Elternkummer

Unser Sohn sagt, Papa stecke ihm den Finger in den Po

"Unbekannt"

17. August  2004

Sehr geehrte Frau Jäckel, wie würden sie folgende Situation einschätzen?

Im Grunde war ich auch immer der Auffassung, dass ein gemeinsames Sorgerecht bestehen bleiben sollte, falls Eltern sich trennen, zum Wohle des Kindes.

Was aber nun, wenn wie in meinem Fall der Vater Drogen nimmt(kifft), manchmal mehr und mein dreijähriger Sohn erzählt, dass Papa ihn den Finger in den Po gesteckt hat, er das öfter täte und es ihn schmerzt?

All das habe ich beim Jugenamt erzählt. Der Kleine hat es vor der Psychologin auch noch einmal bestätigt, als síe ihn fragte.

Ich habe obwohl ich nicht mit dem Mann verheiratet war darauf bestanden, dass er die elterliche Sorge mitträgt und zwar schriftlich´, amtlich. Ich habe scheinbar falsch gehandelt.

Ich muß jetzt hart kämpfen um das Sorgerecht zurück zu bekommen und der Umgang bleíbt wahrscheinlich trotzdem bestehen, was ja heißt, dass Männer die Kinder wieder mit nach Hause nehmen können.

Sollte es auf betreuten Umgang hinauslaufen, muß ja wie ich gehört habe auch immer wieder neu entschieden werden.

Ich habe Angst vor diesem´Kampf und vor allen Dingen, dass mein Sohn wieder über Nacht bei seinem Vater ist.

Mein Vater hat auch meine Halbschwester damals mißbraucht, danach war er 2 Jahre im Gefängnis, da ihn méine Mutter damals anzeigte. Er hatte wieder Umgang und machte dann 10 Jahre später dasselbe mit meiner anderen Schwester.

Wie kann es möglich sein Frau Jäckel, dass so etwas zugelassen wird?

Wird eine Frau auf der Straße mißbraucht, so wird der Mann eingesperrt. Sind es aber die eigenén Kinder und man kann es nicht beweisen, dann haben Väter noch Umgang.

Bei meinem Sohn wurden Streptokokken im After festgestellt, die als Beweis aber scheinbar auch nicht ausreichen.

Ich habe schon große Angst vor den Verhandlungen die so auf mich zukommen, da mein Ex(seit 2 Jahren) lügt. Er behauptet meiner Freundin am Telefon gegenüber sogar, dass ich selbst gesagt hätte, er solle das machen. Außerdem äußerte er: "Nur weil ich ihm einmal Penatencreme hinten reingeschmiert habe....".

Ich stehe nun in Beweispflicht und kann es aber nicht wirklich beweisen, kann vielleicht mein Kind nicht schützen.

Wenn die Gerichtsverfahren zum Nachteil meines kleinen Sohnes ausfallen, so frage ich mich, was haben wir von unserem neuen Umgangsrecht, dass Kinder noch mehr gefährden kann.

Ich vergesse nicht ganz die Anderen Männer, die in Ehrlichkeit und Verantwortung um ihre Kinder kämpfen, sorry.

Das war jetzt eine lange Geschichte Frau Jäckel, ich hoffe sie nicht überfordert zu haben. Ich bin vielleicht auch auf der falschen Seite, welche ja in erster Linie Kinder ansprechen soll und ich bin schließlich 43 Jahre.

Viele Grüße trotzdem von vorsichtshalber Unbekannt