Aktionen Eltern für Kinder

Papa Mobil

Das "Papa Mobil" in Paderborn - eine megastarke Idee
Anruf genügt : Ulrich Wiechers 02955 - 1409

"Neue Westfälische" Nr.295, Freitag, 20.Dezember 2002 VON KERSTIN STREITENBERGER

Damit Papa Mobil ist

Wohnwagen soll geschiedenen Vätern Kinderbesuche erleichtern

Paderborn. Papa-Mobil steht in großen blauen Buchstaben auf dem Wohnwagen, den ein kleiner Traktor mitten durch Paderborn zieht. Doch mit dem Papa als reisenden Landwirt oder gar mit dem Papst hat das nichts zu tun: Am Samstag startet offiziell das neue Angebot des Paderborner "Väteraufbruch für Kinder", das es geschiedenen Väter (und manchmal auch Müttern) ermöglichen soll, ihre Kinder regelmäßig zu besuchen.

Denn obwohl der Umgang für das nicht-betreuende Elternteil gerichtlich geregelt ist, kann er schnell zum Problem werden: Lange Anfahrtswege verbunden mit nur stundenweisem Besuchsrecht - da wird entweder die gemeinsame Zeit knapp oder die Hotelkosten steigen ins Unermessliche. In den meisten Fällen werden die Besuche immer seltener, manche Väter geben sich gar ganz auf.

Mit dem Papa-Mobil soll sich das ändern: "Kinder brauchen beide Eltern", das sagt Ulrich Wiechers aus Niederntudorf, Kreissprecher der Paderborner [Vafk]Gruppe und selber betroffen. "Väter sollen mobiler sein und ohne große Zusatzkosten das gemeinsame Wochenende auch am Wohnort der Kinder verbringen können."

Ein Anruf bei Ulrich Wiechers genügt, und der Wohnwagen ist gebucht - für 15 Euro Nutzungspauschale, egal ob Vereinsmitglied oder nicht. Mitglieder können den Wohnwagen bis zu einem Jahr im Voraus, andere Väter bis zu vier Wochen vorher reservieren.

Wenn das Mobil in Nutzung ist steht es entweder auf dem Maspernplatz oder dem Autohof Mönkeloh. "Das sind die einzigen Stellplätze mit Toilette und 220Volt Anschluss, die wir zurzeit nutzen können", sagt Ulrich Wiechers..

Wohnen die Kinder außerhalb kann der Vater es aber auch zu einem geeigneten Stellplatz mitnehmen. Außerdem hofft der Verein weiter auf private kostenlose Stellpatzangebote.

Von den 15 Euro pro Wochenende wird Reinigung, Gas und Wasser bezahlt. Die Kosten für Anschaffung und Steuern trägt der Kreissprecher erst einmal selbst. Vor drei Jahren hatte der sich den Wohnwagen gekauft, um seine Kinder in Schleswig Holstein besuchen zu können. Daraus ist die Idee entstanden, das Vätern anzubieten deren Kinder in Paderborn und Umgebung wohnen. Neben all den Rechtsstreits und Unterschriftenaktionen wolle die Gruppe die eigene Situation einmal selbst in die Hand nehmen und verbessern..

Wenn der Wohnwagen gerade nicht benutz wird, ist er als Werbeträger im gesamten Kreisgebiet unterwegs. Der Traktor ist dabei aber nur Mittel zum Zweck: Ohne Zugmaschine dürfte der Wohnwagen auf keiner öffentlichen Straße stehen bleiben.

Am morgigen Samstag (21.12.2002 Anm.Webm.) ab 10Uhr stellt der Verein das Mobil allen interessierten Vätern und Müttern auf dem Autohof Mönkeloh vor.

Für Fragen zum Verein steht Ulrich Wiechers unter (02955) 1409 zur Verfügung.