer dann den Anschein erweckt, dass das Kind Spaß daran hat. Diese Szene ist für Jonigk die Eingangsszene, mit welcher das Drama beginnt und in der der Zuschauer in die Rolle des Elternteils versetzt wird ohne dies zu bemerken oder jeweils wirklich darüber aufgeklärt zu werden. Offensichtlich wird dies Problem in der Szene, in der die Eltern sich darüber unterhalten und die Mutter diese Gefühle anspricht, die sie erlebte, als sie es mit ansehen musste (Diese Szene ist direkt aus einem Fallbeispiel von Karin Jäckel übernommen) (Szene 9).
Die Hilflosigkeit der Opfer wird als letztes großes Thema in dem Theaterstück mit angesprochen. Dies ist deutlich in dem "zweiten Teil", parallellaufend zu dem anderen Geschehen, des Dramas, in dem die beiden missbrauchten Kinder zusammenfinden und sich unterhalten, über das was ihnen passiert ist und dass sie sich beide umbringen wollen. Diese letzte Möglichkeit, die sie für sich entdeckt haben, scheitert jedoch, da beide nicht den Mut finden. In diesen Szenen zeigt sich die doppelte Hilflosigkeit, denn die Opfer finden in ihrer Umgebung keine Hilfe und die letzte Möglichkeit zur Hilfe, die sie sehen, den Tod, können sie nicht nutzen, da sie zuviel Angst haben und nicht einsehen zu sterben. In diesen Szenen zeigt sich die Berechtigung für die Bezeichnung Drama am allermeisten.

