Leseprobe

"Die Frau an seiner Seite -
Die NUR-Hausfrau im Spiegel des Feminismus"

Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort von Ingrid Kaluza, Vorsitzende von W.O.M.A.N.
  • Vorwort von Jutta A. Miller, Deutsche Hausfrauengewerkschaft e. V.

Die "Frau an seiner Seite"

  • Katharina von Bora, die Frau an der Seite Martin Luthers, und was sie mir erzählt hätte


    • Ein wenig Zeitkolorit
    • Meine Begegnung mit Katharina
    • Warum sie für mich die Frau an seiner Seite ist

  • Wer ist das eigentlich, die "Frau an seiner Seite"?

Nach dem Krieg oder Die neue Saat in den Köpfen

  • Frauen im Nachkriegsdeutschland


    • Die Trümmerfrauen
    • Frauen und die Frauenbewegung in den Anfängen des Wiederaufbaus
    • "Unser Leben ist hingegangen in der Sorge füreinander"
      (Ernestine, 78 Jahre)

  • Frauen im Wirtschaftswunderland


    • Bildung für die Braut ersetzt die beste Mitgift
    • Das bisschen Haushalt
    • Die Anfänge der Frauenbewegung
    • "Wir waren uns für nichts zu schade"
      (Marielle, 63 Jahre)

  • Die wilden sechziger und siebziger Jahre


    • "Wer zweimal mit demselben pennt ..."
    • Radikalfeminismus
    • Wenn aus kleinen, bösen Mädchen große, brave Frauen werden (Elke, 52 Jahre)

Und heute? oder Wie die neue Saat in den Köpfen weitersprießt

  • Power-Frauen, softe Männer


    • Die Macht der Mütter
    • "Kind, werde unabhängig!" (Rose, 32 Jahre)
    • Der Geschlechterkampf als feministische Dauermission
    • Von Schwester zu Schwester
    • Der "neue" Mann
    • Der gebrauchte Mann
    • Der "neue" Mann als Mädchen für alles
    • "Ein Mann zum Wäschewaschen und so"
      (Marieluise, 33 Jahre, und Jürgen, 31 Jahre)
  • Die entmutterte Gesellschaft


    • Gleichberechtigt heißt nicht gleichartig
    • Doch auch das Grundgesetz hat Mütter
    • Neue Mütter braucht das Land?
    • Mutter sein – bloß nicht?
    • "Ihre beste Freundin" (Bea, 32 Jahre)
    • "Nicht ohne Kindermädchen" (Corinna, 28 Jahre)
    • Wenn Mutterschaft von Ängsten begleitet ist
    • Wegweiser zu Bündnissen für Familien
    • "Meine Mutter verstehe ich erst, seit ich selber Mutter bin" (Hannelore, 41 Jahre)
  • Showdown der Partnerschaft


    • Scheidungsboom
    • Warum Ehen scheitern
  • Kaleidoskop der Beziehungen


    • Nichteheliche Lebensgemeinschaften
    • Die Ehe oder Totgesagte leben länger

Anhang

  • Adressen der Deutschen Hausfrauengewerkschaft e. V.
  • Adresse von W.O.M.A.N.
  • Literaturverzeichnis

Wer ist das eigentlich, die "Frau an seiner Seite"?

Die "Frau an seiner Seite" als Zentralperson meines Buches ist die nichterwerbstätige Ehefrau und eventuell Mutter, welche im Bewusstsein traditioneller Familienwerte lebt und ihre vorrangige Aufgabe darin sieht, die Ehebeziehung zu pflegen und dauerhaft zu erhalten, ihrem Gatten in jeder Lebenslage aktiv zur Seite zu stehen, auch nach Kräften seine die Familie ernährende Berufstätigkeit zu unterstützen und zu fördern sowie gegebenenfalls den natürlichen und zugleich gesetzlichen erzieherischen Auftrag an ihren Kindern in liebevollem Einvernehmen mit dem Vater wahrzunehmen.

Meine Meditation über ein Interview mit Katharina von Bora sollte nicht zu der Annahme verleiten, dass ich moderne Frauen von heute unter hoffnungslos altmodisch-romantischen oder religiösen Aspekten einer weltfremden Qualitätsprüfung unterziehen möchte.
Im Gegenteil, mein Blickwinkel ist der einer Frau von heute, die in den berühmt-berüchtigten 68ern jung war, sich als emanzipierte Persönlichkeit und der Frauenbewegung nahestehend einschätzt und gerade darum sich selbst und der Gesellschaft die Frage stellt:

Was ist aus dem geworden, was wir einmal wollten?
War es wirklich unser Ziel, dass der als Senkrechtstarter aufgeschwungene Frauenfreiheitskampf in einer katastrophalen Bruchlandung zum Geschlechterkampf explodiert und die Familien dabei zum Himmelfahrtskommando werden?

Mein Buch über "die Frau an seiner Seite" zieht Bilanz, und zwar ganz bewusst über den Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute.

...

Obwohl Ehe und Familie für die meisten Menschen ganz oben auf der Wunschliste für ihr Leben stehen, zerbrechen unter dem Druck des Zeit- und Toleranzfressers Selbstverwirklichung die vor wenigen Jahrzehnten noch selbstverständlich auf Lebensdauer angelegten Ehen immer öfter.
Permanent ansteigend haben 1999 die Ehescheidungen einen neuen Rekordstand erreicht. Verlierer im Rechtsstreit um die Selbstverwirklichung sind heute beide Ehepartner nebst ihren Kindern und neuen Lebenspartnern.
Denn:
Ein Durchschnittseinkommen kann zwei Familien nicht unterhalten. Folglich verarmen beide Geschiedene und mit ihnen ihre Kinder.
Anstatt einzusehen, dass Geld allein nicht glücklich macht, die berufliche Karriere nicht zwingend das erstrebenswerteste Ziel sein und Selbstverwirklichung sehr schnell sehr einsam machen kann, wird vornehmlich unter dem starken politischen Einfluss von Radikalfeministinnen die Auflösung der Familie in ihrer Konstellation Mutter-Kind-Vater immer nachhaltiger betrieben.

Die Ideologie, dass in lukrativen Berufen außerhalb der Familie tätige Mütter die besseren Mütter seien und alleinerziehende Mütter die besseren Kinder hätten, wird entgegen den Fakten einschlägiger Forschungen ebenso proklamiert wie die monströse Behauptung, dass Väter nur als Samenspender taugen.

Mit Maximen wie dieser werden Familien bewusst zerstört.
Und wer die Familien zerstört, vernichtet langfristig auch den Staat. Darüber hinaus wird unter dem Deckmantel falsch verstandener Emanzipation alles das aufs Spiel gesetzt, was die Frauenbewegung in mühsamer Arbeit für die Verbesserung des Zusammenlebens erreichte.

Es ging uns Angehörigen der Nachkriegsgeneration und allen voran uns Frauen um die Gleichwertigkeit der Geschlechter und die umfassende Gleichberechtigung. Dafür haben wir uns stark gemacht. Niemand von uns will in alte Spuren zurück und auch nur eine Frau an den Herd schicken, die dort nicht aus freien Stücken leben will.

Gleichwertigkeit heißt, Menschen ohne Ansehen der Person, ihres Standes, ihres Berufes, ihrer Bildung, ihres Einkommens, ihrer Meinung, ihrer Hautfarbe, also ganzheitlich, gleich zu werten.

Es kann nicht toleriert werden, dass Menschen, die sich aus eigenem, freien Entschluss gegen eine Erwerbstätigkeit und für ein Leben als "Frau an seiner Seite" entscheiden, als "Schmarotzer" abgewertet und als dumme "Unterprivilegierte" verfemt werden.

Es ist schlicht infam, Arbeit nur mit Erwerbstätigkeit gleichzusetzen und Hausfrauen allein deshalb als dumme Faulenzerinnen anzusehen, weil sie für ihre Tätigkeit kein Geld einnehmen.

Frauen, die es trotz Hausfrauenverteufelung und Väterhetze immer noch aus den verschiedensten Gründen wagen, als Ehepartnerin "an seiner Seite" zu bleiben und als Familienfrau dafür zu sorgen, dass die gemeinsamen Kinder gut geraten, verdienen allen Respekt und unsere Solidarität.

In Zeiten voller Vorurteile, Machtkämpfe und Geldhascherei ist es schwer, das Wesentliche zu erkennen und unveräußerliche Werte wie eine kreativ geführte und harmonische Partnerschaft zu erhalten.

In dieser Partnerschaft üben Frauen einen vielseitigen, anspruchs- und verantwortungsvollen Full-time-Job aus, in dem es nicht genügt, eine weibliche Rolle zu spielen.
Frau muss es damit ernst meinen.
Und dafür bedarf es einer ganzen Frau mit Herz und Verstand, mit Leib und Seele – einer Vollwertfrau eben, die weiß, was sie will und was sie wert ist, und die sich in diesem Wert auch von ihrem Lebenspartner als vollwertig angenommen weiß.

"Die Frau an seiner Seite" hat keinen Grund, sich nur deshalb irgend jemandem und speziell ihrem Lebenspartner unterlegen zu fühlen, weil sie keiner Erwerbstätigkeit nachgeht.
Hausfrau zu sein ist für sie keine Schande.
Und sie fühlt sich auch nicht entehrt, wenn sie morgens ihrem Mann nachwinkt, ehe sie sich im Laufe eines arbeitsreichen Tages daran macht, ihren Haushalt zu versorgen.

Obwohl sie weiß, dass er Alleinverdiener ist, weiß sie auch, dass er ohne sie nur die Hälfte wert wäre.
Vor allem weiß sie, dass er sie nicht etwa deshalb geheiratet hat, um – wie böse Zungen behaupten – eine billige Dumme für die Drecksarbeit und eine kostenlose schnelle Nummer im Bett zu haben, sondern weil er sie liebt und etwas an ihr findet, was ihn dazu bringt, mit ihr und nur mit ihr sein Leben auf immer und ewig teilen zu wollen.

Ihre Menschenkenntnis, ihr Feeling für Situationen, ihre Fähigkeiten zum Repräsentieren und ihre Art, einen Freundeskreis zu schaffen, ihre Gabe, Geliebte, Trösterin und Kamerad in einer Person zu sein, sowie ihr Sinn, aus einem Haus oder einer Wohnung ein Zuhause und aus Mutter-Vater-Kindern eine Familie zu machen, geben diesem gemeinsamen Leben einen Wert und halten überdies die Steigleiter zu seinem Erfolg.

Zusammengenommen stehen ihre Leistungen den seinen in nichts nach und stellen einen gleichwertigen Posten im "Unternehmen Familie" dar.

Das bisschen Haushalt ...

In demselben Verhältnis, wie Frauen sich nun auch über Schulabschlüsse, Berufsausbildung und eigene Einkünfte definierten, setzten sie analog zu den Männern ihren eigenen menschlichen Wert mehr und mehr mit dem Marktwert ihrer Arbeit gleich.

Infolgedessen kam es immer deutlicher zu einer Aufspaltung der Frauen in zwei Lager:
hier die Erwerbstätigen, dort die Nichterwerbstätigen.

Angestachelt durch die Hofierung ihrer von Industrie und Politik heißbegehrten Arbeitskraft, fühlte sich die Erwerbstätige im Vergleich zur Nichterwerbstätigen klüger, wertvoller, gleichberechtigter sowie sozial stärker und unabhängiger als eine ihrer plötzlich als "Nur-Hausfrauen" verächtlich gemachten Geschlechtsgenossinnen.

