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Antwort aus dem Bundesfamilienministerium |
Frau Ministerin hat Keine Zeit1. Antwort aus dem Bundesfamilienministerium23. Januar 2006 Jens.Flosdorff@bmfsfj.bund.de schrieb: Sehr geehrte Frau Dr. Jäckel, vielen Dank für Ihre Mail an Ministerin von der Leyen. Leider hat Frau von der Leyen aufgrund der aktuellen Arbeitsbelastung als Ministerin und Mutter keine Gelegenheit, ihr Buch zu lesen. Genauso geht es ihr mit den hunderten Briefe, die hier täglich für sie eingehen. Ich habe Ihre Mail jedoch zur Mitkenntnis an das für Jugendamter zuständige Fachreferat weitergeleitet. Ich hoffe auf Ihr Verständnis. Mit freundlichen Grüßen Jens Flosdorff Pressereferent Aber Zeit für Talkshows ja1. Antwort von Karin Jäckel an das BundesfamilienministeriumVon: Karin Dr. Jaeckel [mailto:karin.jaeckel@t-online.de] Gesendet: Montag, 23. Januar 2006 23:38 An: Flosdorff, Jens Betreff: Re: WG: an Dr. Ursula von der Leyen Sehr geehrte Frau Bundesfamilienministerin von der Leyen, es ist schon sehr erstaunlich, dass Sie für die Anliegen aus der Bevölkerung, die Ihre Partei als Interessenvertreterin gewählt hat, keine Zeit haben. Umso erfreulicher, dass das "tumbe" Volk Sie immer wieder in unterhaltsamen Fernseh-Talkshows und bei ähnlichen wichtigen Medienauftritten auf dem Bildschirm bewundern kann. Mit bestem Dank für die Sekunden Ihres Pressereferenten, Dr. Karin Jäckel Dr. Karin Jäckel Fachabteilung zuständig2. Antwort aus dem Bundesfamilienministerium26. Januar 2006 Jens.Flosdorff@bmfsfj.bund.de schrieb: Sehr geehrte Frau Dr. Jäkel, es tut mit aufrichtig Leid, dass ich Sie durch meine sehr kurze Mail so erbost habe. Ich hätte mir - auch an einem hektischen Tag wie dem Montag - mehr Zeit für diese Nachricht nehmen müssen. Bitte sehen Sie in der Art der Antwort keine Missachtung Ihres Engagements oder Ihres inhaltlichen Anliegens. Ihre Mail ist nicht im Büro von Frau von der Leyen, sondern bei mir im Pressereferat gelandet, weil Sie in Ihrem Anschreiben als Autorin und Journalistin firmierten. Wir erhalten an dieser Stelle wöchentlich zahlreiche Anfragen an die Ministerin mit der Bitte um Rezension diverser Publikationen. Wie ich Ihrer Homepage entnehmen kann, sind Sie selbst eine viel beschäftigte Autorin. Sie können sicherlich nachvollziehen, dass die Ministerin sich nicht nur "bei wichtigen Medienauftritten auf dem Bildschirm bewundern lässt", sondern ihre Tage auch von früh morgens bis in den späten Abend von Sitzungen, Arbeitstreffen und Aktenstudium gefüllt sind. Auch für Frau von der Leyen hat der Tag nur 24 Stunden. Sie kann zu ihrem Bedauern bei der Flut der täglichen Eingänge nicht jeden Brief und jede Mail selbst lesen! Mein Hinweis, dass ihr Anliegen und ihre konkreten Vorschläge an die Fachabteilung im Ministerium weiter geleitet werden, war im Übrigen alles andere als eine Floskel. Das zuständige Referat 511 "Kinder und Jugendhilfe" wird sich mit Ihren Vorschlägen auseinander setzen. Ihrer Mail hatte ich entnommen, dass Sie sich bereits intensiv mit dem Thema befasst haben. Sie nennen Maßnahmen, wie die Probleme nach Ihrer Ansicht in den Griff zu bekommen sind. Für mich war die Fachabteilung, die Vorschläge für Neuerungen im Kinder- und Jugendhilferecht erarbeitet, die richtige Adresse. Es ist gut, dass Sie unsere Arbeit kritisch begleiten, aber ich bitte Sie auch erneut um Verständnis für meine Entscheidung. Mit freundlichen Grüßen Jens Flosdorff Pressereferent Ich hatte mir von Frau Bundesfamilienministerin von der Leyen mehr erwartet2. Antwort von Karin Jäckel an das BundesfamilienministeriumAbsender: 26. Januar 2006 Sehr geehrter Herr Flosdorff, Ihre Erklärung und Entschuldigung für Ihre kurze Nachricht aus Überlastungsgründen akzeptiere ich. Auch sehe ich dem Ergebnis Ihrer Weiterleitung meiner ersten eMail an das von Ihnen benannte Referat mit Interesse entgegen. Leider ändert dies in der Sache nichts, dass Frau Bundesfamilienministerin von der Leyen trotz ihres von Ihnen beschriebenen Arbeitspensums zwar oft und viel und sichtlich gern Zeit für unterhaltende Talkshows hat, nicht aber - wie ich nun durch Sie und Ihre beiden eMails weiß - für "jeden Brief und jede eMail" mit einem an Sie heran getragenen Bürgeranliegen und zwar selbst dann nicht, wenn es sich darin - wie in meiner eMail - um ein ernst zu nehmendes, weil gesellschaftsrelevantes Problem handelt, welches bereits beim flüchtigen Querlesen sofort unverkennbar ist. Dass mich diese Information wie ein Schlag ins Gesicht getroffen hat, verhehle ich nicht. Ich hatte mir von Frau CDU-Bundesfamilienministerin von der Leyen mehr erwartet als ein an feudalistisches Regieren erinnerndes Antichambrierenlassen der Bürger mit leidigen Bittschriften vor der verschlossenen Tür des ministeriellen Audienzzimmers sprich Pressereferats. Ich bin sicher, dies wird auch die Menschen interessieren, die ihr Kommen und Mitwirken anlässlich meiner Buchpräsentation und Pressekonferenz am Wohnort der Familie Gebara in Italien zum Themenkomplex "Kindesentzug und Kindesherausnahme durch das deutsche Jugendamt im europäischen Vergleich am Fallbeispiel Joumana Gebaras und ihrer Kinder" zugesagt haben. Immerhin werden nicht nur Eltern aus dem In- und Ausland da sein, denen das deutsche Jugendamt und Familiengericht ihre Kinder weg genommen haben, sondern auch zahlreiche Presse- und Medienvertreter und vor allem der verantwortliche Mitarbeiterstab der italienischen Jugend- und Familienbehörde, der sich im Interesse des Kindeswohls die Zeit für dieses Bürgeranliegen ganz selbstverständlich und spontan vom ministeriellen Zeitbudget abzweigen will. Ohne Frau Bundesfamilienministerin von der Leyen persönlich zu meinen, - Kinder haben und Kinder lieben, das ist hier aus Ländersicht wohl die Frage. Mit freundlichen Grüßen, Dr. Karin Jäckel P.S. Ich bitte um Weiterleitung der Gesamtkorrespondenz an Frau Bundesfamilienministerin. Dr. Karin Jaeckel Meine aktuelle Umfrage >Erfahrungen mit dem Jugendamt |