copyright by http://www.karin-jaeckel-autorin.de |
Buchbesprechungen |
"Monika B. -
|
Eines der wenigen Bücher, die ich immer und immer wieder leseLeserzuschrift4. Dezember 2001Hallo Frau Jäckel, vor einem Jahr war das Buch "Monika B. - Ich bin nicht mehr Eure Tocher." zum ersten Mal in meinen Händen. Und es ist eines der wenigen Bücher, die ich immer und immer wieder lese - obwohl ich keine Parallelen zu meinem Leben dazu sehe. Es ist einfach dieser Bericht und die Kraft dieser Frau und des Kindes das sie mal war, das mich so faszinierte. Was mich nun interessiert ist, 1982 wurde Monika's Vater zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Wie geht es Monika inzwischen? Was ist mit ihrem Vater? Oft hatte ich mir diese Fragen nach Beendigung des letzten Kapitels gestellt, im Jahre 2000, als die Freiheitstrafe für Manuel B. beendet war. Ich wünschte, er wäre für lebenslänglich oder zumindest für 20 Jahre verurteilt worden. Falls sie noch Kontakt zu Monika haben und meine kleine E-Mail unter der bestimmt riesigen Flut von "Fanbriefen" beantworten können, wäre ich Ihnen so dankbar. Ich wünschte, ich hätte die Gelegenheit, Monika mal kennenzulernen um sicherzustellen, dass sie Ihre Träume erfüllen konnte und dass sie frei ist, innerlich sowie äusserlich. Ich hoffe, es geht ihr gut. Seltsam, dass mich ein Buch so berühren konnte. Dafür bin ich Ihnen und Monika sehr dankbar. Liebe Grüsse, Helen Hallo, Helen, danke für Ihre eMail, die nun schon so lange bei mir ruht, dass Sie diese sicher fast vergessen haben. Jetzt endlich habe ich mich zu Ihrer eMail vorgearbeitet und hoffe, Sie noch unter der angegebenen Adresse zu erreichen. Wenngleich sich niemand an der Geschichte der Monika B. erfreuen kann, so freue ich mich doch sehr über Ihr engagiertes Lesen und Fragen. Es zeigt mir, dass ich mit meiner Arbeit bei Ihnen "angekommen" bin. Und Schweigen über das so vielfältige Leiden unserer Kinder herrscht schon viel zu lange. Wer es durchbricht hilft. Wie Sie aus der Lektüre des Buches nicht mehr ersehen können, gab es einige Zeit nach dessen Veröffentlichung ein Revisionsverfahren, das sich über weitere Jahre hinstreckte. Insgesamt zog sich der "Fall Monika B." von der ersten Strafanzeige bis zum Endurteil über neun (!) Jahre hin. Jahre, in denen Monika mit Hilfe von Therapien versuchte, ihre Vergangenheit zu bewältigen,und in denen sie doch nie wirklich etwas von dem, was sie erlebte, ablegen durfte. Es musste ja präsent bleiben, da sie vor Gericht immer und immer wieder befragt wurde und zudem die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen vor diversen psychologischen Gutachterinnen und Gutachtern nachzuweisen hatte. Ein Martyrium sondergleichen. Am Ende des Revisionsverfahrens wurde die Strafe des Vaters auf sieben Jahre abgesenkt, weil alle Straftaten gegenüber dem Kleinkind bereits verjährt waren. Bis zuletzt bestritt der Vater die Tat und setzte alles daran, Monika für geisteskrank zu erklären. Dies wurde durch mehrere neue psychologische Glaubwürdigkeitsgutachten und psychologisch-medizinische Untersuchungen unmöglich gemacht. Dennoch brachte das Revisionsverfahren alle therapeutischen Erfolge, die Monika sich erarbeitet hatte, ins Wanken. Als die Gerichtssache endlich vorüber war, war Monikas Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein wieder auf Punkt Null. Nach Haftantritt - aus der Untersuchungshaft weg - verblieb der Vater noch zwei Jahre in der Vollzugsanstalt und kam dann wegen guter Führung vorzeitig frei. Diese Entscheidung versetzte Monika in größte Panik, da sie überzeugt war, der Vater werde sich an ihr rächen. Sie trat die Flucht in den entferntesten Winkel Deutschlands an, wo man ihr unbürokratisch Aufnahme gewährte. Damit ließ sie nicht nur ihr Zuhause, sondern auch alle Bindungen hinter sich, die sie in Jahren und das sehr mühsam aufgebaut hatte. Wenn man weiß, wie sehr sie der moralischen Unterstützung ihrer Freunde bedurfte, wie schwer sie neues Vertrauen fassen kann, wie gering ihr Selbstwertgefühl und ihre Fähigkeit zum Grenzen-Setzen und wie unmöglich es ihr deshalb bis heute ist, eine Liebesbeziehung aufzubauen und zu leben, kann man ermessen, was diese Flucht ihr antat. Nach Jahren der Odyssee lebt Monika heute in einer christlichen Glaubensgemeinschaft, in der sie ein neues Zuhause gefunden hat. Die körperlichen Folgen des sexuellen Kindesmissbrauchs und die seelischen Verletzungen, die ein Kind erleidet, das seines Vertrauens in die eigenen Wahrnehmungen und die eigene Unschuld sowie in die selbstlose, bedingungslose Liebe der Eltern beraubt wird, werden leider niemals heilen. Ihr Wunsch, Monika persönlich kennen zu lernen, lässt sich vielleicht erfüllen, wenn Sie mir Ihren Namen und Ihre Adresse mitteilen. An dieser Stelle möchte ich eine generelle Anmerkung machen: anonyme Zuschriften sind im "Fall Monika B." immer ganz besonders kritisch zu werten. Sie könnten von Personen stammen, mit denen weder Monika noch ich je wieder Kontakt wünschen. Aus diesem Grund antworte ich auf Ihre eMail nur ausnahmsweise. In der Regel fliegen anonyme Zuschriften aller Art umgehend in den Papierkorb. Mit einem schönen Feiertagsgruß |
|
|