Die Tatsache, dass es für Hausfrauen im arbeitsrechtlichen Sinn keinen Qualifikationsnachweis gab (und bis heute nicht gibt), diente als Beweis für die gesellschaftliche Unterlegenheit.

So betrachtet, leistete die Frauenbewegung einem Großteil der Frauen einen rechten Bärendienst.

Die von ihr initiierte und politisch mitgetragene Kampagne für die dringend erforderliche gleichberechtigte Erwerbstätigkeit der Frau löste den sozialen Absturz der Versorgungs- und Hausfrauenehe aus, die bis in die sechziger Jahre hinein allgemein üblich und traditionellerweise als höchst erstrebenswert angesehen war.

Der Slogan "Heiraten kann jede Dumme" brachte die nichterwerbstätige "Nur-Hausfrau" in Verruf. Und mit ihr fiel nach und nach die Institution Familie.

Ein übriges tat die Erfindung und industrielle Entwicklung immer ausgeklügelterer und besserer die Hausarbeit erleichternder Geräte. Waschmaschinen, Staubsauger, Geschirrspülmaschinen, Wäschetrockner, Toaster, "mitdenkende" Herde und vieles mehr sind heute – glücklicherweise – aus keinem modernen Haushalt mehr wegzudenken.

Leider löste die mit diesen Neuerungen verbundene Vereinfachung der Hausarbeit und die simple Bedienungsweise der Geräte nicht nur Begeisterung aus.
Vielmehr setzte sie dem bereits kursierenden Spruch von der Dummheit der "Nur-Hausfrau" die Spitze auf, indem es nun auch noch spöttisch "das bisschen Haushalt" hieß.

Bis zu einem gewissen Zeitpunkt hatte diese Miesmacherei häuslicher Aufgaben mehr oder minder ausschließlich die nichterwerbstätigen Hausfrauen geschmäht.
Erwerbstätige Geschlechtsgenossinnen hatten sich davon entweder nicht angesprochen gefühlt oder hämisch in dieselbe Kerbe geschlagen.

Die generelle Behauptung, dass Hausarbeit ab sofort und in Wahrheit für jeden ein Kinderspiel sei, barg jedoch Zündstoff:
Dergleichen Verunglimpfungen ihrer täglichen Arbeit nicht länger auf sich sitzen lassend, schrieen nun nicht mehr nur die "dummen Heimchen am Herd" auf, sondern vor allem auch die auf die eigenen Einkünfte stolzen berufstätigen, aber unter der Doppelbelastung von Erwerbstätigkeit und Haushalt stöhnenden Frauen.

Rachedurstig schallte es nun in Richtung Mann, dass sein "bisschen Büroschlaf" oder die paar mickrigen Arbeitsstunden ja wohl auch keine Glanzleistungen darstellten.
Im Vergleich dazu leiste Frau das mehrfache Pensum ab und sei im Gegensatz zu dem faulen Pascha, der abends nur die Füße hochlege und sein Bierchen schlürfe, auch nach Feierabend noch lange nicht am Ende.
Die Männer konterten lässig mit dem Hinweis auf den Inhalt der Lohntüte und führten den eigenen Mehrverdienst als Qualitätsnachweis an. Und schon war der Kampf der Geschlechter – mal wieder – in vollem Gange.

...

Zwar dezimierte sich nicht die Sehnsucht nach Zweisamkeit und einem gemeinsamen Leben mit einem Partner. Die Bereitschaft, "Nur-Hausfrau" zu sein, sank hingegen in demselben Verhältnis, wie der Wunsch nach Selbstverwirklichung im Berufsleben stieg.

"Das bisschen Haushalt" geriet zum Zankapfel par excellence.
Frauen fühlen sich nicht mehr dafür zuständig.
Männer fühlten sich noch nie dafür zuständig.

Doch da "das bisschen Haushalt" auch dann anfällt,
wenn keiner sich dafür zuständig fühlt, müssen Lösungen her.

Angefangen bei Ratschlägen aus einschlägigen Frauenzeitschriften, dem faulen Haushaltspascha doch einfach die teuren Boxershorts und blütenweißen Markenhemden zusammen mit der Buntwäsche im Kochwaschgang einschrumpfen und verfärben zu lassen, bis hin zur Quittung vom Scheidungsrichter beschäftigt das Haushaltsgerangel mittlerweile selbst Politik und Gesetzgeber.

Getreu dem Motto "Wer nicht hören will, muss fühlen", soll "Papa Staat" nun richten, was Töchter und Söhne persönlich nicht schaffen.

Als erster Vorstoß in diese Richtung machten sich schon während der CDU-"Ära Kohl" einige Frauenrechtlerinnen der Opposition dafür stark, eine Aufteilung der Hausarbeit per Gesetz zu erzwingen, um Frauen zu entlasten und "faule Haushaltspaschas" vor den Richter zu bringen.

Seit 1998 aus der einstigen rot-grünen Opposition regierende Bündnispartner wurden, zeigt sich, dass die alten Pläne nicht vergessen sind. Unter der Regieführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Dr. Christine Bergmann an der Spitze wurde im Frühjahr 1999 als eine der ersten Amtshandlungen die Einführung einer Gesetzesnovelle zur Strafbarkeit unterlassener Hilfeleistung im Haushalt in die Debatte eingebracht.

Radikalfeminismus

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Rasch wurde der Kampf gegen das gesellschaftliche System wie auch gegen einzelne, angeblich die Männerherrschaft verkörpernde Persönlichkeiten global zur erklärten Feministinnensache.

Als Beispiel mag Valerie Solana gelten, die in ihrem von "EMMA" im März/April 1997 gewürdigten sogenannten "S.C.U.M.-Manifest" ("Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer") schrieb:

"Heute ist es technisch möglich, sich ohne Hilfe der Männer ... zu reproduzieren und ausschließlich Frauen zu produzieren.
Wir müssen sofort damit beginnen.
Der Mann ist eine biologische Katastrophe:
Das (männliche) y-Gen ist ein unvollständiges (weibliches) x-Gen, das heißt, es hat eine unvollständige Chromosomenstruktur.
Mit anderen Worten, der Mann ist eine unvollständige Frau, eine wandelnde Fehlgeburt, die schon im Genstadium verkümmert ist ... Seine Reaktionen kommen aus den Eingeweiden, nicht aus dem Gehirn; seine Intelligenz ist lediglich Werkzeug seiner Triebe und Bedürfnisse; er ist unfähig zu geistiger Leidenschaft, geistigem Kontakt. ...
SCUM wird alle Männer töten, die nicht Mitglieder der SCUM-Männerhilfstruppe sind. Mitglieder der Männerhilfstruppe sind diejenigen, die fleißig daran arbeiten, sich selbst zu eliminieren."

Wer glaubt, dass Valerie Solang mit ihren Ideologien ein irrer Einzelfall war, muss sich belehren lassen.
Auch in Deutschland und im benachbarten europäischen Ausland gab es SCUM-Gruppen. Auch ist Solanas Interesse an einer Zusammenarbeit mit europäischen bzw. deutschen Frauenblättern wie "EMMA" und "Emanzen" wie Alice Schwarzer dokumentiert.

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Wie ein Killervirus breitet sich seither die Verächtlichmachung des männlichen Geschlechts als "Defizitwesen" aus und hinterlässt neben einer erstaunlichen Frauensolidarität gegen den "Feind in meinem Bett" die verbrannte Erde gescheiterter Ehen, durch Richterspruch verwaiste Kinder und Massenarmut.

Wenn aus kleinen, bösen Mädchen große, brave Frauen werden (Elke, 52 Jahre)

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Gemeint ist das Buch von den "guten" und den "bösen" Mädchen, das Du ja wohl kennen wirst. ...
Vielleicht hat mich das Buch auch deshalb so tief getroffen, weil es mich persönlich zu meinen scheint, wenn von den Frauen die Rede ist, die früher jahrelang in der Frauenbewegung aktiv waren, heute aber als brave Familienmütter das Eigenheim wienern und dem Ehemann morgens nachwinken, der sich auf den Weg macht, um das Familieneinkommen zu sichern.
Ich bin eine dieser Frauen.
Während der 68er-Studentenrevolten habe ich aktiv im AStA mitgewirkt, habe heiße politische Debatten geführt, fehlte auf keiner Demonstration, habe flammende Reden gegen die Männervormacht und für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen gehalten. Und ich war eine der leidenschaftlichen Verfechterinnen der Selbstverantwortung der Frauen, wenn es um Abtreibung und andere Familienplanung ging. Es ist komisch. Wenn ich heute auf die Straße sehe, denke ich, unsere damalige Zeit ist wieder auferstanden. Auch wir liebten den Minirock und hautenge Rüschenblusen mit offenherzigem Dekolleté. Wir trugen hochtoupierte Frisuren und Plateausohlenschuhe. Schminke war fast ein Muss. Wir sahen wirklich kaum anders aus als die Mädels heute. Das einzig andere war das, was ich die "Friedenssehnsucht" nennen möchte. Wir schrien uns nicht die Kehlen wund, um an die alleinige Macht zu kommen. Wir stellten Blumen gegen Waffen und Liebe gegen Aggressionen. Wir wollten unser Menschenrecht. Wir wollten unsere Unabhängigkeit und Mitverantwortung. Es sollten Mädchen und junge Frauen, "Fräuleins" eben, nicht als geschlechtslose Neutren gelten, bis ein Mann sie zur Frau gemacht und dadurch in Besitz genommen hatte.
Noch heute kann ich mich aufregen, wenn Männer davon reden, wie viel Weiber sie schon hatten; als könne ein Mensch jemals einen anderen "haben"! Und die Möglichkeit für Frauen, ihren eigenen Familiennamen nach der Trauung weiter führen zu können, halte ich nach wie vor nicht nur für einen Schritt in die Selbstbestimmung, sondern für ein freiheitliches Geburtsrecht.
Trotzdem wollten wir die Männer nicht übertrumpfen, sondern gleichziehen und mit ihnen auf einer Stufe stehen. Wir wollten keinen Krieg. Wir fühlten uns nicht als Kriegerinnen in einem Kampf um den Sieg über Männer. Wir hatten kein Interesse daran, über Männer zu herrschen. Im Gegenteil, wir träumten davon, gewaltlos zu leben und Kinder ohne Zwang zu erziehen. Die antiautoritäre Erziehung war so ein Traum. Wir wollten Liebe als Lebensmaxime, Frieden miteinander, der aus Respekt und Anerkennung entstehen sollte.

...

Da mein Mann geschäftlich hochmotiviert und erfolgreich ist, habe ich trotz meiner großen Familie so manchen Abend Leerlaufzeiten. Diese habe ich mit für mich persönlich wichtigen Dingen angefüllt. Wenn Ute Ehrhardt in ihrem unsäglichen Buch so niederträchtig schreibt, dass nichterwerbstätige Frauen ständig Zeit und ein offenes Ohr für andere zu verschenken haben, weil bei ihnen die Zeit nichts wert ist, muss ich trotz aller Empörung beinahe lachen. Meine Zeit ist mir mindestens so kostbar wie meiner berufstätigen Freundin die ihre. Geld ist nicht alles. Die Freude, die mir entgegenstrahlt, wenn ich meine "wertlose" Zeit dazu nutze, eine alte Dame im Altersheim zu besuchen oder mit den Frauen des hiesigen Frauenhauses Veranstaltungen zu planen und zu organisieren, um die leeren Kassen zu füllen, ergibt dies keine Honorareinzahlung auf meinem eigenen Konto bei der Bank, und trotzdem macht es mich reich.