7. Zusammenfassung

Im vorangegangenen Kapitel wurde versucht aufzuzeigen, inwieweit das Buch "Komm mein liebes Rotkäppchen" von Karin Jäckel als Textvorlage für das Theaterstück "Täter" von Thomas Jonigk zu verstehen ist, indem an ausgewählten Textstellen verdeutlicht wurde, welche Überschneidungen es gibt und welchen Zweck sie erfüllen bzw. was tatsächlich dahinter steht in Bezug auf die Realität. Es gibt in dem Theaterstück noch mehrere Stellen, die zu den verschiedenen Themen des Missbrauchs und seiner Auswirkungen von Thomas Jonigk übernommen wurden, die aber hier nicht näher aufgezeigt wurden, da sie desselben Inhalts sind wie oben angegebene Stellen. Man kann jedoch schon anhand der zitierten Textstellen erkennen, das der Autor sehr viel wortwörtlich von Karin Jäckel übernommen hat. Da es nicht möglich war Verbindung zu dem Schriftsteller herzustellen, kann hier nicht eindeutig gesagt werden aus welcher Intention heraus er so viele Stellen (auch im Gesamten auf sein Stück gesehen in so großer Menge) direkt bzw. wortwörtlich übernommen hat. Es steht mir nicht zu dies zu beurteilen, jedoch stellt sich die Frage, ob der Autor vielleicht seiner Neigung entsprechend ein aktuelles, aufschreckendes und provozierendes Drama schreiben wollte, ihm jedoch die Möglichkeit fehlte, selber in dem Bereich zu recherchieren. Jedoch ist es ihm anzurechnen, dass er sich soweit mit der Materie beschäftigt bzw. das Thema für so ernst empfunden hat, dass er es nicht gewagt hat, ohne Hintergrundwissen bzw. ohne sich mit den Problemen zu beschäftigen ein Drama in diesem Ton zu verfassen.
Thomas Jonigk hat sich im Vorfeld mit dem Buch beschäftigt und mit der Autorin in Verbindung gesetzt, mit der Bitte das Buch als Grundlage für ein Theaterstück nehmen zu dürfen. Wie man sieht, hat sie diesem Vorschlag zugestimmt.
Aber aus welcher Intention heraus hat sie dies getan und was hält sie im nachhinein von der doch etwas provokativen und obszönen Interpretation bzw. Darstellung von Missbrauch auf der Bühne?
Nun, die erste Frage ist leicht beantwortet. Karin Jäckel liegt gerade das Thema sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen sehr am Herzen . Dabei verweist sie aber darauf, dass sie das Wort "Missbrauch" hassen würde, da es "suggeriert, dass es einen Gebrauch geben könne"14 Sie spricht lieber von sexueller Ausbeutung.15 Mit ihren Büchern (es gibt mehrere mit der Thematik) wollte und will die Autorin aufklären und versuchen eine Veränderung in der Gesellschaft über das tabuisierte Thema des sexuellen Missbrauch anstoßen. Dieses Thema solle nicht mehr als Tabu gelten, sondern öffentlich behandelt werden (was in ihren Büchern auch als Hilfe für die Opfer dargestellt wird) um unter anderem mehr Hilfsorganisationen in der Gesellschaft zu helfen, tätig werden zu können.16 Aus diesem Grund, dieser Intention heraus freute es sie sehr, dass ein Dramaturg/ ein Autor, den sie wegen seiner Art schätzt, das Thema auf die Bühne bringen wollte. Auch war die Autorin der Meinung, dass ein künstlerisch wertvolles und informatives Theaterstück zu dem Thema fehlte. Es sind im nachhinein auch Anfragen von verschiedenen Schauspielerinnen gekommen, die in dem Drama mitwirkten und von Frau Jäckel nähere Informationen zu den Hintergründen erfahren und das Theaterstück besser verstehen wollten, was ausdrückt, wie ernst sie diese Aufführungen genommen haben, wozu es durch verschiedene Umstände dann leider doch nicht gekommen ist. (Aber die Darstellerinnen haben sich über das Thema informiert, in einer Schutzstelle für missbrauchte Kinder, und so tiefere Einblicke in die Thematik bekommen, sich näher damit beschäftigt.).
