Elternkummer

Französischer Vater bringt sein entführtes Kind zurück

Kommentar von Karin Jäckel

2. Februar  2005

Mütter oder Väter, die ihr eigenes Kind entführen, um es nie mehr zu ihrem verlassenen Elternteil zurückkehren zu lassen, ihm die Sprache dieses verlassenen Elternteils zu nehmen und auch die gesamte zu diesem Elternteil gehörige Familienhälfte, gehören mittlerweile zum Alltag in der globalisierten Welt.

Wenn Gesetzgeber und ausübende Justiz es anhaltend zulassen, dass "die Würde des Rechts" durch das Faustrecht eines eigennützigen Elternteils, welcher egoistisch gegen die natürlichen Rechte und Interessen des eigenen Kindes sowie des zweitens Elternteils agiert, verletzt wird, haben sich beide Recht sprechenden Organe des Staates ad absurdum geführt.

Aus diesem Grund greifen - nach Jahren des ohnmächtigen Leidens und ebenso nachdrücklichen wie vergeblichen Appellierens, Bittens, Mahnens, Hungerstreikens und ähnlichen Protestes - immer mehr verlassene und ausgegrenzte Elternteile zur Selbsthilfe und holen ihre entführten Kinder in deren Geburtsland zurück.

Als man mir 2001 im Bundesjustizministerium sagte, man wisse, dass Umgangsboykott die Würde des Rechts verletzte und arbeite daran, Elternrechte wirksamer zu schützen, mahnten, baten, weinten und hungerstreikten verlassene, umgangsboykottierte, abgezockte und abgeliebte Elternteile noch um diese Rechte.

Sie wurden als Jammerlappen und neue Leidensmänner verhöhnt. Sie wurden zu Zahlvätern degradiert und als Erzeuger verpönt. Sie wurden als Rabenmütter geächtet. Und am Ende zahlten immer die Kinder die Zeche für den Rachedurst und Selbstverwirklichungswahn ihrer Eltern.

Vier Jahre danach ist die Zeit des Bittens vorbei. Immer mehr liebende, ohne schwer wiegenden Grund entrechtete, umgangsboykottierte Elternteile geben nun selbst dem Recht die verletzte Würde zurück.

Will Justitia in ihrer sprichwörtlichen Blindheit nun etwa ausgerechnet diese Elternteils abstrafen, die einst böswillig ihrer Kinder beraubt wurden und in ihrem Recht verletzt wurden?

Oder werden sich die Gesetzgeber die Binde der Blindheit von den Augen reißen? Werden sie endlich die bisherigen Vorbehalte gegen eigene Kinderrechte im deutschen Grundgesetz aufgeben und garantieren, dass auch hierzulande allen Kindern beide Eltern trotz der elterliche Trennung erhalten bleiben, indem beide Elternteile dazu verpflichtet werden, eine entsprechende einvernehmliche Lösung zu erarbeiten?

Werden sie endlich wirksam verhindern, dass Richterinnen und Richter ohne entsprechende qualifizierte Ausbildung am Familiengericht arbeiten und ihre Angst vor der Entscheidungsverantwortung dadurch kaschieren, dass sie willige Vollstrecker der in Jugendämtern gefällten Urteile sind?

Werden sie endlich eine qualifizierte Kontrollbehörde einrichten, welche Jugendämter mit allen Jugendamtsmitarbeiterinnen und Jugendamtsmitarbeitern kontrolliert und verhindert, dass Kinder ungestraft traumatisiert werden dürfen?

Werden sie künftig dafür sorgen, dass auch Jugendamtsmitarbeiterinnen und Jugendamtsmitarbeiter Kindern nie mehr in einer Nacht- und Nebelaktionen einen Elternteil oder beide ihre Eltern, ihre Geschwister, ihr Zuhause nehmen dürfen, ohne zuvor nachweislich und nachweislich vergeblich alle anderen Mittel ausgeschöpft zu haben, welche eine solche brutale Zäsur im Kinder- und Elternleben verhindern könnten?

Eltern und Kinder warten schon viel zu lange darauf, dass dies alles geschieht. Doch immer mehr von ihnen warten nicht mehr. Patrick Seehans ist einer von ihnen.

Presseberichte:

Ein Jahr Haftstrafe für entführende deutsche Mutter

Ostseezeitung