Die Macht der Mütter

Angesichts des Erfolges der Frauenbewegung könnte das Zusammenleben der Geschlechter ja nun von gegenseitiger Achtung, Respekt und Anerkennung geprägt sein.
Doch weit gefehlt! Gerade diese Eckpfeiler des Miteinanders wanken wie kaum jemals zuvor.

Ging vielleicht etwas ganz Wichtiges, Entscheidendes in den Zeiten des Geschlechterkampfes fast unbemerkt verloren:

das Bewusstsein nämlich, dass es die Frauen sind, die Kinder gebären, dass bis heute überwiegend sie es sind, die Kinder erziehen, und dass sie mit dieser Erziehung die Fäden der Zukunft in Händen halten?

Das Vorbildverhalten und die Vorbildpersönlichkeit als Mütter sind die wahren Machtmittel der Frauen.
Schon in den siebziger Jahren hatten Feministinnen die alles zu revolutionieren versprechende Erkenntnis gewonnen, dass sie als Mütter den Schlüssel zur Veränderung der Gesellschaft besitzen.

Das bewusste Verweiblichen der Jungen und Vermännlichen der Mädchen wandelte den Alltag tatsächlich.

Oder ist es Zufall, dass gegenwärtig erstmals in der Geschichte mehr Studentinnen als Studenten an deutschen Hochschulen immatrikuliert sind?

Dass Mädchen in allen Schulsystemen eindeutig bessere Zeugnisse erhalten als Jungen und seltener eine "Ehrenrunde" drehen müssen?

Dass sie die Mehrheit unter Abiturienten und die Minderheit unter Hauptschulabsolventen stellen?

Zufall auch, dass nicht mehr nur Jungen, sondern auffällig viele Mädchen immer aggressiver werden und beispielsweise in Thüringen jedes dritte Mädchen bekennende Neonazi-Anhängerin ist?

Dass beispielsweise beim Ladendiebstahl über 40 Prozent der Täter Mädchen sind?

Dass vor allem Töchter alleinerziehender Mütter immer eigensinniger und durchsetzungsfähiger bzw. im landläufigen Sinne immer "böser" und bengelhafter werden?

Dass Frauen endlich auch boxen wollen, beim Bodybuilding die Muskelpakete rollen lassen, als Soldatinnen an die Front drängen, als Pilotinnen Kampfflugzeuge fliegen wollen und mit dem Frauenfußballclub zum Männerstriptease in den Nachtclub fahren, um sich Appetit zu holen fürs Vernaschen der zu Hause geblieben Göttergatten?

Wir wissen längst, dass Selbstbewusstsein und mentale Kraft ebenso am Vorbild der Eltern und des erzieherischen Umfelds erlernt werden wie Gewaltbereitschaft.

Wenn also Mädchen im Vergleich zu früher aggressiver geworden sind, die Kindererziehung aber nachweislich immer noch mehrheitlich durch Mütter und andere Frauen erfolgt, lässt dies im Umkehrschluss nur eine Antwort zu:
Das Vorbild der Mütter und Frauen ist aggressiver.

Wollen die Frauen von heute diese Zusammenhänge wirklich nicht wahrhaben?

Wollen sie nicht begreifen, wie zerstörerisch dieses bedingungslos parteiische Pro-Frau bei gleichzeitigem Contra-Mann wirkt?

Haben sie tatsächlich nichts Wichtigeres im Sinn, als das Unterste der bestehenden Gesellschaft zuoberst zu drehen und sich selbst als "ice an the cake" ganz oben daraufzusetzen?

Ich bin überzeugt, die meisten Frauen sind weit selbstbewusster und klüger, als die radikalen Vorkämpferinnen für Fraueninteressen annehmen.

Und diese Mehrheit weiß sehr wohl, wie viel durch die auf Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit fixierte Frauenbewegung erreicht wurde, und fühlt sich nicht als Opfer in einer brutalen Männerwelt.

Als emanzipierte, gemäßigt feministisch denkende Frauen erkennen sie klar, dass sie diejenigen sind, die als Ehepartnerinnen, Lebensgefährtinnen und Mütter einen maßgeblichen Einfluss auf die Seele ihrer Männer und Kinder ausüben.

Während sie Familienarbeit leisten, betreiben Hardlinerfeministinnen vor lauter Gier nach dem absoluten politischen Machtwechsel einen Geschlechterkampf, den die meisten Frauen weder wollen noch mitzukämpfen bereit sind. ...

Mut also, ihr jungen Frauen von heute!

Ihr seid auf dem richtigen Weg, wenn ihr den Entmannungskampf der Mütter um den gleichberechtigten Anspruch auf Erwerbstätigkeit nicht mehr in der alten Manier fortsetzen wollt.

Hört kritisch zu!

Seht aufmerksam hin!

Was einem bereits gehört, muss man nicht mehr erkämpfen. Man muss es bewahren und schützen und sich Verbündete unter denen schaffen, die einst Feinde waren.

Die Frauen von heute, die lebensfroh sind, selbstbewusst und wenn frauenbewegt, dann allenfalls vom Männerfang, sind genau die richtigen für diesen neuen Weg, wenn sie denn nur auch Männer fänden, die sich wieder trauen, ebenso lebensfroh, selbstbewusst und männerbewegt auf Frauenfang aus zu sein.

"Kind, werde unabhängig!" (Rose, 32 Jahre)

Rose stammt aus der Eifel.
Vor 32 Jahren wurde sie in Blankenheim geboren, begann ein Pädagogikstudium, das sie bald schon langweilte, so dass sie sich für Religionswissenschaften einschrieb, aber letztlich auch darin scheiterte und zuletzt in der Anzeigenredaktion einer Lokalzeitung landete.

Sie heiratete mit 28 Jahren ihren Klaus, einen zehn Jahre älteren Bäckermeister aus Düren, und lebt seither als Hausfrau mit ihrem Mann, vier Kindern und einem Hund in einem Vorort von Köln.
Sehr glücklich, wie sie betont.
Und wer sie kennt, glaubt es ihr.

Nachfolgend ihr Bericht über ihre Jugend und Erziehung, der zeigt, wie sie mit dem mütterlichen Erbe verfahren ist.

...
Und bei mir, da war es eben so, dass ich von überall, sogar von der eigenen Mutter, ständig zu hören oder zu lesen bekam, dass Kerle im Grunde das Letzte sind und so ziemlich das Überflüssigste im Leben. Meine Mutter hat mich immer vor den Bengels gewarnt und gedrängt, dass ich nur ja etwas lernen und arbeiten soll, damit ich auf eigenen Füßen stehen kann und mir von keinem etwas sagen lassen muss. ...
"Deine Arbeit ist die Schule", sagte sie immer. "Deine Noten sind dein Einkommen. Also sieh zu, dass du gute hast. Heute siehst du das noch nicht ein, aber eines Tages wirst du dich freuen, dass du ein gutes Zeugnis hast und dir alle Türen offen stehen. Du sollst es einmal besser haben als ich und nicht im Haushalt versauern. Wenn du gut genug bist, kannst du leicht Lehrerin werden. Dann hast du bloß ein paar Stunden zu tun und kannst eine Familie nebenher haben und dir eine Putzfrau leisten, die dir die Drecksarbeit abnimmt. Und dann hast du dein eigenes Geld und brauchst deinem Mann nicht Dankeschön zu sagen." Dass ich das schaffen sollte, war ihr ganzer Ehrgeiz.
...
Als ich dann mit fünfzehn den ersten Freund hatte, ist sie fast ausgerastet, weil sie mein Leben schon ruiniert gesehen hat. Ich sollte doch erst mal mein eigenes Leben leben, hat sie gemeint, sollte doch bloß den Fehler nicht machen, mich einem Mann an den Hals zu hängen. Der wäre ..., das würde ich doch an Papi sehen.
Mein Vater war das Lieblingsthema meiner Mutter. Auf ihm konnte sie jeden Tag stundenlang rumhacken. Und nie ließ sie auch bloß ein einziges gutes Haar an ihm. Ich wollte eigentlich gar nicht hinhören, wenn sie wieder davon anfing. Aber ich musste zuhören. Es gab keine Flucht. Sie lief einem damit in jedes Zimmer nach, bis man aufgab und gottergeben zuhörte. Das kam dann wie ein Wasserschwall auf einen runter.

...

Außerdem denke ich, dass nicht bloß meiner Mutter die Hausarbeit immer lästiger wurde. Mein Vater findet seine Arbeit garantiert auch nicht bloß toll. Er hat da sicher genauso seinen Teil zu schlucken und muss sehen, wie er damit fertig wird. Und ich erinnere mich ziemlich gut daran, dass meine Mutter früher immer dann, wenn mein Vater von seiner Arbeit zu erzählen anfing, meinte, er solle doch endlich Privates und Dienstliches trennen und seinen Beruf vor der Tür lassen, wenn er nach Hause käme. Mein Vater hat sich das ziemlich zu Herzen genommen, glaube ich. Jedenfalls habe ich ihn fast nie über seinen Beruf reden hören. Meine Mutter hingegen hat ständig über ihren Beruf geredet, wenn man das Hausfrauendasein mal als Beruf betrachtet.
Durch dieses ganze Gerede und die Beispiele, die ich außerdem von anderen aufgetischt bekam, hatte ich eine durchaus kritische Einstellung zu Männern. Aber eben nicht so kritisch, dass ich mich nicht verliebt hätte oder nicht heiraten wollte. Und als meine Mutter dann dieses Theater abzog, weil ich einen Freund hatte, ja, da war ich erst mal bloß stinkig. Ich wollte, dass sie sich da raushielt, weil das meine Sache war. Aber sie hielt sich eben nicht raus.
Und schließlich hat sie es mir auch kaputt gemacht. Sie hatte ständig an ihm zu mäkeln und mit dem Finger auf das zu zeigen, was er schon wieder beschissen gemacht hatte oder wo ich ihrer Meinung wieder mal zu kurz gekommen war oder was ich mir nie und nimmermehr von ihm hätte bieten lassen dürfen. Na ja,und so kam's eben, dass ich Schluss machte, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte, und wieder bloß hinter den Büchern saß und büffelte und mich so richtig hineinsteigerte, dass Kerls ja bloß Ausbeuter seien und all das.
Ein halbes Jahr später lernte ich dann einen anderen kennen, der meiner Mutter auch nicht passte, ... Wieder habe ich Schluss gemacht und heimlich ins Kissen geheult. Aber Hauptsache, meine ach so schwache Mutter war zufrieden mit ihrer starken Tochter.
Irgendwann habe ich dann begriffen, dass meine Mutter absolut nicht die schwache Person ist, die sie immer vorgab zu sein, wenn sie über meinen Vater herzog. Natürlich, sie verdiente kein Geld, und sie machte die Hausarbeit, die ja nun nicht immer gerade das Allerfeinste ist, und mit meinem Vater hatte sie auch so ihre Terzen. Aber im Grunde hatte sie uns alle, inklusive meinen Vater, ganz gut im Griff. Sie steuerte meinen Vater mindestens ebenso, wie mein Vater sie steuerte. Da standen sie einander in nichts nach. Und mich als ihre Tochter steuerte sie sowieso.
...
Heute denke ich oft, dass meine ganze läppische Studienzeit, in der ich einfach nichts auf die Reihe bekam, so eine Art Aufbegehren gegen meine Mutter war. Ich konnte mich wohl nicht anders gegen ihren Ehrgeiz wehren.