Es stellte sich auch die Frage, wie Frau Jäckel das Theaterstück, in dem viele Passagen direkt aus ihrem Buch übernommen wurde, empfunden hat, ob sie es als hilfreich (ihrer Intention folgend) empfindet und ob ihr das Stück vielleicht etwas bedeutet (s. oben). Auf diese Frage kann ich sagen, dass ihr das Theaterstück nicht wirklich etwas bedeutet in Hinsicht auf ihre Intention. Frau Jäckel lobt die äußere Form des Theaterstückes und Jonigk als Regisseur. Er hat in ihren Augen ein gutes Gespür für den Zeitgeist und gute Ideen, seine Regieanweisungen und Dialoge seien nahezu perfekt. Außerdem merke man ihm an, dass sein Engagement für das Thema von Herzen komme.
Aber die Art und Weise der Darstellung des Stückes und das, was es beim Publikum auslöst, ist nicht in dem Sinne von Frau Jäckel. Dies ist der Grund, warum ihr dieses Stück nichts bedeutet und sie heute noch der Meinung ist, das es noch immer kein künstlerisch wertvolles und informatives Stück zu dem Thema gebe. Karin Jäckel vertritt die Meinung und beschreibt diese auch in ihrem Buch ,dass sexueller Missbrauch leise und still vollzogen wird. Die Eltern und Verwandten ( überhaupt alle Täter) missbrauchen die Kinder sanft und zärtlich, sprechen oft von Liebe und geben teilweise auch Liebe, sie gehen behutsam vor. Wenn sie drohen (und das tun sie, um die Kinder daran zu hindern, sich anderen anzuvertrauen) setzen sie dafür emotionale Druckmittel ein, die immer auch etwas mit Gefühlen/Liebe der Täter und Opfer und der Nichtbeteiligten zu tun haben. Genau diese Emotionalität, dieses leise, zärtliche, behutsame Vorgehen ist der Grund, warum die Opfer noch jahrelang, vielleicht ihr ganzes Leben mit einem Angst-Schuld-Trauma leben und jeder Zärtlichkeit und der Liebe damit begegnen und ihr Leben so nicht mehr in den Griff bekommen. Genau auf diese Art und Weise und nicht anders funktioniert Missbrauch.17
Das schlimme an dem Missbrauch ist die Stille und die damit verbundene Gefühlsbildung.
In dem Theaterstück von Thomas Jonigk ist alles anders. Die Elemente, die er wortwörtlich übernimmt, die Elemente des Missbrauchs sind und damit mit Stille, Gefühlen, Zärtlichkeit verbunden sind, bettet er in einen Kontext, der laut ist. Die Akteure in seinem Stück sind nicht leise und zärtlich (konstant über das gesamte Stück betrachtet), sondern laut, vulgär und obszön. Jonigk zeigt zwar auf, wie schrecklich Missbrauch ist und erreicht auch, dass man sich abgestoßen fühlt, dass Missbrauch etwas furchtbares ist und Schaden anrichtet ist, aber man fühlt sich nicht im Inneren angesprochen. Man fühlt kein Entsetzen und leidet nicht wirklich mit den Opfern. Im Vordergrund steht das Gefühl des Ekels vor der Tat und nicht das Opfer und die Schäden, die Missbrauch anrichtet. Wenn man das Theater verlässt, so hat man nach Frau Jäckel eine Menge Stoff zur Diskussion, man ist angewidert und empört, aber niemand hat "die Seele des ausgebeuteten Kindes gespürt"18 . Aus diesem Grund ist die Intention von Frau Jäckel, nämlich etwas zu bewegen und aufzuklären, durch das Theaterstück von Thomas Jonigk nicht erreicht worden. Das Theaterstück mag vielleicht dieselbe Intention haben, aber das Publikum wird damit nicht erreicht. Niemand geht aus dem Saal und weiß, das Missbrauch eine Sache der Erwachsenen ist, die uns alle angeht und zu deren Abschaffung man beitragen kann und muss, um dutzenden von Kindern zu helfen. Aufgrund dieser Tatsache bedeutet das Stück Frau Jäckel nicht wirklich etwas, denn ihre Intention ist nicht die sichtbare, fühlbare Intention des Theaterstücks.

