copyright by http://www.karin-jaeckel-autorin.de | |||
ElternkummerHilfe, wir kriegen ein Kind,
|
Mike |
14. Februar 2005 |
Reden, reden, reden3. Antwort von Karin Jäckel16. Februar 2005 Hallo, Mike, oh je --- Nein, es ist "nicht normal", wenn Ihre Frau seit Jahren nur zwei bis drei Mal im Monat das Bedürfnis nach einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung mit Ihnen, als dem Mann ihrer Wahl und Vater eines gemeinsamen Kindes hat. Auch wenn ich es als Witz der "Brigitte"-Redaktion ansehe, dass eine Frau 250 Männer "gehabt" haben müsse, ehe sie eine Frau ist, und Protzgeschichten von lebenslang drei Mal Sex täglich stark bezweifle, wären in Ihrem jungen Alter selbst bei einem körperlich erschöpfenden Tagesablauf zwei bis drei Mal Sex die Woche eher "normal" als im Monat. Das dürfte, wie ich meine, normalerweise auch Wunschdenken einer gesunden jungen Frau sein, die in ihren Lebenspartner verliebt ist, ihn gern berührt und zärtliche Stunden mit ihm genießt. Auch für Ihre Frau sollte es kein "Migräne"-Thema sein, wenn Sie gern mit ihr schlafen möchten. Schließlich ist sie freiwillig mit Ihnen die Ehe eingegangen und nicht erstrangig eine Kumpel-Freundschaft zum Pferde stehlen. "Normal" wäre Ablehnung von Seiten Ihrer Frau allenfalls, wenn sie das Bedürfnis nach Abstinenz jetzt während der Schwangerschaft verspüren und Sie um Verständnis dafür bitten würde, dass sie jetzt einfach weniger Lust auf Sex habe und vollauf mit den Veränderungen ihres Körpers beschäftigt sei. Da Sie mir schreiben, dass Ihre Frau von Anfang an wenig Lust auf Sex mit Ihnen verspürte, kann die Ursache aber wohl weniger aktuelle Gründe haben. Was also mag es sein? Haben Sie mit Ihrer Frau bereits darüber gesprochen? Wie Sie ausführen, meidet sie dieses Thema und fühlt sich dadurch angegriffen. Da es für einen so jungen Menschen wie Sie ganz normal und selbstverständlich ist, sich nach Lust und Befriedigung zu sehnen und diese Gefühle auch ausleben zu wollen, müssen und sollten Sie keinesfalls schweigend hinnehmen, dass Ihre Frau sich Ihnen anhaltend verweigert und Ihnen bei den gestatteten seltenen Begegnungen den Eindruck vermittelt, Ihnen einen lästigen Dienst zu erweisen. Damit meine ich selbstverständlich nicht, dass Sie sich einfach ohne Rücksicht nehmen sollten, was Sie brauchen! Nein, Sie sollten Ihre Frau bitten, offen und ehrlich mit Ihnen über Ihre Liebesbeziehung zu sprechen. Dabei muss ein Vertrauen das andere wert sein. Es bewirkt keine Veränderung, wenn man sich geniert und verschämt herum druckst oder die Hälfte verschweigt, weil man dem anderen nicht weh tun oder sich selbst keine Blöße geben will. Sicher käme es gut an, wenn Sie zu dieser Aussprache ein "Klima" herstellen würden, welches Sie beide schätzen. Ausdrücklich abraten möchte ich Ihnen davon, eine solche Aussprache dazu zu nutzen, über die Mallorca-Frau zu sprechen. Die eine unvergessliche Nacht fand vor Ihrer Ehe statt. Sie gehört also Ihnen allein und fällt nicht in den Katalog der ehelichen Sünden. Vielleicht laden Sie Ihre Frau dazu ein, mit Ihnen eine Paartherapie zu beginnen, um Ihre Liebesbeziehung zu retten. Eine Paartherapie in Form einer Tanztherapie empfinden viele Menschen als besonders befreiend und anregend. Ganz wichtig ist allerdings, nichts Ihnen Unangenehmes oder nur einseitig als angenehm Empfundenes zu versuchen. Sagen Sie Ihrer Frau offen und ehrlich, was es für Sie bedeutet, von ihr sexuell abgewiesen, ignoriert oder zum lästigen Bittsteller abgewertet und mühsam ertragen zu werden. Lassen Sie sie wissen, dass Sie von Ihrer ganzen Person und Persönlichkeit her nicht in der Lage sind und dies berechtigterweise auch nicht hinnehmen wollen, ihre Verweigerung dauerhaft zu ertragen. Und sprechen Sie es ebenso offen aus, dass Sie Ihre Ehe als gefährdet ansehen, wenn sich zwischen Ihnen nichts zum Lustvolleren ändert. Und dass Sie sich dringend wünschen, dass aus der bisherigen Dick-und-Dünn-Kameradschaft eine echte, auch gern miteinander praktizierte Ehe wird. Sie gehen mit einem solchen Gespräch leider das Risiko ein, dass Ihre Frau sich angegriffen fühlt. Sie weiß ja selbst, dass ihre bisherige Lustlosigkeit in einer jungen Ehe absolut ungewöhnlich ist und dass Sie mit der sexuellen Abwehrhaltung Ihrer Frau unglücklich und unzufrieden sein müssen. Das schlechte Gewissen führt bei vielen Menschen zu aggressiver Selbstverteidigung. Schließlich könnte man so lange noch gewinnen und Recht bekommen, wie man sich wehrt. Und gelingt es, einen unangenehmen Disput verbal zu gewinnen, kann man sich selbst besser vormachen, keine Schuld zu haben. Ebenso müssten Sie bei einer solchen Aussprache darauf gefasst sein, dass Ihre Frau Ihnen bekennt, sich von Ihnen sexuell nicht mehr angezogen zu fühlen. Wer weiß, vielleicht ist es die berühmte Zahnpastatube, die auch Sie im Bad immer wieder offen liegen lassen, oder eine andere Kleinigkeit, die man nur wissen muss, um sie abstellen zu können. Es sind oftmals nur Kleinigkeiten, welche der Lust auf Sex den Atem abschnüren. Mit gutem Willen, Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein und etwas Glück gelingt es Ihnen bestimmt, sich einander anzuvertrauen und zu erkennen, dass Sie beide sich gegenseitig vom jeweils Anderen etwas wünschen, was sie bisher nicht zu sagen wagten. Ich denke, es ist immer mindestens einen Versuch wert, der Liebe eine Chance zu geben und sich neu ineinander zu verlieben. Wie das funktionieren sollte? Sie haben doch Phantasie und träumen gern. Also stellen Sie sich vor, wie es damals war, als Sie sich in Ihre Frau verliebten. Was haben Sie damals gern zusammen unternommen? Inwiefern haben Sie sich früher anders als heute miteinander verhalten? Und warum? Viel Glück! Karin |