...

... ist meine Mutter mir gegenüber distanzierter geworden, obwohl sie immer noch keine Gelegenheit auslässt, mir zu demonstrieren, dass ich in meiner Ehe ein dummes Schaf geworden bin. Ich denke, sie hat es bis heute nicht begriffen, dass ich in meiner Ehe kein Schaf bin, sondern glücklich. Und zwar einfach deshalb glücklicher als sie selbst, weil ich an meinem Mann nicht so wild herumerziehe, sondern lieber Grenzen ziehe, und zwar ganz bewusst, und mit meinem Mann abkläre, wer wo seine Schwerpunkte hat, und dann auch darauf bestehe, dass unsere Grenzen gewahrt bleiben.
Zum Entsetzen meiner Mutter mache ich auch den Haushalt, mal abgesehen davon, dass ich unter der Woche eine Hilfe habe. Doch im Grunde bin ich trotzdem für alles zuständig. Wenn jemand sich einbildet, dass eine Putzhilfe für drei Stunden am Tag einen Sechspersonenhaushalt tipptopp abwickelt, lache ich. Ich habe dennoch alle Hände voll zu tun. Und ich kriege schon auch mal meine Fünf-Minuten-Krise, wenn mein Mann seine vermaledeite Zahnpasta nie zuschraubt und sich mit seinem teuren Herrenparfüm wie mit dem Wasserwerfer besprengt und immer mit den Straßenschuhen auf den Badematten herumtrampelt, so dass sie maximal drei Tage sauber bleiben. Oder wenn er beim Nachhausekommen die Krawatte herunterreißt und in die Hosentasche stopft.

...

Ja, wenn ich es bedenke, dann habe ich eigentlich alles bekommen, was ich wollte. Mein Mann ist ein starker Partner, kein Jasager. Ich bin ziemlich gut drauf und schmeiße den Familienladen ganz passabel. Und wenn ich keine Lust mehr habe, haue ich ab auf den Tennisplatz oder in die Sauna und lasse die Seele baumeln. Damit hab ich kein Problem. Auch nicht wegen der Kinder. Die können ganz gut mal eine Weile ohne mich auskommen und aufeinander aufpassen oder mal Freunde besuchen oder so.
Am schönsten ist es, wenn meine Nachbarin, die Lehrerin ist und ein volles Deputat hat, sieht, wie ich mit meinem Sporttäschchen, im Jogger, mit Stirnband und Pferdeschwanz so locker-flockig loszische. Die lästert nämlich ständig über uns faule Hausfrauen und mäkelt an meinen Kindern herum und behauptet, dass ich keine Disziplin hätte. Wenn ich dran denke, dass meine Mutter mir ein Leben als Lehrerin in den schönsten Farben ausgemalt hat – also, nee, Henry Higgins, nicht mit mir. Ich bin glückliche Nur-Hausfrau, und wenn mein Mann sagt, dass an einer guten Frau nie genug dran sein kann, geht mir das runter wie Öl.
Richtig eklig finde ich eigentlich bloß die Putzerei und Büglerei und Kocherei und die Töpfe – igitt! Das hat meine Mutter auch schon gehasst. Das weiß ich. Einmal hat sie vor Wut in den Staubsauger getreten, und die Staubbeutelklappe brach ab. Damals hat sie zu mir gesagt: "Kind, werde unabhängig! Denn wenn du deinen Mann um Erlaubnis fragen und um Geld anbetteln musst, kann er dir immer eins auswischen, wenn er schlechte Laune hat."
Diesen Satz, den habe ich nie vergessen. Ich glaube, es war der wichtigste Satz in meinem ganzen Leben. Und ich hab ihn auch irgendwie umgesetzt. Ja, nicht so, wie meine Mutter das wohl gemeint hatte. Ich arbeite ja nicht und hab kein eigenes Einkommen. Aber ich hab mir meine innere Unabhängigkeit bewahrt. Ich sag ja oder nein, so wie ich es für richtig halte. Und ich bettle nicht. Mein Mann macht die Kohle, und ich mache den Rest. Das ist faire Arbeitsteilung. Seine Kohle als meine Kohle anzusehen, damit hab ich kein Problem. Es ist unsere Kohle. Und was ich denke und mache, ist meins. Das brauche ich. Das ist meine Emanzipation. Die finde ich gut.

Der Geschlechterkampf als feministische Dauermission

Die Kampfparolen des Radikalfeminismus, die wirkungsvoll als verbale Waffen gegen männliche Machthaber gerichtet wurden und zum Ziel hatten, die traditionelle Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern aufzulösen, um einen Machtwechsel zu erzwingen, haben sich verselbständigt.

Sie wurden verinnerlicht und sind als zerstörerische Saat in den Köpfen aufgegangen.

Als Beweis mag gelten, dass mittlerweile die meisten Frauen latent misstrauisch gegenüber Männern sind, spontan eher Negatives als Positives von ihnen erwarten und offenkundig Spaß daran haben, diese als eiskalte Ungeheuer abzuqualifizieren.

...

Letztlich tickt im Hinterkopf vieler Frauen ein Zeitbömbchen, das beim geringsten Anlaß hochzugehen bereit ist und dann das Wissen ausschüttet, dass Frauen in jedem Fall "gleicher", sprich:
besser sind und natürlich immer, in jeder Weise und gänzlich schuldlos "schlechter dran" und deshalb von aller Welt unterstützenswert sind. ...

Dass auch Männer leiden können und von Frauen ungerecht behandelt werden, wird leidenschaftlich bestritten oder als Minderheitenproblem bagatellisiert.

Sofort kann jede Frau zahllose Beispiele vorbringen, in denen Männer ihre Familien im Stich gelassen, sich nie um die Kinder gekümmert, die Frau vernachlässigt, ihr bloß Arbeit gemacht, sie betrogen und womöglich auch noch brutal misshandelt haben.

Ganz zu schweigen von all denen, die ihre Frauen nach der Scheidung in die Armut stoßen, indem sie ihnen und den Kindern jeglichen Unterhalt verweigern.

Ungeachtet der Tatsache, dass es diese Fälle selbstverständlich in großer Zahl gibt und jeder einzelne Fall einer zuviel ist, bleibt das Phänomen bestehen, dass dieselben des eigenen Leidens so bewussten Frauen Männern nicht nur jedes Leiden absprechen und ihre generelle Leidensfähigkeit in Zweifel ziehen, sondern ihnen auch dessen Artikulation verbieten.

Sollten Männer es dennoch wagen, aus den gleichen Schmerzen zu weinen, die Frauen jederzeit laut und ungehindert beklagen, werden sie wegen ihres "künstlichen Geheuls" als nervtötend empfunden.

Zu erklären ist dieses Phänomen als Ergebnis des feministischen Geschlechterkampfes.

Dennoch ignorieren oder verleugnen selbst Frauen, die Männerhetze bewusst ablehnen, die schleichend erfolgende Langzeitbeeinflussung ihres Unterbewusstseins mit den Theorien und Zielen einer politisch aktiven Frauenminderheit. ...

Ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Missionsanspruch der Hardlinerfeministinnen.

Gemeint ist das Propagieren der Erwerbstätigkeit als dem ersten Mittel der Wahl zum Befreiungsschlag der Frau.

Indem das eigene Einkommen als Garant der Unabhängigkeit beschworen und das Hausfrauendasein als Sklaventum und Beweis der Unterprivilegisierung verpönt werden, erfolgt eine systematische Verdrängung der Hausfrau aus dem gesellschaftlichen Ansehen.

...

... eine meiner besten Freundinnen, die mir schrieb:

"Du weißt, ich habe neun Jahre als Grafikerin gearbeitet, bin jetzt seit acht Jahren Hausfrau und Mutter.

Dabei habe ich festgestellt, dass ich heute freier, selbstbewusster und eigenverantwortlicher bin als je zuvor.

Während meiner Arbeitszeit bekam ich wie die meisten berufstätigen Menschen unmissverständliche und gehorsam umzusetzende Anweisungen, wobei all die Jahre das Gespenst der Entlassung drohte, das Mobbing am Arbeitsplatz gerade von Frau zu Frau bedrückte, Erfolge nie meine eigenen, sondern stets die des Betriebes waren, auch wenn nur ich daran gearbeitet hatte, und der Zwang zur Modeklamotte meinen Geschmack bestimmte.

Kann das irgendwer in vollem Ernst als Selbstverwirklichung ansehen?
Ich sage Dir, als Hausfrau bin ich mein eigener Chef.
Ich teile mir meine Arbeit und meinen Tagesablauf selbst ein.
Und wenn ich meine Sache gut mache, ist dies mein ganz persönlicher Erfolg.

In dieser Aufgabe verwirkliche ich mich wahrhaftig selbst und zugleich auch mein familiäres Umfeld.
Glaube mir, ich fühle mich im Hausfrauenberuf emanzipierter denn je!

Und wenn ein Wermutstropfen hineinfällt, dann wird er mir allenfalls von früheren Kolleginnen eingeschenkt, die mich gelegentlich anrufen oder besuchen und irgendwann so dumme Fragen stellen wie die, ob ich nicht das Gefühl hätte, etwas im Leben zu versäumen, oder mich in meinem Windel-Küche-Putzlappen-Dasein nicht langweilen müsse.

Du kennst mich.
Du weißt, dass ich manchmal ganz schön aus der Haut fahren kann.
Bei solchen Fragen komme ich jedes Mal in die Versuchung.

Bis jetzt habe ich mich immer noch beherrschen können und meinen lieben Ex-Kolleginnen zu erklären versucht, dass keine einzige von ihnen einen vielseitigeren Job mit mehr Verantwortung hat als ich jetzt.

Sie lächeln mich dann so milde an, so edel und Cindy-Crawford-gelockt und sagen solche Sätze wie, dass ja eine von uns etwas für die Sicherheit der Renten tun und Kinder bekommen müsse und ich dafür die Quotenfrau des Teams sei.

Meistens verabschieden sie sich, sobald meine Lisa sie mit Nutella-Fingern angegrabscht hat.
Und Du, ich muss Dir was anvertrauen – wenn ich weiß, dass eine dieser das Bruttosozialprodukt erwirtschaftenden Megären zu Besuch kommt, stelle ich das Glas jedes Mal in beste Kinderreichweite."

Plädoyers wie dieses aus Hausfrauenmund fallen für Hardlinerfeministinnen bedauerlicherweise als indiskutabel unter den Tisch.

Das selbstverständliche Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihre eigene Person inklusive Lebensplan gilt offenbar nur so lange, wie das feministische Strickmuster stimmt und die freie Auswahl nach dem Motto abläuft:
Du darfst dir einen Pullover aussuchen, den roten oder den roten.

...

... Nie kann man genau vorhersagen, was passieren wird. Beständige Wachsamkeit aber ist Schwerstarbeit.

Männern oder Frauen ohne Kinder fällt es schwer, sich vorzustellen, wie viel Energie es frisst, rund um die Uhr in Hab-acht-Stellung wegen der Kinder zu sein.