7.1. Fazit

Das Buch "Komm mein liebes Rotkäppchen" von Karin Jäckel wurde mit ihrem Einverständnis Grundlage eines Dramas der Gegenwart von einem Dramaturg, der tabuisierte Themen unserer Gesellschaft in besonderer Weise, sehr provokativ, umsetzt.
Wenn man das Buch liest, dann merkt man, der Autorin liegt sehr viel an den Opfern des Missbrauchs und den Ursachen; wie kommt es zum Missbrauch, wie kann man Opfern helfen. Frau Jäckel möchte mit ihrem Buch die Gesellschaft "aufrütteln", sie auf die Probleme und die große Relevanz des Thema aufmerksam machen und zeigen, dass Missbrauch eben nicht nur jene Vergewaltigungen sind, die in der Gesellschaft durch Fremde immer wieder geschehen, sondern das Missbrauch meistens von einer bekannten Person verübt wird, was einen viel größeren Schaden und eine viel größere Hilflosigkeit bei den Opfern auslöst, dem Täter aber ein viel besseres Druckmittel gibt, damit die Opfer schweigen, nämlich den seelischen Druck. Ich distanziere mich hier etwas von der Meinung der Autorin, die lieber von sexueller Ausbeutung spricht als von Missbrauch und verwende lieber diesen Begriff. Das liegt jedoch daran, dass meiner Meinung nach/meiner Definition nach "ausbeuten" bedeutet, das man etwas ausnutzt. Natürlich ist ausnutzen etwas schlimmes, jedoch kann man in meinen Augen nur etwas ausnutzen, was einem angeboten wurde. Und das Kind bietet niemandem seinen Körper oder sonst etwas im wirklichen Sinne von anbieten, was man freiwillig und mit vollem Verstand tut. Das Kind ist hilfsbedürftig und braucht den Erwachsenen, es bietet sich aber in keiner Art und Weise an. In meinen Augen wird es missbraucht im Sinne von gebrauchen und benutzen. Es wird gegen seinen Willen von einem Erwachsenen benutzt, um dessen Bedürfnisse, die ein Kind noch nicht verspürt, zu befriedigen. Und zwar immer und immer wieder, bis der Erwachsene kein Interesse mehr hat oder das Kind seinen Ausweg aus der Qual im Tod sucht, weil es keine Ansprechperson mehr hat. Durch diesen Missbrauch verliert das Kind meistens zwei Bezugspersonen in der Familie und wird seelisch unter Druck gesetzt. Genau das ist das Problem, auf das aufmerksam gemacht werden muss: dass Kinder seelisch unter Druck gesetzt werden zusätzlich zu den körperlichen Qualen und dass sie die Familie nicht mehr als Hilfe und als warmes "Nest" sehen, sondern als Qual, was sich ohne fremde Hilfe, die schwer zu bekommen ist, bei deren in Anspruchnahme es große Probleme gibt, auf das ganze Leben des Opfers ausdehnt, das ganze Leben beeinflusst und die Opfer keine Chance bekommen ein normales Leben mit einer normalen Beziehung zu führen. Genau diese Probleme, auf die aufmerksam gemacht werden muss, um dann auch zeigen zu können, was man tun, wie man helfen kann , um Opfern ein normales Leben zu ermöglichen, werden in dem Theaterstück "Täter" nicht herausgearbeitet. Das Theaterstück zeigt den Ekel und das Abstoßende des Missbrauch an Kindern und auch ein wenig die Probleme der Kinder, der Opfer. Leider werden diese nicht auf das Publikum übertragen, sie gehen nicht in das Innere des Publikums. Was das Stück aber in meinen Augen ein wenig bewirkt, ist zu zeigen, dass dieser Missbrauch, diese Art des Missbrauchs in unserer Gesellschaft geschieht. Dies zeigt es in sich selber, denn das Stück wird an mehr oder weniger großen Bühnen gespielt. In kleinen und in großen Städten wird vor einem gemischten Publikum der Missbrauch in unserer Gesellschaft dargestellt.19
Wenigstens für die Zeit der Aufführung kann sich niemand dem Thema entziehen und muss es wahrnehmen und als Teil der Gesellschaft akzeptieren. Leider geht die Wirkung nicht viel weiter. Man lässt sie unter Umständen schon direkt im Theater zurück, denn zum Nachdenken regt das Stück nicht wirklich an, eher zum Erörtern der Realität und Verurteilen der Täter, was uns keinen Schritt weiterbringt. Denn das dies nicht immer so einfach ist und auch nicht hilfreich, zeigt auch Karin Jäckel in ihrem Buch, indem sie im letzten Teil die Geschichte eines Mannes schildert, der selber Täter war und sich der Schuld bewusst ist , die Tat wirklich bereut und sein ganzes Leben darunter leiden muss und der auch keine Hilfe bekommt.
Ich denke, dass sexueller Missbrauch ein sehr interessantes und vor allem sehr wichtiges Thema ist, über das die Gesellschaft noch sehr viel mehr lernen und über das noch sehr viel mehr erfahren werden muss, um in der Zukunft vielleicht dafür zu sorgen, dass es keine Opfer mehr gibt (zumindest nicht mehr viele) und dass den Tätern im Vorfeld geholfen wird, damit sie nicht zu Tätern werden. Einen wichtigen Schritt dazu tut Frau Jäckel in ihren Büchern und auch Herr Jonigk hat dies versucht. Vielleicht versucht er noch einmal (oder jemand anderes) mit anderen Mitteln, losgelöst von seinem Stil, ein Theaterstück in diesem Bereich zu inszenieren, das dann mehr bewirken kann.

 

8. Literatur

 

Fussnoten