Ich erinnere mich an eine Szene, als meine Jungen noch klein waren und ich zwei Stunden mit ihnen an einem Spielplatz war, über den ein riesiges Kletternetz gespannt war.
Das Netz war wunderbar, aber nur für größere Kinder geeignet.
Meine Rangen hätten bei einem Ausrutscher auf den Seilen noch locker durch die Maschen gepasst, und der Boden darunter war von sparsamen Stadtvätern nur spärlich sandbedeckt worden.

Für mich waren es aufreibende zwei Stunden, in denen ich unablässig wachsam blieb, um bei einem Absturz möglichst rechtzeitig vor dem Bodenkontakt da zu sein.
Und das nicht nur mit Blick auf einen abenteuerlustigen Knaben, sondern zwei im Altersabstand von fünf Jahren.
Das heißt, der eine schon wagemutig in luftigen Höhen, der jüngere jederzeit bereit, dem großen Bruder zu folgen.

Auf dem Heimweg vom Spielplatz traf ich eine Freundin, die mich spontan auf eine Tasse Tee einlud.

Sie war kinderlos, mit einer Wohnung, in der alles wie geleckt an seinem Platz stand und vieles absolut verlockend für kleine Entdecker, aber kostbar genug war, nicht heruntergenommen und begrabscht zu werden.

"Du, sei nicht böse", sagte ich deshalb,
"aber ich bin zu müde jetzt. Ich hab zwei Stunden auf dem Spielplatz hinter mir." –

"Spielplatz?" lachte meine Freundin mich aus.
"Und davon bist du so mit den Nerven fertig? Also, nee, ihr Nur-Hausfrauen!
Ihr seid ja gut!
Du hast da doch bloß rumsitzen und nach den Buben gucken müssen.
Es ist ja nicht mal was passiert.
Was soll ich da erst sagen, wenn ich den halben Tag lang vom Diktiergerät abtippen muss und der Chef, dieser Elendsnuschler, die Zähne nicht auseinander kriegt, so dass du jeden Satz dreimal abspielen musst, ehe du ihn hast?"

Erst später, zu Hause, ist mir damals eingefallen, was ich hätte dagegenhalten können.
Zum Beispiel, dass ein Bademeister den ganzen Tag nichts anderes tut, als aufzupassen, damit niemand ertrinkt, und dass er selbstverständlich auch dann dafür bezahlt wird, wenn nichts passiert ist, einfach weil Aufpassen Arbeit darstellt.

Der Unterschied zwischen dem Aufpassen des Bademeisters und dem Aufpassen der Mutter liegt in der Bezahlung.
Und dass einzig das Geld regelt, was Arbeit ist und was nicht.

Der "neue" Mann

...

Und dennoch haben sich die "neuen" Männer und ganz besonders die Väter verändert.

Frauen genießen es, dass Väter nicht nur in Sachen Haushalt und Gleichberechtigung umgedacht haben, sondern sich als enge und unersetzliche Bezugspersonen für ihre Kinder und diese Kinder als unverzichtbaren Teil ihres Vaterlebens entdeckt haben.

Und solange die Beziehung stimmt, ist es für die meisten Frauen selbstverständlich, dass ihre Männer ganztags zum Erwerb des Familieneinkommens außer Haus sind und weniger die Quantität der mit den Kindern verbrachten Zeit im Vordergrund steht als vielmehr die Qualität der emotionalen Bindung zwischen Vater und Kind und die generelle Offenheit für das Kind.

Erst wenn die Liebe zerbricht, erheben Frauen Anklage. ...

Anders als feministische Parolen glauben machen, stehen viele Väter bereit, ihren Ex-Frauen einen Teil der Sorge um gemeinsame Kinder abzunehmen und ihren Anteil bei der Erziehung und Betreuung zu leisten, um sich als fürsorgliche Bezugspersonen in das Leben ihrer Kinder einzubringen.

In erfreulich vielen Fällen klappt das freundschaftliche Nach-Eheleben im Interesse der Kinder auch reibungslos, weil beide Eltern klar erkennen, dass Elternschaft nicht vom Trauschein abhängig ist.

Schwierig wird es immer in den Fällen, in denen Mütter unter dem Einfluss hardlinerfeministischer Hetzparolen überzeugt sind, "diesen Kerl", der sowieso und "typisch Mann" ständig versagt habe, nicht mehr zu brauchen, und daraus den Trugschluß ziehen, auch ihre Kinder brauchten ihn nicht mehr.

Die starke, lebenskluge Frau weiß den einstigen "Mann an ihrer Seite" anders zu schätzen.

Und anders als diejenigen, die sich von feministischen Parolen gegen die eigenen Instinkte und Wahrnehmungen manipulieren lassen, wird sie gemeinsamen Kindern den Vater zu erhalten versuchen, anstatt Umgangsvereitelung zu betreiben und auf dem Rücken von Kindern und Vater törichte Siegerinallüren auszuleben.

Die meisten Väter der jüngeren Generation werden bewusst und in gemeinsamer Planung mit ihrer Lebensgefährtin Vater.
Sie freuen sich darauf.
Sie haben sich bereits am Monitor des Frauenarztes ein noch wolkiges, unscharfes Bild von ihrem Baby gemacht, haben den schwangeren Bauch gestreichelt und auf Fußballerbeine gewartet, die gegen die Bauchdecke kicken.
Sie haben die werdende Mutter im Geburtsvorbereitungskurs, beim Säuglingskurs und während der Entbindung begleitend unterstützt und die Geburt ihres Kindes als das unübertrefflichste Wunder ihres Lebens bezeichnet.
Später haben sie sich beim Versorgen des Kindes aktiv als Vater eingesetzt.
Die Zeiten sind glücklicherweise längst vorbei, als Väter sich schämten, ihr Kind zu wickeln, den Kinderwagen zu schieben oder einen Säugling im Tragetuch vor der Brust zu wiegen.

Es sind gerade diese Väter, die sich auch nach einer Trennung von der Mutter des Kindes nicht sang- und klanglos davonstehlen wollen.
Und zwar auch dann nicht, wenn die Mütter in feministischer Verblendung nein sagen.
Väter dieser Art halten Mahnwachen vor Familiengerichten und machen in Protestaktionen auf ihr Dasein als ausgegrenzte Väter aufmerksam.

Sie treten öffentlich in Hungerstreik und starten Plakataktionen mit Fotos ihrer Kinder. Andere verdingen sich als Clown für Kinderfeste, um auf diese Weise ihr Kind wenigstens heimlich im Kindergarten wiedersehen zu können.
Wieder andere bitten immer wieder Dritte um Vermittlerdienste, lassen den Müttern ihrer Kinder Briefe schreiben, die Appellcharakter haben.
Die Phantasie kennt keine Grenzen.

Manche, die nicht die geringste Chance haben, irgend etwas über ihre Kinder zu erfahren, rufen in der Schule an und geben vor, Versicherungskaufmann zu sein und Auskünfte über die Leistung des Kindes zu benötigen.
Absonderlicherweise erhalten sie als Fremde mit Wirtschaftsinteressen bedenkenlos Auskunft.
Melden sie sich als Väter, werden sie hingegen abgewimmelt und an den Datenschutz erinnert.

Der gebrauchte Mann

...

Wieso fällt unter den Tisch, dass laut Angaben der Bundesregierung aus dem Jahr 1993 in bis zu 75 Prozent der Fälle, in denen Väter keinen Unterhalt leisten, kein Unterhalt geleistet werden kann, weil die Väter aufgrund von Arbeitslosigkeit, Sozialhilfebezug, niedrigem Einkommen oder Inhaftierung leistungsunfähig sind?

Dass laut Aussage von Regierungsmitglied Erika Niehus (SPD) am 17. Mai 1999 von 10 unterhaltspflichtigen Vätern drei zahlen, drei nur zuwenig und drei gar nichts zahlen können und lediglich ein einziger nicht zahlen will.

Und dass ein Großteil der echten Unterhaltsverweigerer die Zahlung ablehnt, weil die Mutter jedes Umgangsrecht des Vaters mit den Kindern ablehnt?

Wo sind die Angaben darüber, dass Väter, die ganztags mit aller Kraft für den Lebensunterhalt und den Wohlstand ihrer Familie arbeiten, ihr berufliches Engagement nicht ohne gravierende Einkommensverluste oder das Risiko des Arbeitsplatzverlustes reduzieren können, um mehr Freizeit für ihre Kinder zu haben?

Oder dass Frauen ihre Lebensplanung im Hinblick auf gemeinsame Kinder und anschließende Erwerbstätigkeitsregelungen in Absprache mit ihren Männern treffen, also durchaus mit dem die Familie sichernden Arbeitsvolumen ihrer Ehepartner einverstanden sind – bis zur Scheidung.

Frauen sind eigenverantwortliche Persönlichkeiten, die wissen (sollten), was sie tun, und die Konsequenzen für dieses Tun tragen müssen.
Sie sind keine armen, unmündigen Opfer, die völlig unwissend ins Unglück gestoßen werden.
Im Gegenteil, sie heiraten einen Mann aus freien Stücken.
Niemand zwingt sie, ausgerechnet diesen Menschen zum Vater gemeinsamer Kinder zu wählen.

Angesichts ausgereifter und erprobter Verhütungsmethoden, nicht zuletzt auch angesichts der aktuellen Abtreibungspraxis müssen Frauen nicht einmal mehr schwanger werden bzw. ein Kind gebären.

Frauen sind freie Staatsbürgerinnen in einem demokratischen Land.
Sie haben jedes Recht ihrer freien Persönlichkeit.
Was also soll das öffentliche Haareraufen der Hardlinerfeministinnen und das Wehgeschrei um die ach so ausgebeuteten Frauen?

Ohne Zweifel haben alleinerziehende Mütter einen schweren Stand im alltäglichen Überlebenskampf.
Aber wer gibt Feministinnen das Recht, sie als Opfer und noch dazu als Alleinopfer der Scheidung darzustellen?

Immerhin begehren überwiegend Frauen die Scheidung, und dies trotz der hinlänglich bekannten Tatsache, dass hinterher das Geld noch knapper ist, als es während der Ehe bereits war...

"Ein Mann zum Wäschewaschen und so" (Marieluise, 33 Jahre, und Jürgen, 31 Jahre)

Marieluise ist blond, eine üppige Frau, die außergewöhnlich hübsch wäre, würde sich ihr Kinn weniger spitz nach außen und würden sich ihre Mundwinkel nicht von Natur aus stark nach unten biegen und so einen permanent unzufriedenen Eindruck erwecken.

Sie lebt mit ihrer Familie in Kassel.
Sie ist 33 Jahre alt, gelernte Friseurin, aber nicht mehr in ihrem Beruf tätig, sondern Hausfrau.
Seit neun Jahren ist sie mit Jürgen, 31, verheiratet.

Jürgen stellt das dar, was man landläufig unter "Spargel-Tarzan" versteht.
Er ist schwarzhaarig, mit auffallend vielen grauen Fäden und so kurzer Frisur, dass die Kopfhaut durchschimmert.
Da er knapp einsneunzig groß ist, fällt seine überschmale Silhouette besonders auf.
Er arbeitet als selbständiger Vertreter für Tiefkühlkost.
Er besucht vorwiegend Haushalte auf dem Land, weil Landfrauen erfahrungsgemäß seltener in die Stadt zum Einkaufen fahren und Jürgens Produktpalette gern annehmen.
Da er an den Umsätzen prozentual beteiligt ist, setzt er sich voll für seinen Erfolg ein.

Marieluise und Jürgen haben ein Kind, die achtjährige Tochter Lisa.

Ihre Geschichte erzählten sie mir mit der ausdrücklichen Erlaubnis, sie für eines meiner nächsten Bücher zu verwenden. Zur besseren Darstellung der unterschiedlichen Standpunkte stelle ich Marieluise und Jürgen getrennt vor.

Marieluise

Marieluises Alltag beginnt mit dem Frühstück, das Jürgen für alle zusammen vorbereitet hat, da er Frühaufsteher ist und sowieso als erster aus dem Haus muss.
Wenn Jürgen zur Arbeit und Lisa um halb acht zur Schule aufgebrochen sind, legt Marieluise sich noch mal bis neun Uhr zu Bett.
Anschließend erledigt sie die Einkäufe und den überwiegenden Teil ihrer Hausarbeit. Sie ist damit meist in den Vormittagsstunden fertig.
Nach dem mittäglichen Kochen und Essen ruht sie ein bis zwei Stunden.

Lisa besucht inzwischen die Großeltern, bei denen sie auch die Hausaufgaben erledigt.
Wenn sie Schwierigkeiten damit hat, kann sie eine junge Nachbarin der Großeltern um Hilfe bitten.
Anschließend trifft Lisa sich mit ihren Freundinnen und spielt mit ihnen im Garten oder im Wohnzimmer der Großeltern.

Marieluise nimmt nach dem Mittagsschlaf regelmäßig ein Duschbad und schminkt sich. Die Stunden zwischen Kaffeezeit und Vorbereitung des Abendessens verbringt sie im allgemeinen mit ihrer Tochter und verschiedenen Freundinnen, bei denen sie entweder eingeladen ist oder die sie eingeladen hat.
Zweimal wöchentlich nimmt sie an einem Töpferkurs teil, weil ihr diese künstlerische Tätigkeit Freude bereitet.

Wenn Lisa gegen zwanzig Uhr zu Bett gegangen ist, unternehmen Marieluise und Jürgen etwas im Vereins- oder Freundeskreis oder schauen fern.

Jürgen

Jürgen verdient das gemeinsam zur Verfügung stehende Geld, indem er als selbständiger Unternehmer Tiefkühlkost einer bekannten Firma ausfährt.
Sein Arbeitstag beginnt morgens um sechs und endet durchschnittlich gegen halb acht abends. Dazwischen liegen mehrere hundert Fahrkilometer sowie eine knappe Stunde Mittagspause, die er nach Möglichkeit zu Hause verbringt, meist aber unterwegs im Auto.

Die Arbeit erfordert gute Planung und abendliche Vorbereitung, denn die Ware muss stets frisch gefasst, optimal platz- und zeitsparend sortiert sowie der Kühlwagen regelmäßig durchgekühlt werden.
Dass Kundenservice großgeschrieben wird, ist selbstverständlich, denn nur zufriedene Kunden kaufen gut, und Jürgen ist am Umsatz mit einer Provision beteiligt.
Daher kann es vorkommen, dass Jürgen, der auch auf telefonische Bestellung hin ausliefert, entweder in der Mittagspause oder nach Feierabend noch unterwegs ist.

Zusätzlich zu seinem beruflichen Pensum übernimmt Jürgen die Wäsche für die gesamte Familie, saugt in dem unlängst neu gebauten Einfamilienhaus überall Staub, putzt regelmäßig alle vier Wochen Fenster, versorgt den 600-Quadratmeter-Garten und kümmert sich in jeder freien Minute um seine Tochter, deren Hausaufgaben er gegebenenfalls nach Feierabend kontrolliert.

Marieluise über Jürgen

"Das alles macht er schon. Das stimmt.
Trotzdem ist er ein Faulenzer durch und durch.
Wenn ich ihm nicht alles hinstelle und vorbereite, macht er zu Hause nichts.< br>Weil er nämlich auch gar keine Lust dazu hat. Zu allem muss ich ihn treten. Das nervt."

Zwischenfrage von mir: "Und der Job?"

"Als ob das bißchen Autofahren und Verkaufen die Welt wären.
Da lache ich doch.
Wenn ich sehe, was dabei herausspringt – also, das lohnt sich doch gar nicht.

Wie oft schneide ich Sonderangebote aus der Zeitung aus und renne, um die preiswertesten Angebote zu erwischen, damit wir überhaupt Vitamine und das alles kriegen.
Doch wie oft müssen wir das Zeug reinschieben, das der Jürgen nicht losgeworden ist, bloß damit es nicht verfällt.
Also danke!

Wenn meine Mutter nicht öfter mal einspringen würde,
könnte ich schon nicht mehr aus den Augen gucken vor lauter Arbeit.
Wer, bitte, sorgt denn dafür, dass das Essen pünktlich auf den Tisch gebracht wird, Ordnung im Haus herrscht, geputzt, gebügelt, das Aquarium versorgt wird und, und, und – da kann ich nur sagen, ich würde gerne mit ihm tauschen.
Da wäre ich gut bedient.

Wenn ich den Führerschein hätte, würde ich mir das echt überlegen. Aber den lässt mein lieber Mann mich nicht machen, weil er sagt, dass sie zuerst Gummibäume an den Straßen pflanzen müssten.
Und dann, abends, wenn ich den ganzen Tag auf ihn gewartet habe, da habe ich als Frau ja auch mal andere Bedürfnisse als bloß fernsehen.
Aber dafür hat er dann kaum noch Sinn.
Der merkt nicht mal, dass ich beim Friseur war.
Einmal die Woche Sex, und dann auch noch samstags, weil es sonst schon wieder zu spät für ihn wird und er dann morgens nicht aus dem Bett kommt – oder manchmal auch überhaupt nicht, weil der Herr einfach zu kaputt ist –, mehr läuft da nicht.
Das ist mir zu wenig.
Ich brauche mehr."

Auf meinen Hinweis, dass dieses Mehr ja vielleicht möglich wäre, wenn Marieluise Jürgen einen Teil der morgens, abends und in der Mittagspause von ihm übernommenen Hausarbeit abnehmen würde, braust Marieluise auf.
"Das fehlte noch!
Nee, in der Zeit, wo er die Wäsche macht und so, da muss ich mich auch mal lang legen oder eine Freundin besuchen, ein Eis essen gehen oder einfach bloß so ein bisschen bummeln, Geschäfte angucken.
Schließlich will man sich ja auch ein bisschen selbst verwirklichen.
Immer bloß Haus und Kind – da geht man ja ein wie eine Primel ohne Sonne."

Befragt, ob sie sich vorstellen könne, Jürgen zu verlassen, nickt Marieluise etwas zögernd.
"Ich weiß nicht.
Aber ich denke schon manchmal darüber nach.
Als sich neulich meine beste Freundin hat scheiden lassen, hat sie zu mir gesagt, ich soll mich auch trennen, dann gründen wir eine WG und passen gegenseitig auf die Kinder auf und alles.
Das könnte mir schon gefallen, glaube ich.
Aber so ganz sicher bin ich mir dann doch immer nicht.
Im Prinzip stehen der Jürgen und ich ja nicht Spitz' auf Knopf, wir kommen schon zusammen klar.
Und da denke ich mir dann halt, dass es vernünftiger ist, zusammen, denn das Haus würden wir ja bestimmt verlieren, und das will ich auch wieder nicht. "

Jürgen über Marieluise

"Ich finde, sie soll sich ruhig mal was Schönes gönnen.
Ich nehm ihr die Arbeit schon gern ab.
Bei der Wäsche, da sind ja meine Sachen auch dabei, und die sind auch die größten.
Die Overalls zum Beispiel, die sind schon sperrig.
Und ich seh auch ein, dass sie nicht alles allein machen kann.
Das Haus hat fünf Zimmer und den Keller, das schlaucht schon, wenn sie da putzen muss und alles.
Das verstehe ich.
Das muss ja nicht sein, dass sie den ganzen Kram selbst machen muss.
Vielleicht kriegen wir auch mal eine Hilfe, dann wird es sowieso besser.

Was ich schlimm finde, ist eigentlich bloß, dass sie immer noch sagt, dass sie sich scheiden lässt, wenn das mit uns so weitergeht.
Na, was soll ich denn aber machen?
Ich kann doch nicht einfach den Job hinschmeißen.
Wir brauchen das Geld, und das Haus haben wir auch erst gebaut.
Und dass ich abends fertig bin und keine Lust mehr habe, tja, das versteht sie eben nicht.
Da ist sie total unzufrieden. Das weiß ich.
Aber, Mensch, wenn ich so fertig bin, dann krieg ich doch nichts mehr hin, und das ist dann auch wieder ein blödes Gefühl, wenn sie dann daliegt und lacht.
Da kann einem echt alles vergehen.
Na, und darum ist es eben so, wie es ist.

Aber dass sie wegrennt, die Angst, die hab ich schon.
Und deshalb mach ich ja auch alles mit.
Ich will ja doch, dass sie es gut hat bei mir.
Dass sie merkt, ich nehme sie ernst und alles.
Und ich liebe sie ziemlich. Da will ich sie doch nicht verlieren."

Aus meiner Sicht

Marieluise ist genau das Beispiel Hausfrau, angesichts dessen jeder "Frau an seiner Seite" der Kragen platzen könnte, weil Hausfrauen wie sie einen Teil des Trugbildes prägen, welches das Rollenklischee "Hausfrau" bestimmt.

Es ist diese Sorte Hausfrau, die Hardlinerfeministinnen Wasser auf die Mühlen gibt und beipflichtendes Verständnis weckt, wenn es heißt, jede nicht erwerbstätige "Frau an seiner Seite" führe ein Dasein als "schmarotzende Luxusbiene", deren Gatte als Arbeitsdrohne für Unterhalt und Zeugung und Haushalt zu sorgen habe.

Zusätzlich ist sie es, die Cartoonisten als Vorlage für bissige Karikaturen und Witzeerfindern als Prototyp dummdreister Anzüglichkeiten dient.
Und sie ist es auch, die Stammtischgeschwätz über "das bisschen Haushalt" wach hält.
Das Negativimage der bequemen Langschläferin, die sich einen Ehemann geangelt hat, um versorgt zu sein, ist Frauen wie Marieluise auf den Leib geschneidert.
Und gleich soll dieselbe Kluft auch allen anderen angepasst werden.
Wird ein Beispiel wie ihres öffentlich, geht ein verständnissinniges "Ach, ja!" durch den Blätterwald.

...

Frauen, die wie Marieluise den Begriff der Selbstverwirklichung auf schlimme Weise missverstanden und in Ausbeutung verkehrt haben, stellen für die Allgemeinheit der Frauen eine Art Frauenfeindbild dar.

Wie sie will keine sein, doch steht jede unter dem Verdacht, genau so zu sein.
Und da dieser Verdacht zum Allgemeingut geworden ist, artet der Versuch einer Richtigstellung immer öfter zum Kampf gegen Windmühlen aus.

In Marieluises Fall trafen falsche Erziehung des Kindes im Elternhaus, ein gerüttelt Maß an Überheblichkeit und überzogener Eigenliebe mit der Erwartung zusammen, dass der Mann ihrer Wahl sich allein deshalb glücklich schätzen müsse, weil er von ihr auserkoren wurde.

Frauen wie Hillary Clinton oder Caroline von Monaco sind insofern ihr Vorbild, als Marieluise überzeugt ist, so wie diese attraktiv und begehrenswert zu sein und ihrem Mann den alles entscheidenden Kick zum Erfolg zu verschaffen, indem sie ihn zu immer mehr Leistung anspornt.
Einen erfolgreichen, gut verdienenden und angesehenen Mann zu haben, der sie auf Händen trägt, ist für Marieluise Beweis ihrer eigenen Hochwertigkeit.

Jürgen wiederum ist der typische "verunsicherte neue" Mann, der sich aus missverstandener Liebe und dem Wunsch, nur ja kein Macho zu sein, sowohl selbst zum Hampelmann macht als auch machen lässt.

Zu angestrebten Gesetzesänderungen Kapitel:
Doch auch das Grundgesetz hat Mütter

Wie, fragen sich Bürgerinnen und Bürger weiter, will der Gesetzgeber denn überhaupt kontrollieren, wer innerhalb der Familie wann welche Hausarbeit erledigt oder nicht?

Wie soll der Beweis erbracht werden, oder bedarf es keines Beweises?

Etwa per Videospion irgendwo in der Stubenecke, bei Eheschließung oder gemeinsamem Wohnungsbezug nach gesetzlicher Vorschrift zu installieren?
Oder genügt es zur Verurteilung, wenn einer der Ehepartner den anderen wegen unterlassener Hilfeleistung im Haushalt anzeigt?

Wie hoch soll das Strafmaß sein?
Etwa so:
100 Mark für einen nicht entsorgten Müllsack –
150 Mark für einmal unterlassenes Staubsaugen –
200 Mark für nicht geglättete Ehebetten usw.?

Oder gar Haft für den stehen gelassenen Abwasch, tageweise verlängert, je dicker die Speisereste auf dem Geschirr haften?

Und wie soll die per Gesetz verbriefte Strafandrohung für einen Rechtsbruch durchgesetzt werden?
Gilt es, den Täter in Handschellen abzuführen?
Anruf genügt?

Und wie steht es, wenn Frauen die Hausarbeit liegen und ihren Ehegatten oder Lebensgefährten überlassen?
Wo bleibt die Gleichberechtigung, die der Gesetzgeber beiden Geschlechtern zubilligt, wenn zwar Frauen geschützt werden sollen, Männer hingegen nicht?

Mag man über diesen "Haushaltsplan" noch schmunzelnd den Kopf schütteln und ihn in die allzeit bereite große Ablage entsorgen.
Die Anti-Gewalt-Kampagne ist ernst.
Ohne Zweifel ist sie per se sowohl richtig als auch notwendig und überfällig.
Niemand kann Gewalt dulden.
Und häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.
Wer Gewalt ausübt, ist zur Rechenschaft zu ziehen.

Dennoch müssen sich die streitbaren Ministerinnen als Strippenzieherinnen der Aktion fragen lassen, woher sie denn das veröffentlichte Zahlenmaterial haben und warum sie ausklammern, dass häusliche Gewalt nicht nur von Männern gegen Frauen, sondern umgekehrt auch von Frauen gegen Männer ausgeübt wird?

Fragen lassen müssen sie sich zudem, was mit den Tätern und Täterinnen geschehen soll, wenn sie denn der ehelichen Wohnung verwiesen werden.

Als weltoffenen Politikerinnen, die sich europaweit auf eine Gewalt-Studie einlassen, müssten Frau Dr. Bergmann als Bundesfamilienministerin und Frau Dr. Däubler-Gmelin als Justizministerin auch die 1999 in Dänemark veröffentlichte Studie des Männerforschers Hans Bonde von der Universität Odense über prügelnde Frauen, ratsuchende Männer und die Kehrseite der Emanzipation bekannt sein, welche eindeutig ergab, dass 30 Prozent der Männer schon mindestens einmal von ihrer Ehefrau oder Lebensgefährtin geschlagen wurde.

"Frauen schlagen heute so oft wie Männer", stellte Bonde fest und ermittelte ferner, dass sie nicht nur ihr Opfer mit Füßen und Fäusten traktieren, sondern die eigene Gewalttätigkeit auch noch als "progressiv" empfinden, während sie gleichzeitig Gewalt bei Männern als "reaktionär" abwerten ("DER SPIEGEL", 7/1999).

Wer sich mit der Problematik des sexuellen Kindesmissbrauchs und der damit zusammenhängenden Art, die Öffentlichkeit aufzuklären, befasst hat, kennt die bedenkenlose Hochrechnung ungesicherter Zahlenangaben nach dem Motto "der Zweck heiligt die Mittel" schon.

Auch die zu Beginn der Aufklärungskampagne gegen das Verbrechen des sexuellen Kindesmissbrauchs veröffentlichte Hochrechnung, es würden allein in Deutschland alljährlich mindestens 300000 Kinder zu Opfern, blieb bis heute unbewiesen.
Ebenso die zu Anfang der 90er Jahre von vielen feministischen Beratungsstellen erhobene Behauptung, mindestens jedes 4. Kind werde sexuell missbraucht.
Keine rechtsstaatliche bundesweite Studie sichert diese Zahlen ab.
Dennoch wurden sie so oft zitiert, dass sie heute in den Köpfen der Bürgerschaft verankert sind und zu einer beispiellosen Verunsicherung von Eltern sowie zu der bitterbösen Verleumdung geführt haben, jeder Vater sei ein potentieller Täter.

Letztlich musste der Präsident des Deutschen Familiengerichtstages, Herr Professor Willutzki, im Jahr 1994 verkünden, dass in mindestens 40 Prozent der strittigen Umgangs- und Sorgerechtsverfahren im Zusammenhang der Ehescheidung und elterlichen Trennung der Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs gegen den Vater erhoben und in ca. 90 Prozent der Fälle als frei erfunden erkannt werde.

So wichtig es ist, Menschen vor Gewalt zu schützen, so entschieden ist eine manipulierende Information der Öffentlichkeit und Diffamierung der Männer abzulehnen.

...

Damit nicht genug, müssen sich Frau Dr. Bergmann als Bundesfamilienministerin und Frau Dr. Däubler-Gmelin als Bundesjustizministerin der Frage stellen, wie sie denn mit denjenigen verfahren wollen, die wegen vorgeblicher oder erwiesener Gewalttätigkeit gegen Frau und Kinder aus dem Haus gewiesen werden.
Wo sollen diese Menschen hin? Werden sie inhaftiert?
Auf die Straße geschmissen?
Und wenn sie kein Geld haben, sich eine Bleibe zu beschaffen?
Keine Freunde, bei denen sie von jetzt auf nachher unterkommen können?
Männerhäuser analog zu Frauenhäusern gibt es nicht.
Diese lehnte Frau Dr. Bergmann bereits als Berliner Senatorin heftig und entschieden als überflüssig ab.
Also ab unter die Brücke oder auf die Parkbank?

Mutter sein – bloß nicht?

Als dreifache glückliche Mutter las ich unlängst mit fassungslosem Staunen und wachsender Empörung in der Endfassung eines UNO-Textes, der auf der Weltfrauenkonferenz in Peking entstand, dass das Wort "Mutter" durch die Umschreibung "Frauen während der Zeit der Kindererziehung" ersetzt worden war. Dies allein deshalb, weil die Delegierten der Konferenz die Auffassung vertraten, die moderne, fortschrittliche Frau müsse sich als diskriminiert ansehen, wenn man sie als "Mutter" kennzeichne.

Fortschritt hin oder her – ich denke, wer eine solche Ersatzformel nötig zu haben glaubt und sich durch das Wort "Mutter" im weitesten Sinne entehrt fühlt, hat die eigene Mutter nie geliebt.

In jedem Fall aber sehe ich ihn als einen Menschen an, der schwerwiegende Probleme mit der eigenen Identität als Frau und entweder keine Kinder hat oder diese nicht liebt.
Auch wer Mutterschaft in einer der Schwangerschaft vergleichbaren temporären Begrenzung wahrnimmt und sie loslöst von ihrer immerwährenden emotionalen Bindung an das Kind, weiß offenbar nicht, wovon die Rede ist.

Wieder einmal drängt sich mir an dieser Stelle der Vergleich mit Aldous Huxleys voll kollektivierter, voll entindividualisierter, voll roboterisierter "Schönen neuen Welt" auf, in der es verboten ist, das Wort "Mutter" zu verwenden, weil es seinen Sinn verloren hat und schlechte Gefühle erwecken könnte.

Ist Mutterschaft tatsächlich nur mehr "Kinderaufzucht", wie die (selbst kinderlose) Journalistin Christiane Grefe in der Berliner "taz" im Mai 1997 formulierte?
"Kinderaufzucht" – es klingt hart an "Ferkelaufzucht" , "Kälberaufzucht" und ähnliche Einrichtungen zur Schlachtviehproduktion an.

...

Nach dem Wahlsieg 1998 blutet auch der rot-grüne Staat Familien mit Kindern permanent aus.

Das als Almosengabe wirkende Kindergeld bzw. der Kinderfreibetrag legen allenfalls ein Notpflästerchen auf, welches nicht einmal die erheblichen Ausbildungskosten für Kinder auch nur annäherungsweise mitträgt.

Wer argumentiert, dass Kinder nun mal Elternsache sind, übersieht, dass nur ausgebildete Erwachsene zu Erwerbstätigen werden, deren Einkünfte dem Staat und somit der Allgemeinheit über den Umweg von Abgaben zugute kommen.

Jeder Steuerberater muss mit bedauerndem Schulterzucken einräumen, dass Familien mit dem Löwenanteil von 87 Prozent der Kinderkosten völlig alleingelassen werden und somit im Vergleich zu kinderlosen Ehepaaren ganz eindeutig auf der Strecke bleiben.

... schrieb der Freiburger Soziologe Günter Burkhart:
"Vielleicht ist es langfristig unumgänglich, Elternschaft als Beruf anzusehen."
Auch Claudia Nolte als ehemalige CDU-Familienministerin sprach es zwar zaghaft, aber immerhin an, als sie 1997 die abermalige Reduzierung ihres ministerialen Budgets in Kauf nehmen musste und angesichts der leeren Familienkassen ein "Bündnis für Familien" forderte.

Wenn es den so lautstark nach Frauenmacht verlangenden Feministinnen ernst damit wäre, sich für alle Frauen einzusetzen, müssten sie auf diesen Zug aufspringen, anstatt Separatismus zu betreiben, indem sie die erwerbstätigen Frauen ins Töpfchen der Förderungswürdigen werfen, die "Frauen an seiner Seite" aber den Wölfen zum Fraß vorwerfen.

Sehr bald schon könnte geschehen, dass die grassierende Arbeitslosigkeit unter wild entschlossen um die spärlicher werdenden Jobs gegen weibliche Konkurrenz antretenden Männermassen zu dem Ruf provoziert:
"Frauen zurück an den Herd! "

Die Anzeichen mehren sich, wie politisch interessierte Bürger/innen unschwer aus der Presse entnehmen können.
Schon mischen die Republikaner heftig mit, indem sie sich demonstrativ auf die Seite von Vätern stellen, gegen die Bevorzugung von Müttern in Jugendämtern anwettern und hier ihre Klientel zur Machtergreifung anwerben.

Spätestens jetzt wäre es also an der Zeit, Mutterschaft zu einem staatlich anerkannten Beruf zu erheben, der mit einem Rentenanspruch abgesichert ist und Frauen zusätzlich Möglichkeiten der Weiterbildung mit dem Ziel einer Erwerbstätigkeit in entsprechenden Berufen gibt.

Wenn Mutterschaft von Ängsten begleitet ist

Constanze Engelbrecht, von Beruf Psychotherapeutin a. D., wie sie es nennt, seit sie 1996 ihre Praxis zugunsten ihrer nach Scheidung und Wiederverheiratung auf neun Köpfe angewachsenen Familie aufgab, sieht in der Verweigerung der Mutterrolle vor allem ein individuelles, aus der eigenen Kindheit stammendes Problem.

"Als ich noch praktizierte, kamen oftmals Frauen in die Beratungsstelle, die sich mit ihrer Mutterrolle nicht identifizieren konnten.
Meistens waren es Frauen, deren Beziehung zu ihren Eltern ebenfalls problematisch gewesen...
Umgekehrt gab es aber auch eine ganze Reihe von Müttern, die als Kind zuviel Liebe erfahren hatten, also übermäßig bewundert und verhätschelt worden waren und nie Kritik hatten hinnehmen müssen...

Viele dieser Frauen, die - wie ich das nenne - unter einem "Liebesdefekt" leiden, verstecken ihr Problem unter dem Mäntelchen der Emanzipation.
Sie stellen sich dann gern und glaubhaft als besonders emanzipiert dar und behaupten, besonders gute Mütter zu sein, weil sie ihre Kinder bewusst mit Erwachsenen gleichberechtigt erziehen würden.
Sie engagieren sich häufig in Frauenfragen und organisieren sich in entsprechenden Gruppen.

Dabei schnappen viele Frauen Informationen auf, die sie nicht richtig verstehen.
Zum Beispiel, dass alles typisch Weibliche nur patriarchale Manipulation sei, also den Frauen von den Männern aufgezwungen wurde, und so weiter.

Das sind dann so Schlagworte, die kann man gut in Diskussionen einbringen, weil sie so gebildet und wissend klingen.
In Wirklichkeit ist das nur leeres Gerede.
Wenn man ein bisschen dahinter gucken und mehr Fragen stellen würde, wäre das schnell erkannt.

Aber das will man als Frau in einer solchen Gruppe ja gar nicht, weil man sonst die Gruppe verlieren würde.
Und dieses Gruppengefühl ist ja oft gerade das, was Frauen so dringend brauchen, weil sie von der Evolution her eher Rudeltiere sind als Männer.

In Wirklichkeit rühren weibliche Aversionen gegen bestimmte Rollenklischees nicht aus der Emanzipiertheit der Frau her.
Vielmehr haben Frauen, die lieber Freundinnen oder Schwestern für ihre Kinder sein wollen, eine starke Angst vor dauerhafter Verantwortung und Zuständigkeit.
Sie sind konfliktscheu und haben Angst davor, Fehler zu machen oder zu versagen, und sie haben oftmals eine Riesenangst, so zu werden wie ihre eigenen Mütter.

Im Grunde sind Frauen mit solchen Ängsten in ihrem Innersten nie erwachsen geworden, sie sind unreif und kindisch geblieben und spielen jetzt eigentlich nur Erwachsene.

Ich habe oft erlebt, dass Frauen sich ganz plötzlich ein Kind wünschten, weil ihre beste Freundin schwanger geworden war oder gerade ein Kind bekommen hatte. Das wollten sie dann auf einmal für sich selbst auch. ...

Solche Frauen wünschen sich oftmals ganz brennend ein Kind, so wie sie sich als kleine Mädchen eine Puppe gewünscht haben.
Weil ihre Freundin so etwas Süßes zum Spielen und Schmusen hat, wollen sie es ihr nachtun. Wollen es auch haben. "

Zum Wert der Familienarbeit
Kapitel: Wegweiser zu Bündnissen für Familien

Eine Wertberechnung der Familienarbeit wurde zuerst 1974 durch die Soziologin Helge Pross versucht, die postulierte, dass sie "gegen Kost, Logis und Kleidung" abzuleisten sei.

In den achtziger Jahren wurden erneut Berechnungen angestellt, um Haus- und Familienarbeit Leistende versicherungstechnisch besser erfassen und schützen zu können.
Wenn eine Hausfrau verunglückt, muss im Falle von Haftpflichtstreitigkeiten eine verbindliche Berechnungsgrundlage der Erstattungsbeträge gegeben sein.

Diese wurde 1988 an der Universität Hohenheim ermittelt und wie folgt definiert:
"Hausfrauen üben bis zu 260 verschiedene Tätigkeiten aus.
Ihre Arbeit ist (bei einer 80-Stunden-Woche) monatlich bis zu 3700 DM wert; würde sie nur 40 Stunden arbeiten, wären es 2000 DM."

Als Ergänzung fügt die Studie eine Information an, die einmal mehr belegt, wie minderwertig der Beruf "Nur-Hausfrau" eingeschätzt wird.
"Wenn Hausfrauen tödlich verunglücken, zahlen Versicherungen bis zu 40 Prozent weniger als bei anderen Berufstätigen."

Bei "Berufsmüttern" wie beispielsweise einer SOS-Kinderdorf-Mutter mit einem monatlichen Gehalt von 3500 DM nebst Rechtsanspruch auf bezahlten Urlaub und alle anderen obligatorischen Zusatzleistungen für Erwerbstätige würde keine Versicherung eine solche Leistungskürzung wagen.
Ganz zu schweigen davon, dass niemand auf die Idee käme, einer SOS-Kinderdorf-Mutter ein "Schmarotzer"-Dasein nachzusagen oder ihre Leistungsansprüche auf Kost und Logis nebst Taschengeld zu reduzieren.

Ein anderes Beispiel leitet sich aus der Entlohnung für außerfamiliäre Betreuungs- und Pflegedienste ab.
Sobald Erziehungs- und Betreuungsarbeit einem fremden Kind gewährt werden, handelt es sich um Wertarbeit.
Für eine solche institutionelle Versorgung wendet der Staat monatlich bis zu 3000 DM pro Kind auf.
Es käme keinem in den Sinn, etwa einer Erzieherin für ihre Leistungen im Kindergarten oder einer Fachkraft im Behindertenbereich kein Gehalt zahlen zu wollen.

Nimmt eine Familienfrau und Mutter das Grundgesetz Artikel 6 Absatz 2 und "das natürliche Recht der Eltern und die ihnen zuvörderst obliegende Pflicht" ernst, indem sie die "Pflege und Erziehung der Kinder" keiner Institution zuschiebt, sondern selbst in die Hand nimmt, hat sie dafür weder eine Entlohnung noch eine angemessene Rente zu erwarten.
Und das, obwohl sie durch ihren persönlichen Einsatz dem Steuerzahler erhebliche Summen einspart.

Eigentor Scheidungsklage

Zahlreiche Ehen enden nur deshalb vor dem Scheidungsgericht, weil Frauen den Gang zum Scheidungsanwalt als eine letzte, äußerste Provokation unternehmen.
Nachdem Küsse nicht den gewünschten Erfolg brachten, wird nun quasi der Fehdehandschuh geworfen und als ultima ratio der Mann aufgefordert, sich endlich aus dem Frosch in den Prinzen zu verwandeln, der in ihm steckt.

Eigene Unreife der Frau oder blinde Verliebtheit in ein dem Traummann entsprechendes äußeres Erscheinungsbild sowie daraus resultierende Fehleinschätzungen der Persönlichkeit des Partners stehen oftmals im Hintergrund dieser Entscheidung.
Selbst nach zahlreichen Enttäuschungen, die darüber aufklären müssten, dass sich Wunschbild und Realität nicht decken, mögen viele Frauen sich immer noch nicht damit abfinden, die falsche Wahl getroffen zu haben.

Der Gedanke "So kann ich mich einfach nicht in ihm geirrt haben!" lässt keine wirklich sinnvolle Veränderung zu.
Er gestattet der Frau nicht, eigene Fehler einzugestehen und sich selbst in dieser Schwäche anzunehmen. Gleichzeitig erlaubt er dem Mann nicht, so zu sein, wie er tatsächlich ist.

Statt dessen bemüht sich die Frau mit immer neuen Vorstößen, den Partner zu verändern, ihn ihren persönlichen Wünschen entsprechend umzuerziehen und zu beweisen, dass es niemals eine Diskrepanz zwischen Schein und Sein gab.
Die Tatsache, dass niemand einen anderen Menschen von Grund auf umkrempeln kann,zieht jedoch notwendigerweise Enttäuschungen nach sich.

...

Auf die Frau meines Beispiels angewandt, würde dies bedeuten, richtiger hinzuschauen.
Sie müsste aufhören, das Bildnis eines fiktiven Menschen in ihrem Kopf zu hegen und zu pflegen, und beginnen, es durch den lebendigen "Mann an ihrer Seite" zu ersetzen.
Gleichzeitig müsste sie bereit sein, sich selbst zu verzeihen, einen Fehler bei der Einschätzung ihres Mannes gemacht zu haben, und auch ihm verzeihen, anders zu sein als das Bild, welches sie sich von ihm gemalt hatte.

Damit wäre diese Beziehung freilich noch nicht gerettet.
Auch der Mann müsste "richtiger leben", um glücklicher zu sein.
Für ihn wäre damit gemeint, sich selbst als richtig anzunehmen und den ständigen Umerziehungsversuchen seiner Frau nicht mehr nachzugeben.

Viele Frauen, die mit einer Scheidung als "Fehdehandschuh" im Grunde auf eine Wandlung zum Positiven gesetzt hatten, erkennen zu spät, dass der Schuss nach hinten losging.
Sie bereuen letztlich die erfolgte Scheidung bitter und sehen sie als den größten Fehler ihres Lebens an.

Katja aus Frankfurt berichtete in diesem Zusammenhang:
"Das bekam dann irgendwann so eine Eigendynamik. Da kam ich nicht mehr raus.
Aber eigentlich gewollt hatte ich nur, dass er erschrickt und Angst kriegt, ich könnte Ernst machen und gehen.
Ich wollte, dass er mal Mumm hat, mal um mich kämpft oder so.
Dass er dann einfach abdreht und sich ergibt, das war's eigentlich nicht wirklich, was ich erreichen wollte.
Ich habe dann mitgespielt und es schließlich durchgezogen.
Ich fand einfach keinen Weg mehr, aus diesem ganzen Scheidungskrieg auszusteigen.
Wir hatten uns dann auch gegenseitig zu weh getan. Da konnte manches nicht mehr verziehen werden."

Im nachhinein erkennen viele der betroffenen Frauen, dass sie von der Erwartung eines Wir-Gefühls in der Ehe geprägt, aber nicht bereit waren, dem Partner ein Mitbestimmungsrecht zuzugestehen, wie dieses Wir denn aussehen solle.
Als gemeinsames Merkmal dieser Frauen fiel mir auf, dass sie entweder erstgeborene Kinder waren und an ihren jüngeren Geschwistern beinahe Mutterstelle vertraten, oder aus der eigenen Elternbeziehung eine starke Ausrichtung darauf hatten, wie ein "richtiger" Mann oder eine "richtige" Frau sein müsse.